„et cetera“ feiert Jubiläum: Bochums beliebtes Varieté wird 25 Jahre alt

Das Ruhrgebiet und das Varieté „et cetera“ – eine Kombination

Das Ruhrgebiet und das Varieté „et cetera“ – eine Kombination, die seit 25 Jahren
zusammenpasst. Nun startet die große Jubiläumsshow. (Collage: et cetera)

Bochum. (hc) Ein Vierteljahrhundert lang existiert bereits das Varieté „et cetera“ – passend dazu gibt es nun die große Jubiläumsshow. Vom 8. September bis zum 5. November dürfen sich die Fans auf eine bunte Mischung aus Artistik, Comedy und Gastronomie freuen, die einen Rückblick auf 25 Jahre ermöglicht.
Neun verschiedene Acts werden für magische Momente für die bis zu 300 Zuschauer im Saal sorgen. Zaubern ist auch das Stichwort, wenn es um Moderator Luke Dimon geht. Dieser ist nämlich amtierender deutscher Meister im Zaubern. Neben seinen flotten Sprüchen, mit denen er die Zuschauer in die Show integriert, wird es magisch auf der Bühne des Bochumer Varietés in der Herner Straße 299.
Sein wohl berühmtester Vorgänger war der mittlerweile aus dem Fernsehen kaum mehr wegzudenkende Dr. Eckhart von Hirschhausen. 1993, bei der ersten großen Tournee, unterbrach von Hirschhausen sein Medizinstudium, um dabei zu sein. „Eckhart ist ein vielbeschäftigter Mann, aber er hat uns einen Videogruß zugeschickt, den wir auch in der Show zeigen“, erklärt Silvia Cabello, Geschäftsführerin und Frau der ersten Stunde.
Viel Erfahrung gesammelt
Zahlreiche Nachfolger standen seitdem auf der Bühne von „et cetera“ bei den insgesamt 5.000 Shows, die die Truppe spielte. Angefangen hatte alles 1992 in Travemünde. „Wir hatten das Zelt, die dortige Kurverwaltung suchte nach einem Programm und so sind wir da gelandet“, erzählt Silvia Cabello. Apropos Zelt – wer heute in die „heiligen Hallen“ des Varietés kommt, der kann sich kaum vorstellen, dass die erste Heimat von „et cetera“ ein blaues Zelt der DDR-Komiker-Gruppe „Lachsack“ war.
„Die waren in der DDR sehr erfolgreich. Als private Unterhalter machten sie immer sehr anzügliche Witze, auch zum System, und hatten auch Oben-ohne-Tänzerinnen dabei. Nach der Wende war das aber nicht mehr so gefragt. Der damalige Leiter stand vor der Entscheidung zu verkaufen oder in Rente zu gehen. Er hat verkauft“, berichtet Silvia Cabello von den Anfängen. Ihr „Handwerk“ hatte sie übrigens auf der Bühne des Circus Roncalli erlernt.
Mit Idealismus und Talent
Mit viel Schulden, dem blauen Zelt, das stark renovierungsbedürftig war, und viel Idealismus im Gepäck ging „et cetera“ auf die erste Tournee.
Um erfolgreich zu sein, war es ein harter und steiniger Weg. „Wenn die Leute einmal im Zelt waren, dann sind sie auch immer zufrieden rausgegangen. Das Problem war nur, die Leute erstmal ins Zelt zu bekommen.“
Doch mit viel Werbeaufwand und einer tollen Show etablierte sich das Varieté, auch wenn es nicht immer den Erwartungen der Zuschauer entsprach. „Manche Männergruppen sind hier reingekommen und haben Nackttänzerinnen erwartet, weil in den 1990er Jahren das Varieté noch relativ unbekannt war“, erinnert sich Cabello.
Neue Heimat
Sieben Jahre war „et cetera“ auf Reisen, oft auch im Raum Hagen/Iserlohn, bis alle Verantwortlichen sesshaft werden wollten.
Die Wahl fiel auf Bochum. „Das Ruhrgebiet mit seinen Menschen versteht unseren Humor am Besten, das haben wir bei den Auftritten gemerkt. Durch eine Kooperation mit der Bogestra sind wir an unser Gelände gekommen – und die Straßenbahnwagen, die als unsere Büro- und Kassenräume genutzt werden, sind auch ein Zeichen unserer gemeinsamen Geschichte“, so Cabello.
Sie wird gemeinsam mit ihrem Mann Ronny auf der Bühne stehen bei der Jubiläumsshow und die vergangenen Jahre Revue passieren lassen. Aus der Ukraine kommt das Trio Triology. Die drei Absolventen der Kiewer Artistenschule erzählen mit ihrer artistisch höchst anspruchsvollen Darbietung die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern. Eifersucht und Kampf sind hier Themen, die auf meisterhafte Art umgesetzt werden. Dabei vereinen sie spektakuläre Wurf­akrobatik mit Adagio- und Equilibristik-Elementen.
Ausgefallen
Oleg Basanov hingegen malt auf ungewöhnliche Weise: Der junge Ukrainer entwickelte eine ausgefallene Technik des Malens – das Lichtmalen. Dabei haben die leuchtenden Bilder des Artworkers fast schon etwas von Magie. Eine Erleuchtung der besonderen Art.
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Das Diabolo-Duo Twinspinn aus Berlin begeistert mit Geschwindigkeit und jugendlichem Charme. Durch neue Ideen und Kreativität stellen sie die Grenzen der Physik auf eine harte Probe und beeindrucken so das Publikum. Die kürzlich in Taiwan gekürten „Diabolo-Weltmeister“ teilen die Leidenschaft für das Geschicklichkeitsspiel und den Hang zur Perfektion.

Karten für das Jubiläumsspektakel gibt es ab sofort bei ihrer Wochenkurier-Geschäftsstelle.