Ein unvergessliches Tor für Giovanni Federico

Hagen. (hc) Exakt 36,8 Kilometer sind es von Tür zu Tür zwischen dem Signal-Iduna-Park in Dortmund und der Veltins-Arena auf Schalke. Und wenn am Sonntag, 10. April, Borussia Dortmund auf den FC Schalke 04 trifft, dann heißt es wieder: Derby-Zeit.

Ab 15.30 Uhr geht es „auf“ Schalke zwar wieder „nur“ um Bundesliga-Punkte, doch für die Anhänger beider Clubs bedeutet der Ausgang dieses Spiels bekanntlich viel mehr.
Große Vorfreude bei den Anhängern beider Lager

Kein anderes Duell elektrisiert die Fußball-Fans in Nordrhein-Westfalen so sehr wie das zwischen den beiden Revier-Klubs.

Einmal ein Tor für seinen Herzensklub schießen, das ist der Traum vieler Kinder und Jugendlicher. Und selbst erwachsene Fußball-Fans träumen davon, das Leder in diesem brisanten Spiel in die Maschen zu schießen.

Traum erfüllt

Ein Mann, der sich diesen Traum erfüllen konnte, ist Giovani Federico. Der inzwischen 35-Jährige schnürt immer noch  die Fußballschue für den TuS Ennepetal in der Oberliga. „So weit, wie der Körper noch mitmacht“, sagt er.
Am 10. Februar 2008 allerdings schlug die große Derby-Stunde für den in Hagen geborenen Stürmer. Der BVB-Fan durfte im eigenen Stadion das schwarz-gelbe Trikot überstreifen. Federico, der in Karlsruhe, pikanterweise im blau-weißen Dress, zum Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde, wurde von BVB-Trainer Thomas Doll in die Startformation beordert.
Nachdem Gerald Asamoah die Königsblauen durch einen kapitalen Abwehrfehler der Hausherren in Führung brachte, sorgte Federico für das 1:1.

Unbeschreibliches Gefühl

Aus 16 Meter überwand er den damals noch für Schalke spielenden Nationalkeeper Manuel Neuer in der 21. Minute. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl“, erzählt er von den Emotionen damals. 80.708 Zuschauer, mehrheitlich Anhänger des BVB, jubelten über diesen Treffer. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Federico sich besonders an dieses Spiel erinnert. „Das war ein Erlebnis, das ein Fußballer in seinem ganzen Leben nicht mehr vergisst“, so Federico.
„Aber ich war natürlich auch ein bisschen traurig, dass wir verloren haben“, sagte der Stürmer, der die vollen 90 Minuten auf dem Rasen stand und sich noch gut an die entscheidende Szene erinnern konnte. „Dede rutschte weg und bekam die rote Karte. Wir haben daraufhin kurz vor Schluss noch das 2:3 kassiert.“

Motivation

Eine spezielle Motivation brauchte er für das Derby natürlich nicht. Und so muss weder BVB-Coach Thomas Tuchel noch Schalkes André Breitenreiter die Spieler besonders heiß machen. „Für ein Derby braucht man keine extra Motivation. Man hört und liest jeden Tag davon, wie wichtig das Spiel ist. Jeder weiß, was es bedeutet, in diesem Spiel dabei zu sein.“
Beim Einkaufen oder beim Bäcker wurde er allerdings nicht auf dieses Spiel angesprochen. „Vielleicht haben die Leute mich damals nicht erkannt“, gibt er lachend zu. „Aber das musste auch gar nicht sein. Ich wusste ja worum es geht.“

Daumen drücken

Beim kommenden Derby wird er den alten Kollegen vom BVB wieder die Daumen drücken. Aus dem damaligen Team sind übrigens nur Roman Weidenfeller und Mats Hummels übrig, ansonsten hat sich das Gesicht deutlich gewandelt.

Traditionsmannschaft

Aber die Leidenschaft für den BVB bleibt ungebrochen, deshalb spielt Giovanni Federico auch in der Traditionsmannschaft der Schwarz-Gelben. Egal ob auf dem Rasen oder in der Halle – wenn er das gelbe Trikot mit der Rückennummer 25 überstreift, spielt er mit großer Hingabe für „seinen“ BVB. Denn der Vereinsslogan „echte Liebe“ passt auf den Hagener, der im Derby seinen Traum verwirklichte.