Ex-Bundesligastar ins Leben zurück geholt

Zur Verleihung der Belobigungsurkunden des Landes NRW trafen sich im Hagener Rathaus (von links) Regierungsvizepräsident Volker Milk, die Retter Thomas Sporkert, Alexander Schroth und Katja Menzel, Sportausschuss-Vorsitzender Mark Krippner, der gerettete Detlev Wehberg, Hagens Bürgermeister Hans-Dieter Fischer und Jugendhilfeausschuss-Vorsitzender Willi Strüwer. (Foto: Frank Schmidt)

Hagen. (zico) Für den früheren Bundesliga-Wasserballer des Hohenlimburger Schwimmvereins, Detlev Wehberg, war der dramatische Vorfall letztlich wie ein zweiter Geburtstag, für seine Retter Katja Menzel, Alexander Schroth und Thomas Sporkert bedeutete er höchste Anspannung, in der es galt, kühlen Kopf zu bewahren und das Richtige zu tun. Die Ereignisse am 29. Oktober 2011 waren für alle Beteiligten höchst dramatisch und mündeten dank des beherzten Einsatzes des Trios in einem guten Ende. Dies wurde anlässlich der Verleihung von Belobigungsurkunden des Landes NRW vor wenigen Tagen im Hagener Rathaus gebührend gewürdigt.

Leblos im Becken

Während eines Wasserballpokalspiels im Bochumer Uni-Bad hatte HSV-Akteur Detlev Wehberg nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler eine Strafzeit auferlegt bekommen. Er musste das Wasser verlassen, schwamm unter der Absperrung her und tauchte nicht mehr auf. Seine Mannschaftskameraden auf der Auswechselbank, Alexander Schroth und Thomas Sporkert, bemerkten dies und registrierten gleichzeitig, dass der Sportler leblos im Becken lag. Deshalb sprangen beide sofort ins Wasser und zogen ihren Mannschaftskameraden Detlev Wehberg aus dem Schwimmbecken.

Katja Menzel, Zuschauerin und ausgebildete Krankenschwester, leistete umgehend Erste Hilfe. Vom Zeitnehmertisch eilte ein ausgebildeter Arzt hinzu, der sofort mit einer Brust-Druck-Herzmassage begann. Katja Menzel übernahm die Mund-zu-Mund-Beatmung. Parallel hatten die Verantwortlichen den Notarzt gerufen, der innerhalb von wenigen Minuten vor Ort war. Gemeinsam gelang es den Rettern, Detlev Wehberg zu reanimieren. Wehberg wurde schließlich ins Bochumer Bergmannsheil-Krankenhaus eingeliefert und auf der Kardiologischen Abteilung für drei Tage in ein künstliches Koma versetzt. Nachdem sich sein Zustand gebessert hatte, durfte er das Krankenhaus wieder verlassen.

Keine Erinnerung

„Ich kann mich an die Geschehnisse nicht mehr erinnern“, blickte Wehberg vor wenigen Tagen im Hagener Rathaus zurück, als seine drei Retter zur Verleihung der Belobigungsurkunde des Landes Nordrhein-Westfalen eingeladen waren. Die Empfehlung des gastgebenden Hagener Bürgermeisters Hans-Dieter Fischer, vor dem Hintergrund der Ereignisse „jeden neuen Tag zu genießen“, ist für ihn längst Lebensmotto geworden. Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte Detlev Wehberg einen Herz-Kreislauf-Stillstand, der aus einer nicht erkannten Herzmuskelentzündung resultierte. Wasserball darf er seither nicht mehr spielen.

Zur Verleihung der Belobigungsurkunde an die Hohenlimburger Katja Menzel und Alexander Schroth sowie den Herdecker Thomas Sporkert, die auf Vorschlag des heimischen SPD-Landtagskandidaten Hubertus Kramer erfolgte, war Regierungsvizepräsident Volker Milk erschienen, der die Urkunden im Namen von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte. „Wir verleihen diese Urkunden in feierlichem Rahmen und öffentlich, denn ihre Tat ist nicht selbstverständlich. Sie ist Beispiel gebend für andere und somit auch wichtig für andere, die in Zukunft die Hilfe ihrer Mitmenschen brauchen“, sagte Milk. Aus den Händen von Bürgermeister Fischer erhielten die Lebensretter ein Buchgeschenk.