Ein Glas und zwei enge Freunde

Ein Glas vereint zwei Freunde: trotz unterschiedlicher Gesinnung hält die Freundschaft von Klaus Kuhnen und Herbert Dorn seit über 50 Jahren. (Foto: privat)

1963 war es – damals wurde Borussia Dortmund glorreich Deutscher Meister, so wie schon in der Saison 55/56 und auch 56/57 -, da kaufte sich der Hohenlimburger das Glas im Dortmunder Stadion, das ihn fortan an die Erfolge seiner Schwarz-Gelben erinnern sollte. Das gute Stück hat nicht nur die wichtigen Daten aufgedruckt, auch die Spielernamen wurden auf die Oberfläche eingraviert. Mit dabei beim Kauf: Herbert Dorn. Die beiden Hohenlimburger kennen sich seit ihrer Jugendzeit und sind mittlerweile seit über 50 Jahren befreundet. Gemeinsam durchlebten sie die Arbeitswelt als Kollegen, auch heute noch stimmen sie im Gesangsverein so manches Lied an und wandern einmal in der Woche durch Hagens Wälder.

Dass Herbert Dorn seinen Freund bei so manchem Borussenspiel – in den 60er Jahren noch ins Stadion Rote Erde – begleitete, war für ihn keine Selbstverständlichkeit: Der Hohenlimburger ist eingefleischter Schalke-Fan. Und trotzdem: die beiden sind sich einig darüber, dass die Begeisterung für Fußball verbinden sollte, auch wenn sie nicht für den gleichen Verein sympathisieren, statt Aggressionen auszulösen.

Ehrensache für den blau-weißen Herbert Dorn, dass er seinen Freund Klaus auch ins Hohenlimburger Kirchbergstadion begleitete, wo sich der BVB erst kürzlich bei den Zehnern zum Testspiel ein Stelldichein gab. An diesem Tag wurden Erinnerungen aufgefrischt. Und – wie sollte es anders sein – auch das Glas in der Vitrine kam ins Visier, das bisher nur einmal benutzt worden war: Tochter Ilona Kuhnen hatte es als Jugendliche einigen Partygästen vorgestellt und sie erinnert sich nur zu gut an den Ärger, den sie danach mit ihrem Vater hatte. „Gott sei dank hat es keinen Schaden genommen,“ schmunzelt sie über das Gefäß, das Familie und Freunde auch scherzhaft „Klaus‘ Mitgift“ nannten.

Mittlerweile haben sich einige andere Erinnerungsstücke dazugesellt, selbstverständlich in den entsprechenden Vereinsfarben. Aber nach wie vor steht das BVB-Glas im Mittelpunkt, erinnert es doch nicht nur an glorreiche Dortmunder Zeiten, sondern auch an eine wunderbare Freundschaft.