Ev. Kindergarten Spielbrink soll schließen

Haspe. (san) Der evangelische Kindergarten Spielbrink soll zum 31. Juli 2013 schließen – so ist es in der Kirchengemeinde Haspe beschlossen worden. Zufällig ist der 1. August 2013 der Stichtag für den Rechtsanspruch von Eltern in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. In die Vormerkliste für das nächste Kindergartenjahr nach den Sommerferien hatten sich beim vergangenen Schnuppernachmittag am Spielbrink bereits 19 Familien eintragen lassen, davon elf allein für die U3-Betreuung. Dass die Stadt Hagen es tatsächlich bis zum Stichtag schafft, dem Rechtsanspruch auch nachzukommen, ist – von heutigen Zahlen ausgehend – noch gar nicht sicher.

Jörg Springer und Jennifer Kinzel waren beim vergangenen Winterschlemmen die Spezialisten für den dampfenden Glühwein. Als Festinitiatoren hoffen sie auf viele Besucher, damit der Erlös zur Rettung des Kindergartens beiträgt. (Foto: privat)

Betroffen sind die Familien und Mitarbeitenden des Kindergartens: zwei Gruppen, davon eine U3-Gruppe mit 20 Kindern, eine Kindergartengruppe mit 25 Kindern. Zum Team von Kindergartenleiterin Sylke Hasenack-Bein gehören zur Zeit sieben Mitarbeiterinnen.

Grund für die Schließungsentscheidung sei der hohe Trägeranteil von 12 Prozent, das macht rund 30.000 Euro pro Jahr. Hinzu komme der Sanierungsstau am Gebäude, der geschätzt zwischen 100.000 und 150.000 Euro ausmache. Die Ev. Gemeinde Haspe sieht sich nicht mehr in der Lage diese Kosten zu tragen. Erst 2010 wurde der Gemeindekindergarten an der Voerder Straße geschlossen. Immerhin ein Jahr später als eigentlich angedacht, auch damals setzten sich die Eltern und Mitarbeiter für ihre Sache ein und stießen auf Unterstützung bei der Hasper Bezirksvertretung.

Sowohl Eltern, Kinder als auch Mitarbeiter wollen auch diesen Beschluss der Spielbrink-Schließung nicht einfach hinnehmen. So sind sie bereit, durch Eigenarbeit und Sachspenden die Gebäudesanierung mitzutragen. Denkbar seien zudem Alternativen, wie beispielsweise der Umzug in ein anderes Gebäude (Grundschule, etc.).

Ein erster Schritt wird nun “das Winterschlemmen“. Ursprünglich ein Nachbarschaftsfest der unteren Sonnenstraße, wurden von dem Erlös in den Jahren zuvor bereits Bilderbücher und das „Zahlenland“ angeschaftt. Nun soll das Fest für alle Interessierten und „Schlemmermäuler“ zugänglich sein: Jedermann ist am Freitag, 9. Dezember, ab 16.30 Uhr für den Kostenbeitrag von 10 Euro pro Erwachsenen und 3 Euro pro Kind (ab 4 Jahre) eingeladen, nach Herzenlust zu essen und zu trinken. Grillwurst, Fleischspieße, hausgemachte Salate und der beliebte selbstgemachte weiße Glühwein warten auf hungrige Besucher. Für Autofahrer und kleine Gäste werden Punsch und Kaltgetränke angeboten. Für Kurzweil sorgen der Klingeldraht, Kerzentropfen, Nüsse schätzen und eine Schmiedestation. Das Fest findet statt auf der Wendeplatte der Sonnenstraße.

Initiiert wird das Winterschlemmen übrigens von den Familien Springer und Kinzel, unterstützt werden sie durch freiwillige Helfer. „Der Erlös fließt in die Zukunft des Kindergartens – das es eine gibt, da sind wir sicher!“ ist ihre Motivation.