Eilper Grammophon schließt nach 33 Jahren

Eilpe. (AnS) Das erste Bier steht bereits morgens um kurz nach neun auf der Theke. Wo er seinen Frühschoppen in der nächsten Woche genießen wird, weiß der ältere Herr und Stammkunde noch nicht. „Mit Kaffee habe ich es nicht so“, meint er schmunzelnd und spricht vielen Gästen damit aus dem Herzen. Das Grammophon, Kultkneipe an der Eilper Straße, schließt nach 33 Jahren.
1987 übernahm Petra Irle-Flormann die Kneipe, in der sie zuvor vier Jahre lang zunächst mit Jochen Kleine als Besitzer, dann mit Walter Söhnchen – beides Eilper Urgesteine – bediente. Auch Schwester Sabrina Mannu stieg mit ein und machte das Grammophon zum Familienbetrieb.
„Mann, was war hier früher los“, erinnern sich die Beiden gerne an alte Zeiten. Die heutigen Zeiten indes sind schwierig geworden: „Die klassischen Kneipengänger werden weniger, das Raucherschutzgesetz hat sein Übriges getan.“ Nach drei Jahrzehnten wird die Tür am 30. Dezember 2016 endgültig geschlossen sein.
Bis zum Jahreswechsel bleibt aber noch viel Arbeit. Nach der großen Abschiedsparty am Freitag mit Live-Musik müssen am Silvestertag die Räume noch ausgeräumt werden.
„Wir gehen mit einem weinenden Auge“, erklären die Geschwister, die so manche Freundschaften hier geschlossen haben. Was sie danach machen werden, wissen sie ebenso wenig, wie was aus dem Gebäude wird. „Der Hauseigentümer hüllt sich diesbezüglich in Schweigen.“
Fest steht nur, das in Eilpe bei einem weiteren Traditionsgeschäft die Lichter ausgehen.