Erstaunliche Erkenntnisse

Autor Uwe Schumacher (r.) hatte das Vergnügen, den schottischen König Robert the Bruce und seine Lady persönlich zu treffen. Links im Foto: Mitreisender Robert Wiedersprecher. (Foto: privat)

Hagen. (NO) Die abenteuerliche Geschichte um „Das dunkle Geheimnis der Klutert“ steuert auf ihren Höhepunkt zu: „Der goldene Reif der Caenmore“ heißt der siebte und letzte Band des heimischen Autors Uwe Schumacher. Der Abschlussroman lässt das Schicksal der schottischen Königsfamilie zur Zeit der normannischen Eroberung lebendig werden und lüftet das Geheimnis um die rätselhafte Verbindung der Romanhelden mit dem tragischen Geschick der südwestfälischen Grafen von Isenberg.

Zur Überprüfung der historischen Details ist Uwe Schumacher kürzlich bis nach Schottland gereist – begleitet von seinem Verleger Bernd Arnold, Robert „Robbie“ Wiedersprecher (der sich als Fotograf betätigte und darüber hinaus als Romanfigur vorkommt) und dem Geschichtsexperten und 1. Vorsitzenden der Hagener „Ritterschaft der Wolfskuhle“, Artur Pollak Hoffmann. 2000 Kilometer legten sie dabei in einer Woche zurück. Im ersten Teil der Reise besuchte das Quartett Castle Rigg bei Keswick, wo es einen Steinkreis zu untersuchen galt, Hadrians Wall und Carter Bar, einen uralten Grenzübergang von England nach Schottland. Weiter ging‘s nach Melrose Abbey und Abbotsford. Hier nun der zweite Teil des Reiseberichts.

Dem König begegnet

Von Abbotsford ging die Fahrt nach Bannockburn, wo Schottenkönig Robert the Bruce am 24. Juni 1314 die Engländer besiegte – was heute ein monumentales Denkmal in malerischer Landschaft bezeugt. Im neuen Schumacher-Roman spielt eine Liebeszene bei Loch Lomond, und das war auch die nächste Station der Tour. „Dort fanden gerade Highland Games statt, und bei dieser Gelegenheit hatten wir die Ehre, Schottenkönig Robert the Bruce und seine Lady persönlich zu treffen“, schmunzelt Verleger Bernd Arnold. „Na ja, eigentlich war es nur ein Darsteller, der sich in dieser historischen Rolle präsentierte, aber er wirkte trotzdem sehr authentisch!“

Passage zwischen den Welten

Denkmal für Robert the Bruce auf dem Schlachtfeld von Bannockburn, wo schottische Patrioten vor Jahrhunderten die Engländer besiegten. (Foto: privat)

Weiter nach Balquhidder. Am Grab des „Rob Roy“ aus dem Clan der McGregors ließen die Reisenden einige Münzen zurück – symbolischer Wegezoll für den legendären Langfinger. „Dies war schon immer ein geweihter Ort“, erklärt Uwe Schumacher, „nämlich eine Anbetungsstätte für die keltische Göttin Bel. Man sagt, an dieser Stelle sei das Gewebe zwischen den Welten so dünn, so dass man zu bestimmten Zeiten durchschlüpfen könne…“ Damit hat der Ennepetaler Autor wohl das Gegenstück zur Kluterthöhle auf der „Insel“ gefunden, denn ähnliche Eigenschaften dichtet er in seinen Büchern ja auch der heimischen Höhle an. So inspirierend wirkte der Besuch in Balquhidder, dass Schumacher das Ende des siebten Bandes nachträglich noch einmal umschrieb.

Meerluft schnuppern

Nach einem Stopp in der schottischen Hauptstadt Edinburgh gelangte die Gruppe zur Insel Lindisfarne. „793 wurde das berühmte Kloster von Wikingern überfallen, Auftakt einer langen Reihe von Raubzügen dieser Art“, weiß Schumacher. Eine spannende Buchszene konnten die Reisenden dort real erleben. „Lindisfarne ist bei Ebbe über einen kleinen Verbindungsweg zu erreichen, und dort befanden wir uns, als plötzlich die Flut kam. Es wurde richtig knapp…“

Meerluft schnuppern konnte das Quartett auch in Bamburg in Northumberland an der Ostküste. Der kleine Ort wird überragt vom Bamburgh Castle, das seit dem 6. Jahrhundert Sitz der northumbrischen Könige war. Querverbindung zum neuen Schumacher-Band: Das Foto der Burg (von Robert „Robbie“ Wiederspercher) wird auf dem Buchtitel abgebildet.

Paul Gascoigne knallt vor die Mauer

Newcastle: Dort machte das Quartett am Tage der WM-Begegnung Deutschland gegen Australien Station. Verleger Bernd Arnold: „Wir saßen gerade auf ein Bier im Pub, da ertönte plötzlich Sirenengeheul, Rettungswagen und Polizei bretterten durch die Straße. Wie wir dann erfuhren, war die Fußballlegende Paul Gascoigne etwas weiter die Straße rauf mit dem Auto vor eine Mauer geknallt…“

Adlige Verwandtschaft

„Münzenspende“ am Grab von Rob Roy aus dem Clan McGregor in Balquhidder. (Foto: privat)

Weiter ging die Reise über Durham und York nach Nottingham und in den sagenhaften Sherwood Forest, den einst Robin Hood unsicher machte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Uwe Schumacher bei seinen Recherchen erstaunliche verwandschaftliche Bande zwischen den Grafen von Isenberg, englischem und schottischem Adel sowie dem Schlossherrn auf Hohenlimburg, Maximilian Erbprinz zu Bentheim-Tecklenburg, aufgedeckt hat. Wohl Grund genug, Band 7 der Klutert-Romanreihe dem Erbprinzen zu widmen. Näheres wird bei einer Lesung des Autors am 17. November auf Schloss Hohenlimburg geklärt.

Letzte Station der Recherchetour auf der „Insel“ war Ashby de la Zouche mit dem Tournierplatz des legendären Ritters Ivanhoe, bevor es mit dem Flieger von Birmingham aus wieder in die Heimat ging.

Ab November im Handel

Band 7 der Reihe „Das dunkle Geheimnis der Klutert“ von Uwe Schumacher mit dem Titel „Der goldene Reif der Caenmore“, herausgegeben vom Klutert-Verlag, wird voraussichtlich im November im Handel erscheinen. Wer einen Vorgeschmack erleben möchte, sollte die Lesung des Autors am 8. August um 15 Uhr im LWL-Archäologiemuseum Herne im Rahmen der Ausstellung „Aufruhr.1225“ besuchen.