Eine Mutter fürs Eilper Tor

Eilpe. (ME) Das Gesicht Oberhagens wurde um 1910 – also vor hundert Jahren – gewaltig verändert. Nachdem der Volmetalbahn-Tunnel durch den Goldberg getrieben worden war, entstand an der Hoch-/Ecke Jägerstraße ein neuer Bahnhof und entlang der Jägerstraße ein mehrere Meter hoher Bahndamm samt Bruchsteinmauer. Dieser Bahndamm findet bis heute seine Fortsetzung in einer markanten, weithin bekannten Brücke an der Eilper Straße, vom Volksmund „Eilper Tor“ genannt.

In Kürze findet die Stadtumbau-Maßnahme „Eilper Tor“ ihren Abschluss: Mit der Inbetriebnahme einer markanten Ausleuchtung an der Bahnunterführung sollen die düsteren Zeiten für Fußgänger in diesem ehemaligen Angstraum vorbei sein. Obendrein komplettiert eine bereits aufgestellte Stahlmutter-Skulptur, ein Kunstwerk von Uwe Will, die Aufwertung dieses einstigen Schandflecks. (Foto: Michael Eckhoff)

Ältere Eilper können sich noch gut erinnern, dass es unter der Brücke bis in die 1960er Jahre hinein eine stinkende Bedürfnisanstalt gab. Und an der Ecke zur Jägerstraße befand sich ein klitzekleiner Kiosk, geführt von einem Kriegsversehrten, der hier Süßigkeiten und Zigaretten verkaufte. Wann der Kiosk geschlossen wurde, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Jedenfalls stellte seine Ruine in den letzten Jahren einen Schandfleck dar. Doch mittlerweile ist der Kiosk abgerissen und diese Ecke nahezu im originalen Zustand wieder hergestellt. Auch die Reste der Toilettenanlage sind verschwunden.

Aufwertung und Sanierung

Seit 2008 folgte „Zug und Zug“ die Verschönerung des historischen Brückenbauwerks. Sprich: Es wurde von der Deutschen Bahn saniert. Hierzu gehört die Bergung und Wiederherstellung des teilweise zerstörten Jugendstil-Aufsatzelementes für einen der vier Brückenpfeiler. Die Natursteinverblendung des Brückenwiderlagers wurde gesäubert und die Untersicht der Stahlkonstruktion erhielt einen Korrosionsschutz und einen neuen Anstrich, um dem Brückenbauwerk sein Original-Erscheinungsbild zurückzugeben. „Auch der desolate Zustand des öffentlichen Straßenraumes ist mittlerweile aufgewertet, eines der Ziele der Stadt Hagen im Rahmen des Stadtumbaus West“, freut sich Gerald Schäfer, Quartiersmanager für das Stadtumbaugebiet Oberhagen/Eilpe.

Jetzt findet die Stadtumbau-Maßnahme „Eilper Tor“ durch ein weiteres Highlight ihren Abschluss: Mit der Inbetriebnahme einer markanten Ausleuchtung (Lichtspuren) an der Bahnunterführung Eilper Straße am 23. Februar 2012, 18.30 Uhr, sollen die düsteren Zeiten für Fußgänger in diesem ehemaligen Angstraum vorbei sein. Obendrein komplettiert eine bereits aufgestellte Stahlmutter-Skulptur, ein Kunstwerk von Uwe Will, die Aufwertung der Bahnunterführung. Die Skulptur stellt die symbolische Beziehung zum Oberhagener Industriegebiet her, das zu den ältesten in der Region gehört.

Unterstützung

Ein solches Projekt kann heutzutage in Hagen nur mit Fördermitteln und durch Kooperation und private Initiative und Unterstützung gelingen:

  • Die A & H Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft übernahm zum Auftakt der Maßnahme unentgeltlich den Abriss der ehemaligen Toilettenanlage.
  • Aufgrund der Nothaushaltssituation Hagens sprach der Quartiersmanager potentielle Spender zur Übernahme des städtischen Eigenanteils für die Beleuchtungsmaßnahme und künstlerische Gestaltung an – die Firma F. W. Tucht jr., die Stahlwarenfabrik R. Rafflenbeul sowie die Märkische Bank fanden sich zur Unterstützung bereit.
  • Die Firma Wilke GmbH Spaltbetriebe, die im zeitlichen Verlauf der Maßnahme auch die Grundstücksteilfläche der ehemaligen Toilettenanlage von der Bahn erwarb, zeigte sich interessiert und kooperationsbereit. Im Rahmen einer Vereinbarung mit der Stadt übernimmt sie die Pflege der gestalteten Fläche um die Skulptur und deren Ausleuchtung.
  • Die Werbefirma Ströer/ DSM erklärte sich bereit, die Folgekosten für die Ausleuchtung der Fußgängerbereiche zu tragen.
  • Für ihr besonderes Engagement bei der Umsetzung bedankt sich das Quartiersmanagement insbesondere beim Künstler Uwe Will, bei Bauleiter Oliver Hoppe (Büro Schenten & Partner) und bei Ex-Bezirksbürgermeister Ferdi Wölm.