Engagement beeindruckt OB

Hagen. (saz) Der Andrang im Arcadeon zur Bürgerinformation zum Thema Flüchtlingsunterkunft in Halden war am vergangenen Dienstag groß. Zu groß für den mit 200 Stühlen ausgestatteten Veranstaltungsraum. Aus Brandschutzgründen mussten viele Anwohner wieder nach Hause geschickt werden. Ebenfalls mit hohen Zahlen schlug ein Facebook-Post der Hagener Polizei zu Buche, der oft geteilt und viel diskutiert wurde. In kleinerer Runde empfing Oberbürgermeister Erik O. Schulz den türkischen Generalkonsul.

Großer Ansturm

Weit mehr als die für den Veranstaltungsraum aus brandschutztechnischen Gründen zugelassenen 200 Personen wollten an der Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema neue Flüchtlingsunterkunft in Halden teilnehmen. Viele Haldener mussten deshalb wieder nach Hause geschickt werden. „Deswegen werden wir, wie bereits angekündigt, einen zweiten Termin anbieten und stehen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch für weitere Gespräche zur Verfügung“, verspricht Schulz. Der zweite Termin findet am Mittwoch, 28. Oktober 2015, um 19 Uhr in der Ev.-Luth. Friedenskirche, Berchumer Straße 66, statt.

„Bei allem verständlichen Frust“, sagt Schulz, „habe ich es als sehr positiv empfunden, dass die Haldener deutlich gemacht haben, dass sie sich nicht verunsichern lassen von ausländerfeindlichen Flugblättern, die natürlich keinen Absender nennen. Sondern dass sie im Gegenteil mit vielen Äußerungen ein beeindruckendes Zeichen gegen rechte Pamphlete gesetzt haben.“ Auch die vielen praktischen Angebote der Bürger, mit Sachspenden und persönlichem Engagement die Flüchtlinge zu unterstützen, haben Hagens OB beeindruckt.

Großes Interesse

Bis gestern Morgen wurde ein Facebook-Post der Hagener Polizei bereits über 136.500 Mal mit „Gefällt mir“ markiert, über 242.000 Mal geteilt und von mehr als 4.300 Facebook-Nutzern kommentiert. Bereits kurz nach Veröffentlichung hatte die Polizei bereits über sieben Millionen Menschen erreicht. „Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten. Danke!“ – So lautet die aktuelle Botschaft der Pressestelle der Polizei Hagen, welche die Beamten auf der behördeneigenen Facebook-Seite veröffentlichten.

Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten! – Auch Ihre Kinder haben…

Posted by Polizei NRW Hagen on Dienstag, 13. Oktober 2015

 

Das Posting hat einen ernsten Hintergrund: „Viele Eltern posten unbedarft Bilder von ihren Kindern in sozialen Netzwerken im Internet. Zumeist werden diese auch nicht nur mit den ’Freunden’ geteilt, sondern öffentlich und für alle sichtbar. Jeder, der die Fotos betrachten kann, kann diese auch auf seinem Computer speichern und weiterveröffentlichen. Was die Eltern heute noch ’süß’ finden, kann für das eigene Kind aber in einigen Jahren sehr peinlich werden. Insbesondere dann, wenn es damit von Schulkameraden gemobbt wird. Das nackt am Strand spielende Kind von heute muss sich vielleicht morgen schon gegen andere behaupten. Noch schlimmer ist es, wenn pädophil veranlagte Menschen sich solcher Fotos bedienen und sie für ihre Zwecke nutzen bzw. an anderer Stelle veröffentlichen.“

Die Polizei Hagen rät eindringlich dazu, Bilder von den eigenen Kindern nicht in sozialen Netzwerken im Internet zu veröffentlichen bzw. die Privatsphäre-Einstellungen entsprechend anzupassen.

Kleiner Kreis

Für weniger Diskussionsstoff in der Öffentlichkeit sorgte der Besuch von Mustafa Kemal Basa beim Hagener Oberbürgermeister. Im kleinen Kreis empfing Erik O. Schulz den neuen Leiter des türkischen Generalkonsulats in Essen in der vergangenen Woche zu seinem Antrittsbesuch im Rathaus an der Volme.

Das türkische Generalkonsulat in Essen ist für den Regierungsbezirk Arnsberg, die Stadt Essen sowie die Stadt Mülheim zuständig und betreut somit rund 270.000 Bürger. Aufgaben des Konsulats sind neben konsularischen Angelegenheiten auch die Unterstützung der türkischen Mitbürger hinsichtlich Bildung, Kultur und sozialer Belange. Während des Gesprächs im Rathaus tauschten sich Oberbürgermeister Schulz und Generalkonsul Basa besonders über berufliche Perspektiven für junge Migranten aus und vereinbarten eine enge Abstimmung zwischen städtischen und konsularischen Aktivitäten in dieser Hinsicht.