Fachkräftemangel im Visier

Hagen. (ME) Hans Werner Müller (Name von der Redaktion geändert) hat seit einigen Monaten seinen Meisterbrief in der Tasche. Momentan ist der Handwerker noch angestellt, in Kürze möchte er sich aber selbstständig machen und dann auch zwei, drei Mitarbeiter einstellen. Doch bereits im Vorfeld sieht er ein Riesenproblem auf sich zukommen: die Märkische Region leidet immer mehr unter einem ganz erheblichen Fachkräftemangel.

Abgesehen von den beiden Arbeitsagenturen Hagen und Iserlohn kümmert sich insbesondere auch die in Kückelhausen ansässige Agentur Mark unter ihrem Geschäftsführer Erik O. Schulz (Foto) um die Belange des heimischen Arbeitsmarktes: „Es wird bald immer schwieriger, in der Märkischen Region ausreichend Fachkräfte zu finden. (Foto: wk-Archiv)

Die Märkische Region – sie umfasst die Kreise MK und EN (ohne Hattingen und Witten) sowie die Stadt Hagen – ist eine von 16 Wirtschaftsregionen im Land NRW und deckungsgleich mit dem Gebiet der SIHK. Etwa 800.000 Einwohner wohnen hier auf einer Fläche von rund 1500 Quadratkilometern. Abgesehen von den beiden Arbeitsagenturen Hagen und Iserlohn kümmert sich insbesondere auch die in Kückelhausen ansässige Agentur Mark unter ihrem Geschäftsführer Erik O. Schulz um die Belange des Arbeitsmarktes.

In Schulz’ Agentur gaben unlängst Spitzenvertreter aus Kommunen, Wirtschaft und Arbeitsmarkt den Startschuss für einen regionalen Fachkräftepakt. Gemeinsam wollen sie mit konkreten Maßnahmen einem drohenden Fachkräftemangel auf dem regionalen Arbeitsmarkt entgegentreten. Damit Handwerksmeister wie Hans Werner Müller ohne Sorgen in die selbstständige Zukunft blicken können…

Handlungsplan

Gemeinsam wurde ein Handlungsplan für die Märkische Region entwickelt, der mit dem Land abgestimmt wird. Er sieht die bessere Gewinnung von Nachwuchskräften sowie die Erschließung zusätzlicher Erwerbspersonenpotenziale vor. So sind beispielsweise im vorderen Sauerland viel weniger Frauen „in Lohn und Brot“ als anderswo in Nordrhein-Westfalen. Außerdem gibt es hier viele zu viele weniger gut qualifizierte Menschen – auch diesem Problem will man künftig mehr Aufmerksamkeit widmen.

Von der Arbeitsagentur über die Kammern, Verbände und die kommunalen Wirtschaftsförderungen bis zu den Gewerkschaften machen alle wichtigen Institutionen mit. „Wir packen das Fachkräfte-Thema in der Märkischen Region gemeinsam an, weil auch die Herausforderungen nicht an kommunalen Grenzen enden“, betonen der Hagener Oberbürgermeister Jörg Dehm und Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises.

„Wir brauchen alle Talente“

Bereits jetzt haben Unternehmen und Unternehmensgründer wie Hans Werner Müller etliche Schwierigkeiten, die benötigten Fachkräfte zu finden oder ihren Nachwuchs zu sichern. Hinzu kommt, dass die Gewinnung von gut ausgebildeten Mitarbeitern für kleine und mittlere Unternehmen schwieriger ist als für Großkonzerne. Alternde Belegschaften und sinkende Schülerzahlen machen ein aktives Eingreifen daher notwendig. „Wir brauchen alle Talente. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen besonders beim Nachwuchs verstärken, wir dürfen keinen zurücklassen, alle ausbildungsreifen Jugendlichen brauchen eine Berufsausbildung“, verdeutlichte Oberbürgermeister Jörg Dehm die neue Zielrichtung.

Die regionale Fachkräfteinitiative soll branchenübergreifend funktionieren und alle mitnehmen. „Die Wirtschaft und die öffentliche Hand haben ein gemeinsames Interesse am Fachkräftethema. Eine ausreichende Verfügbarkeit von gut qualifizierten Fachkräften wird ganz entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in unserer Region sein“, unterstreicht Mk-Landrat Thomas Gemke die Bedeutung der Initiative.

Unterstützt wird die Initiative durch das Land NRW und die Europäische Union. Projekte zur Fachkräftesicherung können mit bis zu 50 Prozent ihrer Kosten gefördert werden. Eine Beratung dazu gibt es bei der Agentur Mark GmbH, Telefon 0 23 31 / 8 00 30.