Ein Container voller Lebensmittel

Boele. (anna) Thomas Gubisch, Containerdienst-Chef aus Boele, hatte die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion: Anstatt Weihnachtsgeschenke für seine Kunden zu kaufen, die vielleicht keiner gebrauchen kann, will Gubisch in diesem Jahr an die Ärmsten der Armen denken und einen Container voller Lebensmittel für die Suppenküche sammeln. Mit im Boot sind auch die Firmen Elektro Baumeister, Getränke Honsberg und der Inhaber des Tante-Emma-Ladens an der Malmkestraße 1, Dirk Tiedemann. Jeder von ihnen wird mehrere hundert Euro spenden und Lebensmittel oder Getränke für die Suppenküche kaufen.

Containerdienst-Chef (v.l.) Thomas Gubisch möchte zusammen mit Dirk Tiedemann und vielen anderen Spendern Lebensmittel und finanzielle Spenden für die Suppenküche e.V. sammeln. Deren Mitglieder und aktive Helfer - unser Foto zeigt Hans-Jürgen Kolk und Rainer Thümmel - freuen sich über das Engagement. (Foto: Anna Linne)

„Der Weg in die ’nicht sichtbare Armut’ oder auf die ’Platte’ kann schnell passieren und jeden von uns treffen“, meint Thomas Gubisch, „Armut ist nicht nur eine Frage des Einkommens, sondern auch eine Mischung aus Abhängigkeit, Isolierung und seelischem Stress. Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf die Suppenküche angewiesen zu sein.“

Alle Spenden werden abgeholt

Deshalb sucht der Container-Dienst-Chef jede Menge Spender, die seiner Idee noch mehr Substanz verleihen. „Ich werde mit meinem Container jede einzelne Spende abholen“, verspricht Gubisch. „Kleine Spenden von Einzelpersonen können gern im Tante-Emma-Laden an der Malmkestraße 1 abgegeben werden. Ich werde alles sammeln und später mit in den Container geben“, verspricht Dirk Tiedemann, der sich über jede Konservendose für die Suppenküche freut. Allerdings bitten die Initiatoren dieses Hilfsprojekts ausschließlich um haltbare Lebensmittel.

„Spenden wie Hygieneartikel oder Waschpulver können wir gern an Luthers kleinen Waschsalon weiterleiten“, erklärt Hans-Jürgen Kolk, Kassierer beim Suppenküchenverein.

Am 15. Dezember 2011 sollen dann Lebensmittel und andere Produkte offiziell an die Suppenküche übergeben werden. „Wenn sich viele Unternehmer, Lebensmittelgeschäfte und Privatpersonen an diesem Hilfsprojekt beteiligen, werde ich auch mehrmals fahren, um wirklich alles abzuholen,“ verspricht der Container-Chef, beim dem sich alle Spender unter der Telefonnummer 01 71 /  2 16 37 75 melden können.

Suppenküche

„Die Initiative der Suppenküche in Hagen entstand 1996 durch 22 Freiwillige der Ev. Johannisgemeinde, der Luthergemeinde und der Bahnhofsmission Hagen, die den Verein ,Suppenküche Hagen e.V.‘ gründeten“, berichtet Hans-Jürgen Kolk. „Mit Unterstützung des Lionsclubs Hagen-Harkort, der Sparkasse Hagen, der Kreishandwerkerschaft und von Kirchengemeinden konnte im Jahr 2002 die bis dahin behelfsmäßig in einer Wohnung untergebrachte Suppenküche neben dem CVJM zu einer zweckmäßigen und gastfreundlichen Einrichtung umgebaut und erweitert werden.“

Durch die steigende Armut verzeichnet die Suppenküche am Märkischen Ring 101 jedes Jahr mehr Gäste. Im Jahr werden 55.000 bis 60.000 Mittagessen zubereitet, 7.000 Brote portioniert und über 30.000 ‚Lunchpakete‘ gefertigt sowie 500 Pakete Kaffee gekauft.

Die Suppenküche benötigt 50.000 Euro jährlich für Lebensmittel, etwa 12.000 Euro für Miete, Energie und Nebenkosten und 14.000 Euro für die vielen Dinge, die zusätzlich erforderlich sind: vom Toilettenpapier bis zu den Versicherungen. Im Herbst 2005 konnte mit Hilfe einiger Sponsoren ein geeigneter Kleintransporter angeschafft werden, mit dem die Lebensmittelspenden abgeholt werden können.

Große Aufgabe

70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewältigen in fünf Teams ehrenamtlich die große Aufgabe, Hunger zu stillen und Gastfreundschaft zu zeigen. Viermal pro Woche beginnt die Arbeit gegen 8.30 Uhr mit dem Kartoffelschälen, Gemüseputzen und Brotschneiden. Gegen 10 Uhr, zur Kaffeepause, kocht der Eintopf seiner Fertigstellung entgegen. Von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr werden durchschnittlich 200 bis 250 Portionen zu den Gästen getragen. Dann wird aufgeräumt, und ab 14 Uhr ist die Arbeit geschafft. Zwischendurch gibt es Gelegenheit zu manchem guten Wort. Dienstags wird zwischen 8.30 und 11.30 Uhr ein Frühstück serviert.

Am besten lernt man die Arbeit kennen, indem man an einem Vormittag mit den Ehrenamtlichen gemeinsam Essen vorbereitet und serviert. Wer mehr wissen oder spenden will, kann sich unter Telefon 0 23 31 / 2 04 27 27 oder 0 23 31 / 3 44 00 95 bei der Suppenküche melden.