Egon Rödls kreative Krippen

Diese neue Krippe hat Egon Rödl mit der Kettensäge aus einer Eichenwurzel herausgesägt. Auch die Figuren hat er selbst geschnitzt. Am 24. und 25. November will er seine neuen Krippen der Öffentlichkeit präsentieren. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Der Krippenbauer Egon Rödl lädt in diesem Jahr zu seiner dritten Krippenausstellung ein. In der Hochstraße 45, der ehemaligen Kreishandwerkerschaft, will Rödl am Samstag, 24. November, und am Sonntag, 25. November 2012, jeweils zwischen 11 und 17 Uhr über 16 meist neue Krippen der Öffentlichkeit präsentieren. Im großen Sitzungssaal in der ersten Etage findet Egon Rödl genug Platz, um seine Heiligen Ställe“ angemessen und ansprechend aufzubauen. Ich freue mich auf viele Besucher“, meint der 72-Jährige Hausmeister, Parkplätze gibt es im Hof genug.“

Es war Rödls Ehefrau Gerda, die ihren Mann dazu drängte, seine ungewöhnlichen Krippen einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nach ersten zögerlichen Bemühungen war die erste Ausstellung gleich auf so beachtliche Resonanz gestoßen, dass Rödl sich entschloss, die Türen nun jedes Jahr zu öffnen.

Alle Krippen einzigartig

Alle Krippen sind von Rödl selbst gefertigt. Jedes Detail, jede Figur und auch die Tiere sind handgefertigte Unikate, die einen besonderen Charme ausstrahlen. Die größte neue Krippe entstand aus einer riesigen Eichenwurzel, die Egon Rödl mit der Kettensäge bearbeiten musste, denn Eichenholz ist außergewöhnlich hart. Wochenlang hat er daran gearbeitet, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Alle Materialien, die Rödl für seine Krippen braucht, entnimmt er der Natur: Wurzeln, Äste, Stroh und Moos werden nach langer Lagerzeit bearbeitet und zum Bau der Krippen verwendet. So ist jede Krippe ein Unikat.

„Einige Besucher der letzten Krippenausstellung wünschten sich große Krippen mit großen Figuren“, erzählt Rödl, auch das habe ich in diesem Jahr in Angriff genommen. Zudem habe ich zum ersten Mal stilisierte Figuren geschnitzt, die ziemlich modern wirken.“

Spät mit Krippenbau begonnen

Als Hausmeister schon immer handwerklich begabt, hat Rödl allerdings erst spät mit dem Bau von Krippen begonnen, obwohl er jedes Jahr bei einem Krippenbauer in Österreich Ski-Urlaub machte – und das zwanzig Jahre lang. „Ich habe mir sicherlich viel von ihm abgeguckt, aber in all den Jahren nie wirklich die Kurve gekriegt“, schmunzelt Rödl.

Das wurde erst anders, als sich die Enkelkinder einen Stall für ihre Spieltiere wünschten. Da saß dann Opa Rödl tagelang im Hobbykeller und fertigte sein erstes Gebäude – eine Remise für Pferd und Kuh. Das Holzhaus stieß bei den Enkelkindern auf große Begeisterung, prompt war die Grundlage fürs Krippenbauen bei Opa Rödl gelegt.

Material nur aus der Natur

„Ich fing sofort damit an, in der Natur Material zu sammeln“, schwärmt Egon Rödl, der am Goldberg auch einen Schrebergarten besitzt. Aus dem bezieht er meist das Holz für die Häuschen, das von Kiwi-, Apfel, Birnen- und Pflaumenbäumen stammt. Auf seinen Spaziergängen durch Feld und Wald wird jede Wurzel, jedes Stück Holz, jedes bisschen Stroh oder Moos gesammelt, getrocknet, auf Halde gelegt und schließlich verwertet. „Jede Krippe wird anders, ist einmalig“, freut sich Egon Rödl, „denn das vorhandene Material bestimmt meine Phantasie und gibt schließlich den Ausschlag für das Aussehen.“ So ist jedes Modell ein Unikat und in seinem Stil wahrscheinlich einzigartig.

Auch die filigranen Accessoires, mit denen der 70-Jährige die heiligen Ställe ausstattet, sind in Eigenarbeit liebevoll hergestellt: Brunnen mit fließendem Wasser, kleine Bäume und Sträucher, ein Holzbock mit Beil, geschichtetes Feuerholz, kleine Kieselwege und echt wirkende Felsformationen lassen der Phantasie des Betrachters freien Lauf. Außerdem sind in diesem Jahr handgearbeitete alpenländische und moderne Krippenfiguren und auch ganz andere Holzarbeiten zu sehen.

Wer Lust auf mehr hat, kann die Rödls am Samstag und Sonntag, 24. und 25. November 2012, zwischen 11 und 17 Uhr gern einmal in der Hochstraße 45 besuchen und sich die „heiligen Ställe“ ganz aus der Nähe anschauen.