Experten informieren – Erst Heuschnupfen, dann Asthma?

Hagen. Frühlingsanfang – endlich! Die Sonne lässt sich öfter und länger sehen, das Thermometer steigt, es grünt und blüht, wohin man schaut. Doch genau da liegt für Menschen mit einer Pollenallergie das Problem: Mit den steigenden Temperaturen nimmt die Belastung durch Pollenflug zu. Vor allem die so genannten windblütigen Bäume wie Hasel, Erle, Birke, Esche, aber auch Gräser und Kräuter machen Pollenallergikern das Leben schwer.

Erhöhtes Risiko

Dabei geht es um mehr als den sprichwörtlichen Heuschnupfen: Wer an einer Pollenallergie leidet, lebt mit einem deutlich erhöhten Risiko, ein allergisches Asthma zu entwickeln – das gilt besonders für Kinder. Diesen „Etagenwechsel“ zu verhindern, sollte Ziel einer konsequenten Behandlung der Pollenallergie sein.

Doch auch wenn sich bereits ein allergisches Asthma entwickelt hat, können die passende Therapie und der informierte Umgang mit der Erkrankung die Lebensqualität entscheidend verbessern. Zu allen Fragen rund um Pollenallergie und allergisches Asthma stehen Experten am Lesertelefon am Donnerstag, 21. März, Rede und Antwort.

Pollenallergie: Äußerst lästig

Juckende und tränende Augen, häufiges Niesen und eine laufende Nase gehören in der Pollenflugzeit nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) für 16 Prozent der Bevölkerung zum Alltag . Grund dafür ist ein „Irrtum“ des körpereigenen Immunsystems, das auf die an sich harmlosen Pollen mit einer überschießenden Immunantwort reagiert. Dabei kommt es zunächst zu allergischen Entzündungsreaktionen der oberen Atemwege – dem klassischen Heuschnupfen. Und der tritt mittlerweile nicht mehr nur im Sommer auf.
Bedingt durch ein milderes Klima fliegen Gräserpollen bis in den November hinein, die ersten Haselnusspollen schon ab Dezember. Bei sechs von zehn Menschen mit einer Pollenallergie kommt ein weiterer Faktor hinzu: Sie reagieren mit einer so genannten Kreuzallergie auch auf Nahrungsmittel allergisch. Die Folgen sind eine zeitliche Ausdehnung und Verstärkung der Symptome.

Potenziell gefährlich

Je nach Ausprägung der Beschwerden kann eine Pollenallergie zu mehr oder weniger starken Einschränkungen der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in Alltag, Schule und Beruf führen. Doch damit nicht genug: Weitet sich die allergische Reaktion auf die unteren Atemwege aus – der so genannte Etagenwechsel – können Betroffene ein allergisches Asthma bronchiale entwickeln.

Bei vier von zehn Menschen mit Heuschnupfen kommt es innerhalb von zehn Jahren zu chronischen asthmatischen Beschwerden, bei dreißig Prozent der betroffenen Kinder dauert es sogar nur zwei Jahre, bis sie ein Asthma entwickeln. Die Ausweitung der allergischen Entzündungsreaktion auf die unteren Atemwege verursacht eine dauerhafte Entzündung der Bronchialschleimhaut, eine vermehrte Sekretbildung und eine Verengung der Bronchien.

Allergie behandeln, Asthma verhindern

Um den Etagenwechsel zu verhindern, kommt es auf eine möglichst frühzeitige und wirksame Behandlung der Allergie an. Zwar lassen sich mit entsprechenden Medikamenten die Symptome der Allergie behandeln, doch diese wirken nicht auf die Ursache der Allergie ein. Anders die so genannte Hyposensibilisierung: Bei ihr wird dem Patienten das auslösende Allergen über mehrere Wochen in geringer, langsam steigender Dosis verabreicht, um das Immunsystem daran zu gewöhnen.

Diese Möglichkeit besteht sogar, wenn sich bereits ein allergisches Asthma entwickelt hat. Darüber hinaus existieren heute eine ganze Reihe wirksamer Therapiemaßnahmen bei der Behandlung von allergischem Asthma. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, die Entzündungsaktivität der Bronchien mit Medikamenten bestmöglich zu kontrollieren.

Zur Krankheitsbewältigung können die Patienten selbst viel beitragen, indem sie durch spezielle Patientenschulungen lernen, ihre Krankheit selbst regelrecht zu „managen“.

Experten informieren

Wann sollte ich mit allergischen Beschwerden zum Arzt gehen? Wie kann eine Pollenallergie behandelt werden? Mein Kind hat eine Allergie – wie schütze ich es vor dem Asthma-Risiko? Ist ein allergisches Asthma heilbar? Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung? Wie setze ich meine Asthma-Medikamente richtig ein? Ist mein Asthma ausreichend gut behandelt?

Alle Fragen rund um die Themen Pollenallergie und allergisches Asthma beantworten Experten des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) am Wk-Lesertelefon am 21. März zwischen 16 und 19 Uhr unter den folgenden kostenfreien Rufnummern:

Rufnummer 0800/ 2811 8111:

Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann; Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderzentrum Bielefeld; 1. Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie

Rufnummer 0800/ 2811 8112:

Dr. med. Hartmut Timmermann; Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Schlafmedizin und Allergologie, Hamburg

Rufnummer 0800/ 2811 8113:

Dipl. oec. troph. Christiane Schäfer; Ernährungstherapeutin mit den Schwerpunkten Allergologie und Gastroenterologie, Hamburg

Rufnummer 0800/ 2811 8114:

Elke Alsdorf; Asthma- und COPD-Trainerin, Leiterin von Schulungen für Patienten und Trainer, Gesundheitspolitische Botschafterin des DAAB, Bengerstorf.