Er kam, sah – und saß im Wahlkampf: Der Hagener CDU-Geschäftsführer Marc Meierkord

Marc Meierkord ist seit sechs Monaten Geschäftsführer der Hagener CDU. Er kam – und auf ihn warteten zwei wichtige Wahlkämpfe. (Foto: Andrea Schneider)

Marc Meierkord ist seit sechs Monaten Geschäftsführer der Hagener CDU. Er kam – und auf ihn warteten zwei wichtige Wahlkämpfe. (Foto: Andrea Schneider)

Hagen. (as) Bis vor kurzem war Hagen für ihn ein Fleck auf der Landkarte. Gut, von der Fernuni hatte er schon mal gehört. Aber ansonsten? Terra incog­nita, ein unentdecktes Land. Jetzt aber lebt er hier.
Seit fast genau sechs Monaten ist Marc Meierkord Geschäftsführer der CDU Hagen. Seine neue Stelle trat er am 1. Februar an. Viel Zeit, sich mit der neuen Stadt vertraut zu machen, hatte der Mann, der vor wenigen Tagen 27 Jahre alt geworden ist, nicht. Er kam, sah – und plumpste in den Landtagswahlkampf.
Weiter ging‘s mit dem Ausnahmezustand. „Am Wochenende nach der Landtagswahl hatten wir den ersten Bundestagswahl-Workshop“, sagt er.
Die Bundestagswahl hält den Soziologen und Verwaltungswissenschaftler wie alle anderen Hagener Unions-Mitglieder zurzeit mächtig auf Trab: Hausbesuche absolvieren, Infostände organisieren – und auch fürs Plakatkleben ist sich der neue Geschäftsführer nicht zu schade.
Nach der Wahl ist vor der Wahl
Nach der Wahl ist übrigens immer wieder vor der Wahl. „Wir haben 2019 eine immens wichtige Europawahl“, sagt er. „Und dann steht auch schon die Kommunalwahl 2020 bevor.“
Marc Meierkord stammt aus Kalletal, einer Kleinstadt im Lipper Bergland an der Weser. Sein Abitur baute er im benachbarten Lemgo. Es folgte der Bachelor in Soziologie in Bielefeld und ein Master in öffentlicher Wirtschaft an der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer.
Politik war schon immer sein Ding. Angefangen hat alles irgendwie in der zweiten Schulklasse. „Ich konnte gerade lesen und hab alles Gedruckte in mich aufgesogen“, sagt er und muss schmunzeln: „Es war Wahlkampf und ich konnte die CDU-Plakate auswendig.“
Das war bei der Bundestagswahl 1998. Die Union sollte sein Favorit bleiben: „Mit 14 trat ich der Jungen Union bei, mit 16 der CDU“, sagt er. Während des Studiums arbeitete Marc Meierkord für den Bielefelder Europa-Parlamentarier Elmar Brok. In seiner Heimatstadt Kalletal war er selbst Ratsmitglied.
Der Schritt, sich auf die Stelle als Geschäftsführer bei der Hagener CDU zu bewerben, erschien ihm logisch. „Ich hatte das Gefühl, dass mich die Entscheider wollten“, sagt er. Ihn, den damals noch 26-Jährigen.
Die Hagener CDU hat ihm von Anfang an imponiert: „Menschen wie Helmut Diegel und Cemile Giousouf zeigen die ganze Breite der CDU als Volkspartei“, sagt er. Die Politik ist sein Zuhause: „Was mich an der Politik interessiert, ist die Messbarkeit des Erfolgs.“
In jeder freien Minute arbeitet sich Marc Meierkord ein in die Hagener Themen: die Deerth-Diskussion, das Ringen um die Windkraft. Dass Hagen eine Sportstadt mit gleich zwei Zweitligisten ist, hat den neuen Geschäftsführer beeindruckt. „Phoenix kennt jeder“, sagt er. Und Eintracht? Marc Meierkord schmunzelt: „Ich hab mein Abitur in Lemgo gemacht. Da gibt‘s fast zwangsläufig eine Nähe zum Handball.“
Wichtig ist ihm, auch in Hagen einmal das Thema Feinstaub ins Gespräch zu bringen: „Ich glaube allerdings nicht, dass Verbrennungsmotoren pauschal diskriminiert werden sollten“, sagt er.
Junggeselle
Ganz allein ist Marc Meierkord nach Hagen gezogen. „Am 1. Februar hab ich angefangen, als CDU-Geschäftsführer zu arbeiten. Da musste ich noch im Hotel übernachten“, sagt er. Doch schon am nächsten Tag konnte der junge Mann eine Wohnung in der Mittelstadt beziehen. Er fühlt sich wohl in Hagen.
Gut, der Weg zu den Heimspielen seiner Arminia aus Bielefeld sind nun etwas länger. Doch er lebt sich langsam ein in seiner neuen Heimat. Und sonst? Marc Meierkord ist 27 Jahre jung und ledig. Er lacht: „Ein Kollege und ich warten noch auf die Beiträge ‚Hagens begehrteste Junggesellen stellen sich vor‘.“
Hagen mit all seinen Problemen, aber auch Liebenswürdigkeiten scheint es dem Mann aus dem Lipper Bergland schon nach knapp sechs Monaten angetan zu haben.