Ein Teil von diesem Land: Rap-Projekt im Kolleg

Zusammen mit Gandhi Chahine stellten die jungen Geflüchteten des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs in Hagen ein Rap-Projekt auf die Beine

Zusammen mit Gandhi Chahine stellten die jungen Geflüchteten des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs in Hagen ein Rap-Projekt auf die Beine, das am Freitag, 7. Juli, während der Abschlussfeier vor den großen Sommerferien vorgetragen wurde. (Foto: Käthe-Kollwit

Hagen. Einige Schüler des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs stellten zusammen mit Jugendprojektleiter Gandhi Chahine ein Rap-Projekt auf die Beine. Das Ergebnis präsentierten die jungen Geflüchteten bei der Abschlussfeier im Berufskolleg. Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg kooperierte auch mit Germain Bleich und dem Awo-Jugendmigrationsdienst. Über drei Monate schrieben die Jugendlichen der Internationalen Förderklasse an dem Text. In den Texten geht es um die Flucht und das Leben in Deutschland. Er trägt den passenden Titel „Ein Teil von diesem Land.“

Ein Teil von diesem Land
Ihre Erinnerung verarbeiten die Schüler mit folgenden Auszügen:
„Das Leben in Deutschland, wie man mir erzählte, wäre so einfach, weshalb ich es wählte.
Dort lebst du entspannt und kannst alles machen, die Menschen in Almanya sind freundlich und lachen. Vierzig Tage hat die Reise gedauert, Tag und Nacht hat die Gefahr gelauert. Nach tausend Kilometern schmerzten meine Beine, mein Bruder und ich, wir waren ganz alleine. Doch die Hoffnung auf Frieden, gab mir die Kraft, die Schmerzen zu verdrängen, so habe ich es geschafft. Hier leb ich nun in Frieden, finde meinen Frieden nicht, ich lebe ein Leben zwischen Dunkelheit und Licht. Wir sind jetzt hier und wollen ein Teil von diesem Land sein, ohne euch wären wir alle einsam. Das Leben ist ein Nehmen und Geben, gemeinsam werden wir noch vieles erleben.
Entmenschlicht, mit nur einem Wort, du bist der Flüchtling an jedem Ort. Doch der Mensch dahinter bleibt meistens verborgen, wer hört meine Gedanken, wer kennt meine Sorgen?!
Refugees Welcome, das habt ihr gesagt, doch bei der Gleichheit habt ihr versagt.
Nazis, die rufen: Ihr dürft hier nicht rein! Aber ohne den Krieg würde keiner von uns hier sein. Sie sagen, dass wir Frauen keine Meinung haben, und dass uns alle unsere Männer schlagen. Almanya, im ernst, ich muss dich was fragen, seit wann dürfen Frauen in Deutschland was sagen?! Wir sind jetzt hier und wollen ein Teil von diesem Land sein, ohne euch wären wir alle einsam. Das Leben ist ein Nehmen und Geben, gemeinsam werden wir noch vieles erleben.
Ich versuche mich an das Land zu gewöhnen, aber Vorurteile lassen sich nicht versöhnen.
Ich denke an die Zukunft und habe ein Ziel, doch was ich erreichen kann, das ist nicht viel,
denn in diesem Land hör ich oft: Du kannst das nicht! Die Frage ist, wer weiß das besser als ich?!“