Emil Schumachers „Orte der Geborgenheit“

Dr. Ulrich Schumacher betrachtet eine Kohlezeichnung

Dr. Ulrich Schumacher betrachtet eine Kohlezeichnung, die sein Vater in seiner frühen Schaffenszeit von ihm angefertigt hat. (Foto: Christina Schröer)

Hagen. (cs) Eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Orte der Geborgenheit“ eröffnet am Sonntag, 5. März, im Emil-Schumacher-Museum , Museumsplatz 1.

Sehnsucht nach Geborgenheit
Das Thema Flucht und die Sehnsucht nach Geborgenheit standen wohl selten so weit oben auf der Agenda wie heutzutage. Millionen Menschen müssen ihr geliebtes Zuhause verlassen und suchen Schutz in der Ferne.
Emil Schumacher ist 1912 geboren, war also erst zwei Jahre alt, als der erste Weltkrieg begann und gehörte somit einer Generation an, die ebenfalls wusste, was es bedeutet, auf Rückzug und Geborgenheit verzichten zu müssen.
Hauptmotiv Haus
Rouven Lotz, wissenschaftlicher Leiter des Schumacher-Museums, erklärt: „Hauptmotiv der Ausstellung ist das Haus als Ort der Geborgenheit. Dies gilt sowohl für Kinder als auch für alte Menschen.“
So zieht sich das Motiv durch die Schaffensphasen Emil Schumachers, dessen erste Werke der neuen Ausstellung aus dem Jahre 1938 stammen, noch sieben Jahre vor der Zeit, die eigentlich den Beginn der „Frühwerk“-Phase Schumachers markiert.
Das Symbol des Hauses zieht sich wie ein roter Faden durch die rund 70 Werke, von denen lediglich zehn bereits zuvor ausgestellt wurden.
Die jüngsten Werke, die im Zuge der „Orte der Geborgenheit“ die Haussymbolik zeigen, stammen aus den späten 1980er Jahren.
Heimatverbundenheit
Die Faszination der Ausstellung liegt darin, dass Emil Schumacher immer wieder seine Hagener Heimat in den Fokus rückt. Zunächst noch detailreich, wie in einem Aquarell aus dem Jahre 1946, das den Blick auf die Bleichstraße in Wehringhausen darstellen soll. In den sogenannten Spätwerken Schumachers, die eher an den expressionistischen Stil erinnern, wiederholt sich dieses Motiv, und das Wehringhausen der 80er findet oftmals Platz in seinen Werken.
Sohn oftmals Modell
Neben dem Motiv des Hauses findet sich Dr. Ulrich Schumacher häufig in den frühen Gemälden seines berühmten Vaters wieder: „Mein Vater hat immer gern und oft gezeichnet, da musste ich häufig als Modell herhalten und still sitzen,“ beschreibt er seine Kindheitserinnerungen. „Für mich war das damals kein großer Spaß.“ Umso schöner ist es, Ulrich Schumacher heute dabei zuzuhören, wie er sich an die einzelnen Situationen erinnert, in denen er von seinem Vater porträtiert wurde. „Ins Atelier selbst durfte jedoch nur meine Mutter herein.“
Ausstellungszeitraum
Ab Sonntag, 5. März, kann die Sonderausstellung bis zum 28. Mai während der Öffnungszeiten des Emil-Schumacher-Museums besucht werden.