Einbrechern einen Riegel vorschieben

Hagen. (AnS/ME) Osterferien – überall in Hagen gab es in den letzten Tagen unbeaufsichtigte Wohnungen, weil ihre Eigentümer im Urlaub weil(t)en. Eine gute Zeit für Einbrecher! Und die nächsten Ferien sind schon wieder in Sicht.

„Riegel vor! Sicher ist sicherer“ heißt eine landesweite Kampagne der Polizei, die auch die Hagener besser vor Einbrüchen schützen soll. (Foto: C. Leppler)

Wie schon vom wk in seiner Druckausgabe berichtet, hat die Hagener Polizei im März den vierten Schwerpunkteinsatz zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls im Rahmen der landesweiten Kampagne „Riegel vor! Sicher ist sicherer“ abgeschlossen. Schon nach dem ersten Einsatz dieser Art waren viele Hagener Bürgerinnen und Bürger aufmerksam geworden und hatten immer wieder die Nummer des Beratungstelefons der Polizei gewählt. Die wichtigsten Tipps, die man zum Schutz der Wohnung beachten sollte, haben die Polizei und der wochenkurier deshalb heute noch einmal zusammen gefasst.

Ungutes Gefühl

Jeder, der jemals Opfer eines Einbruchs war, weiß vom unguten und belastenden Gefühl, sich unwohl in der eigenen Wohnung zu fühlen. Nicht nur Erinnerungsstücke, die einem unersetzbar am Herzen liegen, oder gar Wertgegenstände fehlen, auch die Psyche spielt eine große Rolle. Riegel vor! Sicher ist sicherer“ heißt deshalb eine landesweite Kampagne der Polizei, damit es gar nicht erst zu einem solchen Verbrechen kommt.

In fast 45.000 Wohnungen wurde landesweit 2010 eingebrochen, dabei entstanden Schäden in Höhe von 138 Millionen Euro. 531 Fälle gab es allein in Hagen, viele Täter kommen tagsüber am helllichten Tag. Immer noch haben die Diebe allzu leichtes Spiel, denn technische Sicherungen scheinen häufig Mangelware zu sein.

Dass man sich vor einem Einbruch schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei. Fast 40 Prozent aller Taten bleiben im Versuch stecken – nicht zuletzt wegen technischer Sicherungen an Türen und Fenstern. Aber auch richtiges Verhalten und aufmerksame Nachbarn können helfen, Einbrüche zu verhindern.

Unattraktiv machen

Häuser und Wohnungen für den Einbrecher unattraktiv machen!“ lautet ein wichtiger Tipp der Polizei. Experten beraten kostenlos und kompetent alle Eigentümer, wie sie ihr Heim – manchmal mit einfachsten Mitteln – besser absichern können. Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Nachrüstprodukten, die es einem Spitzbuben sehr schwer machen, unbemerkt in die vier Wände zu gelangen und möglicherweise großen Schaden anzurichten. Schutzbeschläge und Zusatzschlösser leisten Widerstand und kosten den Dieb beim Aufhebeln viel zu viel Zeit.

Schlösser – und: Nachbarn!

Aber nicht nur zusätzliche Tür- und Fensterschlösser sorgen für die nötige Sicherheit, auch eine gute Nachbarschaft, die aufmerksam und wachsam ist. Die sich beispielsweise Autokennzeichen von verdächtigen Fahrzeugen aufschreibt oder auch in Abwesenheit den Briefkasten des anderen im Blick hat. Die Botschaften der Polizei hierzu lauten: Du bist auch für dein Wohlbefinden verantwortlich.“ Auf der anderen Seite freuen sich die Polizeibeamten über jeden Hinweis des Bürgers, der wichtig und ernst genommen wird. Lieber einmal zu viel bei uns anrufen, als einmal zu wenig“, ist hier das Motto.

Keinen Helden spielen!

Die neuesten Taten allerdings erschrecken auch die Polizei. Ob der Bewohner anwesend ist oder nicht, die Einbrecher kommen maskiert, meist nachts ins Haus. Hier rät die Polizei, auf keinen Fall den Helden zu spielen, sondern Krach zu machen, um den oder die Täter zu vertreiben. Meist suchen sie dann tatsächlich schleunigst das Weite.

Einbrecher kommen oft tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist – zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend, bei einsetzender Dämmerung, an Wochenenden. Und natürlich in der Ferienzeit. Leider erleichtert ihnen die Sorglosigkeit mancher Bewohner vielfach die Tat: Da wird die Wohnungs- oder Haustür nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen, da kommt der Schlüssel in ein Blumenkasten-Versteck“, da bleiben gut erreichbare Fenster oder Terrassentüren in Kippstellung offen. Eine Einladung für jeden Einbrecher, der leichte Beute wittert. Und das auch in den oberen Stockwerken: Viele Diebe sind wahre Kletterkünstler, Leitern, die achtlos im Garten herumliegen oder auch Rankgerüste nutzen sie gern. Zusätzlich sollten Kellerlichtschächte mit gut verankerten Gittern gesichert werden.

Rolläden sollten nur nachts heruntergelassen werden, sonst entsteht tagsüber der Eindruck, die Bewohner seien nicht da. Wertgegenstände sollten markiert und fotografiert werden, Wertvolles grundsätzlich im Tresor oder Schließfach aufbewahrt werden.

Terminabsprache

Die Hagener Polizei ist davon überzeugt, dass sie nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern den Tätern einen „Riegel vorschieben kann“ und ruft noch einmal eindringlich dazu auf, die Info-Angebote des Kriminalkommissariates Vorbeugung/ Opferschutz anzunehmen. Die Polizei der Volmestadt gibt unter den Telefonnummern 0 23 31 / 9 86-15 28 und 9 86-15 30 weitere Ratschläge und berät nach Terminabsprache auch vor Ort.