Extremradsportler Thorsten Theimann

Der Hagener Extremradsportler Thorsten Theimann (41) hat den Härtetest, das „Race across the alps“, hinter sich gebracht. Wieder konnte er die vorgeschriebene Höchstzeit nicht einhalten. Doch immerhin kam er ins Ziel. (Foto: privat)

Hagen. (anna) Verzweifelt ist er nicht, der Extremradfahrer Thorsten Theimann aus Bathey, dass er auch in diesem Jahr das härteste Ein-Tages-Rennen – das „Race across the alps“ – nicht in der erhofften Zeit bewältigen konnte. Statt der gewünschten 28 Stunden brauchte der Hagener 35 Stunden für 525 Alpenkilometer. Doch das wichtigste: er durchfuhr die Ziellinie.

Über Thorsten Theimanns Lust am Extremen wurde im wochenkurier schon häufig berichtet. Der 41-jährige Hagener, der 2004 seine Leidenschaft für besonders harte Fahrradtouren entdeckte, tritt mittlerweile immer leidenschaftlicher in die Pedale. Denn die Ziele des Amateursportlers werden von Jahr zu Jahr anspruchsvoller und fordern den ganzen Mann.

Rekord: 22 Stunden

Am Freitag, 25. Juni, um 12 Uhr begann das wohl schwerste Rad-Rennen. Es führte den 41-jährigen Hagener 525 Kilometer über 13 Alpenpässe. Theimann musste diese Strecke in allerhöchstens 32 Stunden schaffen, sonst würde er disqualifiziert werden.

Schon einmal, und zwar 2007, versuchte der Extremsportler dieses schwere Rennen kreuz und quer über die Alpen zu bewältigen, doch er scheiterte am Zeitlimit. „Ich war einfach zu langsam“, erinnert sich der Mann aus Bathey, der sich im 2010er Rennen eine Traumzeit von 28 Stunden vorgenommen hatte. Von Nauders in Tirol geht’s durch Italien, die Schweiz und zurück nach Österreich. 60 andere Extrem-Radfahrer aus vielen Nationen waren angemeldet, doch nur 42 standen dann auch tatsächlich am Start. „Die beste Zeit, die je bei diesem Rennen gefahren wurde, liegt bei knapp 22 Stunden“, weiß Theimann.

Für Theimann, im bürgerlichen Leben Angestellter einer Firma im Lennetal, ist das Radfahren nicht nur Sport, sondern längst auch Herausforderung. „Ich kann einfach nicht genug kriegen“, schmunzelt der 41-Jährige über seine Besessenheit.

Puls schlecht

Thorsten Theimann kann vom Radfahren einfach nicht genug kriegen. Er stellt sich immer größeren Herausforderungen. (Foto: Anna Linne)

Doch auch bei seinem diesjährigen  Race across the alps“  läuft nicht alles glatt:  Bereits am zweiten Pass ist mein Puls so schlecht, dass ich eigentlich hätte aufgeben müssen. Doch dann besserte er sich etwas und ich fuhr guter Dinge weiter“, erinnert sich Theimann. Mit von der Partie ist auch immer Theimanns Begleitteam, das im Auto vorausfuhr und den Sportler mit allem Lebenswichtigen versorgte. Denn Dirk Schmallenbach, Frank Boese und Jörg Zagler sind gute Freunde, die ebenfalls dem Radsport verfallen sind.  Die Jungs haben mich super versorgt,“ bedankt sich Theimann noch einmal für die exzellente Betreuung.

Beim 35 Kilometer langen Aufstieg zum Bernina-Pass verließen den Hagener die Kräfte immer mehr. Der Aufstieg wurde bei einer Temperatur von 1 Grad zur Tour der Qualen und der Extremradsportler zweifelte an sich und seinem Hobby.  Ich hatte mich ja selber in diese schreckliche Situation gebracht“, berichtet Theimann.  Ich konnte nicht verstehen, was mit mir los war, mir ging es richtig schlecht.“ Aber eine Aufgabe kam nicht in Frage.

Gut vorbereitet

Eigentlich war er gut vorbereitet:  Radfahren so um die fünfmal die Woche, dazu Laufen und Krafttraining.“ Gut, dass der Radsportler in Hagen lebt. Denn das Umland – Sauerland und Bergisches Land – bieten das ideale „Auf und ab“ fürs Training. Pro Woche werden regelmäßig 500 bis 600 Kilometer im heimischen Raum zurückgelegt.

Ankommen ist alles

In 35 Stunden quälte sich Thorsten Theimann von Pass zu Pass. Von Freitag, 25. Juni, 12 Uhr bis zum Samstag, 26. Juni, gegen 23 Uhr trat der Hagener in die Pedalen und gab sein Bestes. Seine 28-Stunden-Traumzeit wurde um sieben Stunden überschritten, doch am Ende zählt eh nur das Ankommen, beim schwersten Rennen der Welt…

42 Teilnehmer wagten sich auf die Strecke, nur 27 kamen tatsächlich durchs Ziel. Da ist Thorsten Theimann mit seinem Ergebnis eigentlich nicht so unzufrieden.

Nächstes Vorhaben: Thorsten Theimann möchte gern einmal an einem 1000-Kilometer-Rennen teilnehmen, vielleicht im nächsten Jahr.