Engel für Flüchtlinge

Hagen. (san/ME) Hagens Realschüler standen – abgesehen von den Flüchtlingen – in dieser Woche im Fokus. Einige Realschüler glänzten mit einer lobenswerten Aktion, andere bangen um ihre schulische Existenz.

Die Schüleraktion „Schutzengel für Flüchtlinge – zeige dein Gesicht!“ übertraf alle Erwartungen. Begleitet von drei großen Schutzengeln und ausgestattet mit den Spendendosen der Caritas machten sich die Schüler der Realschule Emst auf den Weg zum Weihnachtsmarkt. Dort wurde sogar die Hagener Politikerprominenz auf den Stand der Realschule aufmerksam:

Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der die Schirmherrschaft über das Schülerprojekt übernommen hat, war ebenso bereit, Schutzengel für die Aktion zu werden wie Bürgermeister Dr. Fischer. Bei ihrem Gang über den Weihnachtsmarkt entdeckten sie wie zahlreiche Weihnachtsmarktbesucher den Stand der Schüler und ließen gerne gegen eine Spende ihr Passfoto als Gesicht eines Schutzengels für Flüchtlinge zurück.

„Bei so viel Engagement sind auch wir gerne bereit, den Jugendlichen die Umsetzung ihrer Aktion zu ermöglichen!“ sagt Kunstlehrerin Andrea Börger von der Realschule Emst. Lehrerin Johanna Feldhaus kann das für die Iserlohner Realschule, die als Partnerschule beteiligt ist, nur bestätigen.

Bleibt Haspes Realschule?

Ob es auch in Haspe zukünftig derartige Aktionen von Realschülern geben wird, zeigt sich ab dieser Woche: Denn Eltern sollen mitentscheiden, ob im Hagener Westen eine Sekundarschule eingerichtet wird oder die Realschule weiterläuft. Dazu wurden nun Fragebögen verschickt.

Eltern von Zweit- und Drittklässlern sollen darin grundsätzlich entscheiden, ob Interesse an einer Sekundarschule besteht. Mit einem anderen Fragebogen sollen Eltern von Viertklässlern bekunden, ob sie ihre Kinder an der Realschule Haspe oder einer anderen Schule anmelden wollen. Die Auswertung der Abfrage soll bis Ende Januar erfolgt sein, der Stadtrat muss schließlich darüber entscheiden.

Gewalt gegen Flüchtlinge

„Flüchtlinge“ ist zum Wort des Jahres 2015 gekürt worden. „Es ist stark im deutschen Wortschatz verankert und steht für das zentrale Thema dieses Jahres,“ begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden die Entscheidung. Das Thema Flüchtlinge steht auch im Mittelpunkt eines offenen Briefes der heimischen Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf (Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion). Darin bezieht sie Stellung zu den vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Zahlen zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte:

„Mehr als 800 Mal wurden Flüchtlingsunterkünfte dieses Jahr attackiert. Viermal so häufig wie im Jahr 2014. Aber nicht nur Flüchtlingsheime werden angegriffen, auch Angriffe und Anfeindungen auf Muslime und Einwanderer nehmen zu. Sie werden auf offener Straße als IS-Anhänger beschimpft, angefeindet, bespuckt und sogar angegriffen. Dabei nimmt die Hemmschwelle immer weiter ab. Der Terror hat dann gewonnen, wenn Hass unsere Gesellschaft spaltet und unbehelligte Bürger dieses Landes zur Zielscheibe werden. Ich bekomme vermehrt Zuschriften von Muslimen, die schildern, dass sie Angst haben, ihre Kinder allein nachts auf die Straße zu schicken, weil sie arabisch aussehen.

Wir müssen als Zivilgesellschaft Courage zeigen und dürfen Betroffene nicht allein lassen. Wir müssen alle Mittel des Rechtsstaates nutzen und Anzeige erstatten. Schulen müssen aber auch stärker über Terrorismus aufklären. Mittlerweile gibt es viele junge muslimische Initiativen, die sich in Schulen engagieren. Sie sind wichtige Partner.“

Fahrerseite eingedrückt

Eine Autofahrerin hatte ihren BMW Mini am Dienstag auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes an der Eilper Straße gegen 13.15 Uhr nur kurz verlassen, um einzukaufen. Als sie gegen 13.50 Uhr zu ihrem Auto zurückkehrte, war die Fahrerseite auf einer Länge von rund 70 cm eingedrückt und zerkratzt. Die Polizei fragt nun, ob jemand den Unfall beobachtet hat – Zeugenhinweise werden unter Tel. 02331/ 986-2066 erbeten.