„Erleuchtende“ Produktion

„Licht ins Dunkel“ bringen möchten in der neuesten Aufführung der Theatergruppe Mummpitz die Hauptdarsteller (von oben im Uhrzeigersinn) Andrea Plum, Roman Wissenbach, Nicole Köhler, Frank Schmidt, Melanie Buxhoidt und Arnd Naber. (Foto: Theatergruppe Mummpitz)

Hohenlimburg. (red.) Mit einem metallischen Klack schnappt das Benzinfeuerzeug des Colonels Melkett zu, sofort ist die Flamme erloschen, und auf der Bühne wird es – hell! Es ist einer der besonderen Effekte der „Komödie im Dunkeln“, das Licht und Finsternis in der neuesten Produktion der beliebten Hohenlimburger Theatergruppe „Mummpitz“ in den bevorstehenden fünf Aufführungen die Rollen tauschen. Herrscht in der Handlung Dunkelheit, ist die Bühne voll erleuchtet, und wenn es in einer Szene hell wird, gehen im Werkhof-Saal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus.

„Das ist natürlich eine besondere Herausforderung für uns, im Dunkeln zu tappen, wenn man doch eigentlich alles sehen kann“, nennt Heiko Wetzel den Grund, warum die neun Mummpitze, die diesmal mitmachen, die Zahl der Proben deutlich erhöht haben. Teilweise üben Roman Wissenbach (Brindsley Miller), Melanie Buxhoidt (Carol Melkett), Nicole Köhler (Miss Furnival), Frank Schmidt (Colonel Melkett), Arnd Naber (Harold Gorringe), Andrea Plum (Clea), Heiko Wetzel (Schupanski), Ralf Schlüter (Gregori Godunow) und Tanja Körfer (Ludmilla Godunow) mit verbundenen Augen, um sich ein Gefühl für das hilflose Handeln bei vollem Scheinwerferlicht zu erarbeiten, ohne in Klamauk zu verfallen.

Niemals Routine

Für Gründungsmitglied Nicole Köhler, die diesmal in der Rolle einer beschwipsten Abstinenzlerin wieder alle Register ihres Könnens ziehen darf, ist es besonders schön, auch nach über 20 Jahren „Mummpitz“ neue Herausforderungen in den vom Ensemble mit großer Leidenschaft gespielten Stücken zu finden: „Theater an sich ist so vielfältig, dass wir niemals in Routine verfallen. Wir finden stets Stücke mit Elementen, denen wir noch nicht begegnet sind und geben unser Bestes, die damit verbundenen Schwierigkeiten zu meistern.“

Dies gelingt denn auch seit mehr als zwei Jahrzehnten zum großen Vergnügen des Publikums, das Jahr für Jahr zu den fünf Aufführungen im Werkhof-Saal strömt – in der Regel sind es jeweils rund 200 Theaterfreunde pro Vorstellung, die sich an den meist humorigen Stücken erfreuen. Und auch, wenn die Akteure durch die Bank schon seit langem dabei sind, sorgen Adrenalin und Lampenfieber bis heute für taufrische, quicklebendige Mummpitz-Theaterfreuden. „Ich sterbe immer wieder 1.000 Tode vor den Aufführungen, ziehe mich stundenlang aus der Garderobe ins Treppenhaus zurück und gehe meinen Text gefühlte 700 Mal durch, bevor sich der Vorhang hebt“, bekennt etwa Frank Schmidt, der seit elf Jahren zum Ensemble zählt: „Dabei ist in all den Jahren noch nie etwas schief gegangen – und das, obwohl Mummpitz ohne Souffleuse auf der Bühne steht.“

Plötzlich Kurzschluss

Die „Komödie im Dunkeln“ erzählt vom jungen, ebenso talentierten wie erfolglosen Bildhauer Brindsley Miller, der auf den großen Durchbruch hofft. Er erwartet den russischen Millionär Godunow, der ihm eines seiner Kunstwerke abkaufen soll. Um seiner bescheidenen Behausung mehr Eindruck zu verleihen, haben Brindsley und seine Verlobte Carol Melkett sich beim verreisten Nachbarn Harold Gorringe heimlich einige wertvolle Möbelstücke „ausgeliehen“.

Doch plötzlich sorgt ein Kurzschluss für völlige Dunkelheit im ganzen Haus – und das am wichtigsten Abend in Brindsleys Leben! Denn Brindsley hofft an diesem Abend zudem auf die Einwilligung zur Heirat, die der gestrenge Colonel Melkett dem jungen Paar geben soll. Und wie es sich für eine turbulente Komödie gehört, überschlagen sich die Ereignisse geradezu, nachdem die Hauptsicherung durchgebrannt ist!

Diesmal mit Sponsor

Sogar einen Sponsor haben die Mummpitze diesmal gewinnen können, denn der Hagener Versorgungsdienstleister Mark-E ließ sich schnell für eine Unterstützung der „energiegeladenen“ Produktion begeistern, die so nah an seinem Arbeitsfeld liegt. Der britische Autor Peter Shaffer hat neben dieser Komödie vor allem das Theaterstück „Amadeus“ geschrieben, für dessen berühmte Verfilmung er auch das Drehbuch verfasst hat.

Zu sehen ist die „Komödie im Dunkeln“ am Samstag, 26. März 2011, 20 Uhr (Premiere), sowie an den darauffolgenden Wochenenden jeweils Freitag und Samstag, 1./2. sowie 8./9. April, 20 Uhr, im Saal des Hohenlimburger Kulturzentrums Werkhof, Herrenstraße 17. Dort kann man ebenso Karten erwerben wie beim wochenkurier, Frankfurter Straße 90 in Hagen. Die Tickets kosten neun Euro, ermäßigt sechs Euro. Der Einlass erfolgt jeweils ab 19 Uhr.