EU macht ernst: Wird bald nicht mehr an der Uhr gedreht?

Brüssel. Die Europäische Kommission hat heute (12. September) offiziell einen Gesetzesvorschlag für die Abschaffung der Zeitumstellung verabschiedet. Demnach soll die Zeitumstellung im kommenden Jahr, also 2019 endgültig abgeschafft sein. Die Mitgliedstaaten sollen eigenständig entscheiden, ob in ihrem Land Normalzeit oder die dauerhafte Sommerzeit gilt.

Der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), Dr. Peter Liese, begrüßte den Vorschlag. „Viele Bürgerinnen und Bürger leiden unter der Zeitumstellung und die erwarteten Vorteile, wie Energieeinsparung, haben sich nicht eingestellt. Nicht nur die Online-Konsultation, sondern viele repräsentative Meinungsumfragen zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Zeitumstellung ist und deswegen ist es richtig, dass die Politik handelt. Ich hoffe, dass wir das Gesetzgebungsverfahren schnell abschließen, so dass ab 2019 wirklich nicht mehr an der Uhr gedreht wird“, sagt der Arzt. „Nach den Vorstellungen der Europäischen Kommission sollen die Mitgliedstaaten selber entscheiden, welche Zeit sie dauerhaft einführen. Auch dies halte ich für richtig. Zwar ist tendenziell die Mehrheit für die dauerhafte Sommerzeit aber das muss sorgfältig diskutiert werden und die EU kann dies auch aus rechtlichen Gründen wahrscheinlich gar nicht vorschreiben. Es wäre wünschenswert, dass sich die Mitgliedstaaten abstimmen, damit nicht bei jedem Grenzübertritt die Uhr umgestellt werden muss. Aber dass es in Europa verschiedene Zeitzonen gibt, ist kein Drama. Schon heute gibt es in Portugal eine andere Zeit als in Spanien und Finnland hat eine andere Zeit als Schweden. Große Länder wie Russland oder die USA haben sogar innerhalb des eigenen Landes verschiedenen Zeitzonen“, sagt Peter Liese.