Ein Container voller Lebensmittel

Boele. (anna) Thomas Gubisch, Containerdienst-Chef aus Boele, hatte im letzten Jahr die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion: Anstelle von oft unnützen Weihnachtsgeschenken sammelte Gubisch im letzten Jahr für die Ärmsten der Armen – und zwar einen Container voller Lebensmittel für die Suppenküche.

Containerdienst-Chef Thomas Gubisch (r.) und Dirk Tiedemann (l.), Inhaber des Tante-Emma-Ladens in der Malmkestraße, wollen auch in diesem Jahr Lebensmittel für die Suppenküche sammeln. Nach dem ersten Spendenaufruf kamen vier Tonnen Essbares zusammen. (Foto: Anna Linne)

Mit ins Boot stiegen sofort Getränke Honsberg und der Inhaber des Tante-Emma-Ladens an der Malmkestraße 1, Dirk Tiedemann. Jeder von ihnen spendete spontan mehrere hundert Euro für Lebensmittel oder Getränke. Gleichzeitig riefen sie die Hagener auf, es ihnen gleich zu tun, so dass ein Container voller Lebensmittel zusammen kam.

Unterstützer gesucht

Diese außergewöhnlich erfolgreiche Spendenaktion möchte Thomas Gubisch auch in diesem Jahr wieder durchführen. Zusammen mit dem wochenkurier sucht er nun jede Menge Spender, die seine Idee unterstützen wollen.

Im letzten Jahr meldeten sich viele Firmen und Privatpersonen bei ihm. Jede einzelne Spende holte Gubisch seinerzeit mit dem Container ab. Kleine Spenden von Einzelpersonen wurden bei Dirk Tiedemann im Tante-Emma-Laden an der Malmkestraße 1 abgegeben. So soll es auch in diesem Jahr wieder gehandhabt werden.

„Der Weg in die ’nicht sichtbare Armut’ oder auf die ’Platte’ kann schnell passieren und jeden von uns treffen“, meint Thomas Gubisch, „Armut ist nicht nur eine Frage des Einkommens, sondern auch eine Mischung aus Abhängigkeit, Isolierung und seelischem Stress. Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf die Suppenküche angewiesen zu sein.“

Bei der offiziellen Übergabe der Lebensmittel staunten die Organisatoren nicht schlecht. Weit über vier Tonnen Lebensmittel luden Thomas Gubisch und seine Leute vor der Suppenküche ab. Jens Haasen vom Vorstand der Suppenküche war begeistert und half, die vielen Spenden in den Räumen der Suppenküche unterzubringen, was nicht einfach zu bewerkstelligen war.

Vier Tonnen Lebensmittel

1500 Dosen, 200 Kilo Kartoffeln, 20 Kilo Kohl und ebenso viele Möhren, 20 Kilo Sellerie, 100 Gurken- und Würstchengläser mussten unterbracht werden. 100 Kilo Mehl, 100 Kilo Zucker und ebenso viele Nudeln, 120 Liter Milch, 36 Pfund Kaffee und Kondensmilch, unzählige Wasserkästen und Pakete mit Puddingpulver, Süßigkeiten und vieles mehr lagerten damals in der Suppenküche und warteten auf Verwertung. „Wir konnten im letzten Jahr sogar Bratenfleisch und Gehacktes dazu kaufen“, freut sich Dirk Tiedemann vom Tante-Emma-Laden.

Für Thomas Gubisch ist klar, dass er diese Aktion, an der sich viele Firmen und Privatpersonen beteiligten, nicht nur wiederholen, sondern das Ergebnis gern toppen möchte. Denn die Armut in Hagen nimmt weiter zu“, weiß Gubisch, es leben immer mehr Menschen in unserer Stadt, die kaum Geld für ein Mittagessen haben.“

Am Freitag, 14. Dezember, sollen die Lebensmittel und andere Produkte offiziell an die Suppenküche übergeben werden. „Wenn sich viele Unternehmer, Lebensmittelgeschäfte und Privatpersonen an diesem Hilfsprojekt beteiligen, werde ich auch mehrmals fahren, um wirklich alles abzuholen,“ verspricht der Container-Chef, bei dem sich alle Spender unter der Telefonnummer 0171- 2163775 melden können.

Suppenküche

Durch die steigende Armut verzeichnet die Suppenküche am Märkischen Ring 101 jedes Jahr mehr Gäste. Im Jahr werden 55.000 bis 60.000 Mittagessen zubereitet, 7.000 Brote portioniert und über 30.000 ,Lunchpakete‘ gefertigt sowie 500 Pakete Kaffee gekauft.

Die Suppenküche benötigt 50.000 Euro jährlich für Lebensmittel, etwa 12.000 Euro für Miete, Energie und Nebenkosten und 14.000 Euro für die vielen Dinge, die zusätzlich erforderlich sind: vom Toilettenpapier bis zu den Versicherungen. Folglich hilft jede Spende, vor allem vor Weihnachten!