Ex-Pastor Gras führt die Hasper als Iämpeströter durchs Jubiläumsjahr

Darauf freuen sich schon heute alle Ulk-Honoratioren mit Präsident Dietmar Thieser (r.) an der Spitze: Der frühere Pfarrer Siegfried Gras (Bildmitte) wird die Hasper durch die Jubiläums-Kirmessaison führen. Der Ulk feiert 2011 immerhin seinen 150. Geburtstag. (Foto: Michael Eckhoff)

Haspe. (san/ME) Mit großem Lob kommentierte Dietmar Thieser, Präsident des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins, am Samstag die Kür von Siegfried Gras: „Eine hervorragende Wahl!“ Der beliebte und humorige frühere Pfarrer, der anerkanntermaßen auch enorme Entertainer-Qualitäten besitzt, soll die Hasper ab Mitte nächsten Jahres durch die Jubiläumskirmeszeit führen – natürlich als Iämpeströter. Motto: „Hoasper Ulk – dat es doch kloar, 150 Joahr!“

Denn 2011 blickt Haspes „5. Jahreszeit“  immerhin auf ihr 150-jähriges Wirken zurück. Am 10. September wollen die Hasper dieses Ereignis mit einem großen Heimatfest feiern.

Hasper Urgestein

Wachholderritter, Bolzenträger und Ulkordenträger wurde Siegfried Gras schon vor Jahren. Der mittlerweile – im Hinblick auf den Besucherandrang – aus allen Nähten platzende Hasper Kirmesgottesdienst ist sein Kind. Zudem gehören die Ulk-Reden des einstigen Seelsorgers zum Besten, was der Hasper Kirmestrubel alljährlich zu bieten hat.

Und auch ansonsten ist der Iämpeströter der Saison 2011/12 vor allem eine Frohnatur, der am liebsten im Gespräch mit den Puppen Esel Fridolin und Bonifaz über die kleinen und großen Probleme der Politik witzelt und nachdenkt. Aufgewachsen an der Enneperstraße, ging’s nach dem Abitur 1964 am damaligen Knaben-Gymnasium am Kirmesplatz weiter zum Studium nach Göttingen und Münster. Bereits 1972 kehrte er wieder heim – in die evangelische Hasper Kirchengemeinde. Zunächst als „Pastor im Hilfsdienst“, dann als gewählter Pfarrer ist er rund 38 Jahre lang „seinem“ Stadtteil und der Gemeinde treu geblieben.

Neben seinem großen Engagement für das beliebteste Volksfest der Hasper hatte und hat er vieles bewirkt am Ennepestrand, allein 20 Jahre war er Vorstandsvorsitzender des Diakoniezentrums am Mops. Doch bei allen Pöstchen und beruflichen Herausforderungen ist er als Seelsorger immer vor allem ein einfühlsamer Begleiter seiner Mitmenschen geblieben, auch außerhalb von Hochzeit, Taufe und Beerdigung.

Guter Pianist

Großer Pianist hatte er mal werden wollen, aber das war ihm letztlich nicht bodenständig genug. „Ich wäre auch als Musiker immer eher ein Begleiter gewesen,“ urteilt er bescheiden über sich selbst. Wie viele Feiern und Gottesdienste hat er durch das Pianospiel schon bereichert! Neben seiner Freude am Reisen kostet er im (Un-)Ruhestand nun des öfteren musikalische Genüsse. Die der kulinarischen Art kredenzt und genießt er schon längst in einem von ihm einst ins Leben gerufenen Männerkochclub.

Als Siegfried Gras vor knapp einem Jahr als Pfarrer verabschiedet wurde, hatte die Gemeinde offiziell einen Pastor weniger, aber der Stadtteil musste mitnichten um sein Urgestein bangen. Schließlich halten Kirmes und Ulk genügend Aufgaben für den 66-Jährigen bereit. Er selbst freut sich jedenfalls schon unbändig auf seinen künftigen Job: „Es ist eine große Ehre für mich, im Jubiläumsjahr als Iämpeströter amtieren zu dürfen.“