Er entertaint sie immer noch: Robbie Williams live und hautnah

[1/2] „Heavy Entertainment“ bot Robbie Williams mit seinem überdimensionalen Boxring den Zuschauern seiner Show in Düsseldorf. Noch bis zum 10. September ist der Sänger auf Tour. (Foto: Lara Zeitel) [2/2] Mit Fan-Girl Stefanie im Arm gab Superstar Robbie

[1/2] „Heavy Entertainment“ bot Robbie Williams mit seinem überdimensionalen Boxring den Zuschauern seiner Show in Düsseldorf. Noch bis zum 10. September ist der Sänger auf Tour. (Foto: Lara Zeitel) [2/2] Mit Fan-Girl Stefanie im Arm gab Superstar Robbie

Hagen/Düsseldorf. Er macht sie immer noch verrückt. „Am I still your son, Germany?“ („Bin ich immer noch euer Sohn, Deutschland?“), fragt er und ­grinst, bevor sein Song „Strong“ die Menge in der Esprit-Arena in Düsseldorf zum Mitsingen bewegt. ­Robbie Williams, der sich selbst als geborener Entertai­ner bezeichnet, hat am Abend des 28. Juni seinen Weg in die Stadt am Rhein gefunden.
„I am Robbie fuckin‘ Williams and for the next two hours your ass is mine“ (Mein Name ist Robbie Williams und für die nächsten zwei Stunden gehört euer Arsch mir), ­eröffnet der Brite, der für seinen ­derben Humor bekannt ist, seine Show. Und macht dabei dem Tour-Titel alle Ehre: denn der Begriff „Heavy Entertainment“ passt an diesem Abend in vielerlei Hinsicht zum Programm des 42-Jährigen.
Robbie hautnah und zum Anfassen
„Robbie hautnah erleben“ steht für Superstar Williams scheinbar ebenso an oberster Stelle. Wer ihn kennt, weiß, dass der Sänger für die anzüglichen Showeinlagen mit seinen Fans berühmt-berüchtigt ist. So wundert es die wenigsten, als Robbie von seinem Auftaktkonzert in Dresden erzählt und davon, die Brüste eines weiblichen Fans signiert zu haben.
Kurz darauf wittert ein weiteres Fan-Girl ihre Chance. „Are you sure you want me to sign your tits?“, fragt der Superstar schelmisch. Und wie „sure“ sich die Dame in der vorderen Reihe ist. So wird auch an diesem Abend à la Williams-Manier ein Autogramm auf blanke Haut geschrieben.
Zeit für Familie
Doch die Zeit des Rüpels scheint gemeinhin weit entfernt von dem Mann, der dort oben auf der Bühne seine großen Hits zum besten gibt. Zu „Something Stupid“ holt er eine junge Düsseldorferin auf die Bühne. Statt typischer ­Robbie-Manier witzelt der Entertainer eher kumpelhaft mit ihr rum, während sie eine Art Schweinemaske trägt. Neben Slapstickeinlagen wie dieser erzählt er vor allem von seiner Frau, seinem Sohn Charlie, dem er den Song „Motherfucker“ gewidmet hat. Und von seiner Tochter. Für sie singt er an diesem Abend „Go gentle“.
Ein echter Familienmensch ist er geworden. Als auch noch sein Vater Peter die Bühne betritt, scheint das Bild einer ganz normalen kleinen Familie komplett. Gemeinsam schmettern Vater und Sohn auf dem Sofa sitzend „Sweet Caroline“, während sich die Fans vor Rührung kaum mehr halten können und bei jedem „oh oh oh“ mit einstimmen. Die Zeiten eines unnahbaren, orientierungslosen Superstars scheinen längst der Vergangenheit anzugehören.
Magische Momente
Der Mann, der sein Glück nicht nur musikalisch gefunden hat, singt davon, endlich stark zu sein. Die Kulisse zeigt „Heavy Entertainment“, Tänzerinnen in Box-Outfits tanzen um ihn herum. Ein Hauch von Nostalgie liegt in der Luft, als er kurz vor Ende seine Ballade „Angels“ anstimmt. Plötzlich ist die Halle in ein Meer aus tausend Lichtern getaucht, während die Menge lautstark mitsingt. Der Zauber des legendären Robbie Williams wirkt an diesem Abend noch lange über die knapp anderthalb Stunden hinaus.
Nach „I did it my way“ blickt ein staunender Entertainer in die Gesichter seiner euphorischen Anhänger. Scheinbar überwältigt verlässt er schweigend die Bühne und lässt seine Zuschauer mit dem Zauber und der Magie einer ganz besonderen Show zurück.– Von Lara Zeitel