Eintracht Hagen für Aufstiegsrunde qualifiziert

Hagen. (Red.) Mit einem berauschenden Erfolg gegen den direkten Verfolger Longericher SC hat Handball-Drittligist VfL Eintracht Hagen sein Minimalziel erreicht und die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gebucht. Die „Runde“ steht am 13. Mai in der heimischen Arena am Ischeland auf der Agenda.

Mahncke: 28 Paraden
Die Grün-Gelben zeigten mit ihrer Leistung die perfekte Reaktion auf die Kritik, die nach der schwachen Vorstellung gegen den Leichlinger TV auf sie einprasselte. Allen voran Torhüter Tobias Mahncke, der aus einer geschlossen hervorragenden Leistung mit sagenhaften 28 Paraden herausragte.
„Die ganze Mannschaft hat hervorragend gearbeitet, das war heute ein Zeichen“, gab der gewohnt zurückhaltende Mahncke das Lob an seine Vorderleute weiter.
Die Siegesformel war für den Schlussmann einfach: „Wir haben heute einfach ein paar Prozent mehr in die Waagschale geworfen. Warum das in den Vorwochen nicht immer geklappt hat, kann ich mir nicht erklären, aber man hat es heute ja ganz klar gesehen, dass Jeder für Jeden gekämpft hat.“
Von der ersten Sekunde an gingen die Hausherren in der Defensive aggressiv zu Werke und kauften den Gästen schnell den Schneid ab – nur drei Treffer von Spielmacher und Torjäger Benjamin Richter dienen als exemplarischer Beleg der hervorragenden Arbeit der Hintermannschaft.
Nie in Rückstand
Nicht einmal lag die Pfannenschmidt-Sieben hinten, leistete sich in der Auftaktphase gar den Lapsus, die eine oder andere dicke Chance auszulassen, so dass es nach vier Minuten „nur“ 2:0 hieß. Bis zum 11:9 (24. Minute) gelang es den Gästen aus Köln immer wieder, den Vorsprung auf zwei Treffer zu reduzieren, ehe einer der gefürchteten Gewaltwürfe von Sebastian Schneider sein Ziel erreichte.
Nach dem Seitenwechsel gab es dann kein Halten mehr, immer wieder trieb sich das Team nach vorn, setzte sich Minute für Minute weiter ab – und erhielt bereits in der 42. Minute stehende Ovationen der 1200 Besucher, die ihre Farben konstant nach vorne peitschten. Am Ende stand ein echter Kantersieg auf der Anzeigentafel, der aber nur der erste Schritt in Richtung Rückkehr in die 2. Bundesliga sein soll.
Trainerstimme
„Erst einmal möchte und muss ich mich beim Publikum bedanken. Das war eine richtig tolle Unterstützung. Das hat uns wirklich sehr geholfen“, unterstrich Pfannenschmidt nach dem Schlusspfiff angesichts der frenetischen Unterstützung. „Das war eine gute Reaktion der Mannschaft, nach all dem, dass da auf uns eingeprasselt ist. Die Woche war sehr intensiv. Wir haben von Anfang an Gas gegeben, hatten die ersten drei Gelben Karten nach zwei Angriffen weg, so viele hatten wir im gesamten vorigen Spiel nicht. So wollten wir auftreten, so sollte es sein, und so haben wir die Zuschauer mitgenommen. So war es auch möglich einige Schwächen in der Offensive zu kaschieren“, analysierte der Trainer anschließend hinsichtlich der Leistung seiner Farben, ehe er mahnend den Zeigefinger hob: „Das müssen wir nun aber auch in der Aufstiegsrunde abrufen.“
Kraus feierte Comeback
Ebenfalls sehr emotional reagierten die Fans bei der Einwechslung von Urgestein Marius Kraus, der bereits seit der B-Jugend für die Eintracht aufläuft. Der Rechtsaußen, der nach der vergangenen Spielzeit kürzer treten wollte und fortan in der Reserve auflief, feierte bekanntlich aufgrund der Verletzung von Dragan Tubic gegen die Ahlener SG seine Rückkehr in die „Erste“ und überzeugte gleich mit einer starken Leistung.
Als er in der 49. Minute seinen ersten Saisontreffer verwandelte, ließ auch er sich zu einem überschwänglichen Jubel hinreißen, ehe er schnell zwei Treffer zu einem lupenreinen Hattrick nachlegte.
Fairer Verlierer
Als fairer Verlierer präsentierte sich Longerichs Trainer Christian Stark. „Zunächst einmal möchte ich zu dem sehr, sehr verdienten Sieg gratulieren. In der Höhe war das Ergebnis für uns ärgerlich, was aber nichts an dem verdienten Sieger ändert“, resümierte Stark, ehe er das Publikum mit einer augenzwinkernden Aussage zum Schmunzeln brachte: „Auch aus so einem Spiel können wir unsere Lehren ziehen, wenn wir in der kommenden Spielzeit in der 3. Liga antreten – ihr hoffentlich nicht mehr.“