Europameisterschaft wirft Schatten voraus

Jede helfende Hand wird noch gebraucht

Jede helfende Hand wird noch gebraucht, damit alles für die EM fertig wird. Ein Großteil der Athleten, auch aus der deutschen Mannschaft, ist schon da. Zweiter von rechts: der Vorstandsvorsitzende der Hagener Sparkasse, Frank Walter. (Foto: Heiko Cordes)

Hohenlimburg. (hc) Eine ungewöhnliche Bitte sprach Organisationsleiter Ralf Kriegel vom Kanu-Club Hohenlimburg im Vorfeld der Europameisterschaften in der kommenden Woche an den Wettergott aus: „Es darf gerne noch ein bisschen regnen.“
Hintergrund ist, dass auf der neuen Hohenlimburger Kanustrecke noch ein paar Zentimeter bis zum „vollen Wasserpegel“ fehlen. Kriegel macht nämlich eine einfache Rechnung auf: „Je höher der Wasserstand, desto anspruchsvoller wird der Kurs.“
Auch Stefan Hengst teilt diese Ansicht. „Ich hoffe, dass es regnet, damit es schwieriger wird.“ Der gebürtige Hammer, der nun in Augsburg lebt, kehrt quasi zu seinen sportlichen Wurzeln zurück. Während seiner Zeit in Hamm ist er drei bis vier Mal in der Woche zum Training nach Hohenlimburg gekommen. „Und samstags zum Kadertraining“, so Hengst. Einen Heimvorteil sieht er allerdings nicht, denn die Konkurrenz schläft nicht.
„Ich bin überrascht, dass die großen Nationen wie Russland und Frankreich schon da sind“, erklärt er seine Einschätzung. Die Nationalteams bezogen eine Woche eher als erwartet ihr Quartier in Hohenlimburg. „Ich dachte, dass wir bis Samstag Zeit haben, alles in Ruhe fertig zu bekommen, doch jetzt mussten wir uns von null auf hundert steigern“, sagt Kriegel.
Insgesamt 29 Länder werden bei den kontinentalen Titelkämpfen in 18 Wettbewerben vertreten sein. Deutschland will dabei wieder zum großen Kreis der Favoriten gehören. Die Spitze ist aber enger zusammengerückt.
Gut vorbereitet
„Während vor 20 Jahren Deutschland noch ein sicherer Titelkandidat war, so muss man sich heute über jede Medaille freuen“, erklärt Kriegel den Umschwung und hat noch ein Beispiel aus einer weiteren prominenten Sportart parat: „Wenn die Fußball-Nationalmannschaft gegen die Färöer-Inseln gespielt hat, hat man früher ein 18:0 erwartet. Heute kann es auch einmal 1:1 ausgehen.“
Bundestrainerin Mira Faber sieht ihre Athletinnen und Athleten gut auf die kommenden Aufgaben vorbereitet: „Wir haben in jeder Disziplin Sportlerinnen und Sportler, die eine Chance haben, ins Finale zu gelangen. Und im Finale ist, wie man bei uns so schön sagt, alles möglich.“
Sie hofft auf eine ähnlich gute Ausbeute wie bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr, bei dem vor allem in der Mannschaftswertung die Spitzenplätze reihenweise abgeräumt wurden. Für Stefan Hengst wird es die letzte Möglichkeit sein, in der U23-Klasse – quasi auf seiner alten Hausstrecke – eine Medaille zu holen. „Ich hoffe, dass ich etwas mehr Glück habe als bei der Weltmeisterschaft.“
Hoffentlich viele Fans
Dabei helfen soll natürlich eine breite Fan-Unterstützung an der Strecke. „Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen und für eine tolle Atmosphäre sorgen“, verdeutlicht Hengst, wie wichtig die Anfeuerungen vom Streckenrand sind. Technisch bietet der KCH mit gleich zwei Großleinwänden beste Voraussetzungen, jedes Rennen zu verfolgen.
Los geht es im Herzen Hohenlimburgs am kommenden Mittwoch, 16. August, mit der Eröffnungsfeier im Lennepark. Sportlich beginnen die Wettkämpfe einen Tag später um 11 Uhr.