Erfolgskonzept Sozialkaufhaus in Hohenlimburg: „Kleidung und mehr“ fest in ehrenamtlicher Seniorenhand

Hohenlimburg. (anna) Als der Hohenlimburger Unternehmer
Dieter Füssmann das Gebäude an der Herrenstraße 11 erwarb (früher Foto
Feldhege), ahnte er noch nicht, welch einen wichtigen Beitrag er damit für
Hohenlimburgs Innenstadt leisten würde.
„Kleidung & mehr“
Eigentlich wollte Füssmann das Ladenlokal ganz normal vermieten. Doch die
bisherigen Ideen einer sinnvollen Nutzung des 250 Quadratmeter großen Geschäftes
ließen sich nicht umsetzen. Da er einen längeren Leerstand vermeiden wollte, kam
dem Hohenlimburger Unternehmer in den Sinn, ein Sozialkaufhaus zu schaffen.
Zusammen mit einigen Freunden brütete er das Vorhaben aus und setzte es in
die Tat um. Seit März betreiben Iris und Dieter Füssmann nun mit acht
ehrenamtlichen Rentnern und Rentnerinnen dieses Kaufhaus. Was keiner zu Anfang
glaubte – der Laden brummt. In dem Sozialkaufhaus „Kleidung & mehr“ sieht
man jetzt Kinder und Jugendliche, Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, die
dort für kleines Geld Kleidung aller Art, Hausrat, Bücher, aber auch Spielzeug
bekommen können.
Dieter Füßmann hat damit auch an jene Leute gedacht, die nicht auf der
Sonnenseite des Lebens stehen. Ebenso an Menschen aus Kriegsgebieten, die
aktuell in Hohenlimburg eine neue Heimat gesucht und gefunden haben:
Flüchtlinge.
Verdienen möchte der Unternehmer übrigens mit dieser Idee nichts. Das Geld,
das er durch den Verkauf der Waren einnimmt, spendet er an gemeinnützige Zwecke.
Abgezogen werden nur die Nebenkosten des Ladens.
Großer Andrang
Zweimal in der Woche hat „Kleidung & mehr“ in der Herrenstraße geöffnet:
Dienstag von 15.30 bis 18 Uhr und am Mittwoch von 10 bis 14 Uhr. „Unsere Kunden
scharren aber schon eine Stunde vorher mit den Hufen“, berichtet Rentner
Klaus-Dieter Risse, der mit Ehefrau Ursula von Anfang an mit dabei ist, genauso
wie die Eheleute Erika und Bernd Kreisler.
Sie sorgen dafür, dass gespendete Kleidung aussortiert, nach Größen geordnet
und fein säuberlich im Laden hängt. „Von der Socke bis zum Hut führen wir
alles“, versichert Risse, „das wissen unsere Kunden mittlerweile – und sie
werden immer mehr. Sachen, die wir nicht gebrauchen können, bekommt das DRK.“

Angebot
Die Kleiderspender stammen aus allen Altersgruppen, so dass auch modisch
orientierte junge Leute auf ihre Kosten kommen. „Wir haben sogar zwei
Schülerinnen, die sich gern ‚Omasachen’ kaufen“, weiß Ursula Risse, „Retro
eben.“ Gespendete Kleidung wird sofort ausgepackt, sortiert und im Lager
verwahrt. „So können wir unsere Ständer jederzeit wieder schnell auffüllen“,
freut sich Ursula Risse.
Die Preise sind äußerst niedrig. Pullover oder Jacken kosten zwischen zwei
und vier Euro. Ein Halstuch 50 Cent. „Trotzdem haben wir jeden Tag mindestens
drei Klaubacken im Laden“, berichtet Füssmann, dem dafür das Verständnis bei
diesen Preisen völlig fehlt.
Weiterhin sucht „Kleidung & mehr“ gut erhaltene Damen-, Herren- und
Kinderkleidung, Haushaltsgegenstände und -wäsche, Kinderspielzeug und
Elektrokleingeräte. Auch ehrenamtliche Helfer sind jederzeit willkommen;
Kontakt: Tel. 02334 / 41318.