Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder…

Hagen. (NO, 17.04.10) War doch schön damals: gemeinsam die Natur erleben, wandern, zelten, singen am Lagerfeuer – und natürlich jeden Tag eine gute Tat…

Nach der Wiederbelebung der Georgspfadfinder an St. Josef in Altenhagen vor vier Jahren haben auch die Altpfadfinder ihre Wiederauferstehung gefeiert. Die „Veteranen““ im Alter von 60 bis 75 Jahren treffen sich regelmäßig – und stellen jetzt ihre erste CD vor.

Von 1956 bis 1962 war Hannes Wittling bei den Georgspfadfindern – und erinnert sich auch heute noch gern an diese Zeit. Im Wissen, dass es früheren Mitstreitern ebenso ging, trommelte er die Gefährtinnen und Gefährten von damals zusammen und organisierte 2006 ein Treffen. Rund 80 Ehemalige kamen darauf erstmals wieder im Gemeindehaus St. Josef zusammen.

Früher religiöser

Mittlerweile trifft sich ein harter Kern von 15 Altpfadfinderinnen und -pfadfindern zu besondern Anlässen. Hannes Wittling: „Wir haben an Veranstaltungen der Pfadfinder des Erzbistums Paderborn teilgenommen, mit den jungen Leuten zu Weihnachten das Friedenslicht aus Bethlehem verteilt und mit ihnen auch das Pfadfinderversprechen wiederholt!“ Feierlich übrigens – auf einer Wiese bei Sonnenaufgang.

Ganz anders sei diese Zeremonie früher gewesen, viel religiöser und formeller mit starken Bezügen auf Kirche und Staat. „Heute hingegen können Jungs und Mädels ihr Versprechen selber erarbeiten.“ Früher gab‘s auch noch Dienstgrade wie Kornett oder Feldmeister. Diese militärisch anmutenden Bezeichnungen gehören ebenfalls der Vergangenheit an.

Was aber auch nach 103 Jahren Gültigkeit hat, sind die Grundsätze der vom britischen Kavallerieoffizier Robert S.M. Baden-Powell ins Leben gerufenen, weltweiten Pfadfinderbewegung: ritterlich und ehrlich zu handeln, anderen Menschen Freund zu sein, Hilfsbedürftige und Schwache zu unterstützen und die Umwelt zu schützen.

Alte Lieder

Besonders das gemeinsame Singen hat den „Altpfadfindern“ immer viel Freude gemacht. „Auch ein Grund, warum wir uns von Neuem zusammengefunden haben“, erklärt Hannes Wittling. So erklangen bei Treffen nach langer Zeit wieder alte Lieder wie „Das Lilienbanner weht“, „Und endlich trocknet der Landstraße Saum“, „Ich zieh‘ meine Straße…“ oder „Es brennt vor uns die Flamme“. Liedgut dieser Art erklingt mittlerweile als Extra-Überraschung bei so manchem runden Geburtstag des Kreises.

Nicht nur akustisch lebt die alte Pfadfinderherrlichkeit auf: So mancher Veteran begann nach 50 Jahren wieder mit dem Gitarrenspiel und Teile der alten Kluft kamen ans Tageslicht. Ein neues Pfadfinderhalstuch gereicht den Altpfadfindern ohnehin bereits wieder zur Zier.

CD eingespielt

Die jung gebliebenen „Georgsritter“ von St. Josef können darüber hinaus auf ein weiteres Zeugnis fruchtbaren Neubeginns verweisen. Die „Alten“ singen nicht nur wieder, sie haben sogar eine professionelle CD eingespielt – mit 22 ihrer schönsten Pfadfinderlieder.

Die Silberscheibe wird beim dritten großen Treffen der Altpfadfinder am 23. April, dem Tag des Pfadfinder-Schutzpatrons St. Georg, im Gemeindesaal der Altenhagener Pfarrgemeinde St. Josef, Schmale Straße, vorgestellt und kann dort auch erworben werden.

Gleich zu Beginn des Treffens ab 17 Uhr wird zudem im Schatten ein Pfadfinder-“Stammbaum“ gepflanzt. Hannes Wittling optimistisch: „Er soll die Ideen unserer Bewegung mit in die Zukunft tragen!“