„Ein hartes Stück Arbeit“

Hagen. (ph, 12.05.10) So langsam kommt Phoenix Hagen ein wenig zur Ruhe. Nach der turbulenten Debüt-Saison in der Basketball-Bundesliga steht nun erst einmal Urlaub an. Die Spieler haben sich auf den Weg in die Heimat gemacht. Während die Playoffs der besten acht Teams am Wochenende begonnen haben, wurde von den Phoenix-Verantwortlichen ein erstes Fazit gezogen.

Der Klassenerhalt war das angestrebte Ziel. Und der Klassenerhalt sollte es dann auch werden, wenn es mit Platz 16 auch der berühmte „Ritt auf der Rasierklinge“ war. Das ist auch Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann klar: „Das war ein ganz hartes Stück Arbeit. Es war ja nicht nur, dass wir uns als Aufsteiger an die neue Umgebung gewöhnen mussten. Vor allem das Hallenprojekt in Hohenlimburg hat immens viel Aufmerksamkeit, Zeit und Geld verschlungen.“ Rund 570.000 Euro flossen in den Umbau und den Betrieb des Provisoriums, das ab Oktober wieder von der Ischelandhalle abgelöst wird.

„Wir wollen uns steigern“

Das sieht auch Headcoach Ingo Freyer so, dessen Vertrag bis 2011 läuft: „Wir mussten eine Menge lernen und hatten mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Aber wir haben unsere Ziele erreicht: Nach Platz sechs in der ProA vor zwei Jahren und der Vizemeisterschaft mit dem damit verbundenen Aufstieg 2009 haben wir jetzt den Klassenerhalt in der Beko-BBL geschafft.“ Ganz so lange zittern möchte Freyer in der Saison 2010/2011 aber nicht wieder: „Wir müssen uns schrittweise weiter steigern. Das Ziel muss es sein, im nächsten Jahr einige Spiele mehr zu gewinnen und uns Richtung Mittelfeld zu verbessern.“

Dazu soll auch die Personalpolitik verändert werden. „Wir müssen zuallererst einen starken, erfahrenen Aufbauspieler und einen sehr guten Center verpflichten. Das haben wir vor der abgelaufenen Saison nicht geschafft. Bambale Osby war verletzt, André McGee hatte Probleme mit dem Druck und zu wenig Erfahrung. Zudem waren einige Spieler, die wir gerne gehabt hätten, vor der Saison für uns wirtschaftlich nicht erschwinglich“, so Freyer. Das glaubt auch Oliver Herkelmann: „Wir müssen geduldiger vorgehen. Der Kader muss nicht so früh stehen, wie im Vorjahr.“

Der Geschäftsführer rechnet insgesamt mit Veränderungen für den Spitzensport: „Die Wirtschaftskrise wird sich auswirken. Zudem verlieren einige europäische Länder einen Wettbewerbsvorteil, weil die Steuersätze dort deutlich steigen. Das Paradies ist da abgebrannt.“ Ebenfalls zu Veränderungen kommt es dadurch, dass künftig nur noch sieben „Ausländer“ im Zwölferkader stehen dürfen. „Die deutschen Spieler sind heiß umworben. Und die, die es gibt, werden dadurch teurer“, weiß Oliver Herkelmann.

„Finanzieller Kraftakt“

Bernd Kruel, Zygimantas Jonusas, Quentin Pryor und Aaron Fleetwood haben noch Verträge für die kommende Spielzeit. Nicht mehr für Phoenix Hagen spielen werden Matthias Grothe, der seine Karriere beendet hat, und Michael Jordan. „Es war immer klar, dass Mike nur für den Klassenerhalt geholt wurde“, so Herkelmann. Die Suche nach einem erfahrenen Einser hat derzeit Priorität. „Dort gibt es bereits erste Kandidaten. Wir sondieren den Markt.“

Gespräche gab es auch schon mit Center John Turek, der gehalten werden soll. „Er hat sich sehr wohl gefühlt in Hagen und hat Interesse an einer Rückkehr. Aber das wird Zeit brauchen“, berichtet Oliver Herkelmann. Ähnlich sieht es bei Chase Griffin aus: „Wir würden gerne beide Spieler halten, aber das wird ein finanzieller Kraftakt.“ Auch mit den anderen Spielern stehen demnächst Gespräche an. „Priorität hat aber die Suche nach einem Aufbauspieler, der den Druck und die Liga kennt und die nötige Erfahrung mitbringt. Das hat uns in der letzten Saison gefehlt. Mit der Mannschaft, die wir am Ende hatten, wären sicher einige Siege mehr drin gewesen als mit der der Vorrunde“, resümiert Ingo Freyer.