Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen

EN-Kreis. (pen) Kurzfristigere Anmeldemöglichkeiten, eine verbesserte Erreichbarkeit sowie ausgeweitete Möglichkeiten, Einzelfahrten bündeln zu können – dies sind drei wesentliche Verbesserungen, die der Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen im Ennepe-Ruhr-Kreis ab Januar aufweisen wird. Davon profitieren können all diejenigen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind und über einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen für eine „außergewöhnliche Gehbehinderung (aG)“ oder für die „Notwendigkeit einer ständigen Begleitung (B)“ verfügen. Sie erhalten entsprechende Berechtigungsscheine beim Fachbereich Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung.

Vertragspartner des Kreises für den Fahrdienst ist wie in den letzten Jahren das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverband Hattingen. Das DRK kooperiert weiterhin mit den Firmen Stiefermann (Gevelsberg) und Ortwein (Wetter). Die damit verbundenen drei Standorte tragen entscheidend zu kürzeren Anfahrtszeiten, schnelleren Transporten und geringeren Kosten durch weniger Leerfahrten bei.

DRK-Geschäftsführer Andreas Hahn (l.) und Landrat Olaf Schade unterzeichneten den neuen Vertrag für den Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen. (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)
DRK-Geschäftsführer Andreas Hahn (l.) und Landrat Olaf Schade unterzeichneten den neuen Vertrag für den Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen. (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

Kunden zufrieden

Den nach einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren unterschriftsreifen und bis Ende 2020 laufenden Vertrag unterzeichneten im Schwelmer Kreishaus jetzt DRK-Geschäftsführer Andreas Hahn und Landrat Olaf Schade. Beide freuten sich über die Kontinuität, für die es unabhängig vom vorlegten Angebot gute Gründe gibt. „Wir wissen aus zahlreichen Rückmeldungen, dass die Kundenzufriedenheit hoch ist. Regelmäßig werden beispielsweise die Freundlichkeit des Personals und die Pünktlichkeit gelobt. Ebenso positiv: Ausnahmslos alle Fahrwünsche, auch die an Sonn- und Feiertagen, konnten in der jüngsten Vergangenheit erfüllt werden.“

Für die zurückliegenden drei Jahre meldet das DRK bei den Nutzern aufgrund von Sterbefällen einen Rückgang von 299 auf 204. Dies wirkt sich auch auf die Anzahl der Fahrten aus, die von 3.176 auf 2.939 zurück gingen. Die zurückgelegten Kilometer reduzierten sich von 46.367 auf 39.229. „Trotz des Rückganges belegen die Zahlen: Das Angebot wird nach wie vor angenommen. Das ist gut so, denn schließlich ist mit jeder Fahrt für die Betroffenen ein Stück Selbstständigkeit sowie Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben verbunden“, so Schade.

Kontakte

Alle Fahrten werden vom DRK aus Hattingen koordiniert, Ansprechpartnerin ist Dagmar Zindel. Sie nimmt die Fahrwünsche montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr unter Tel. 02324/ 201111 entgegen. „Auch wenn die Kontakte fast ausschließlich telefonisch sind, habe ich zu vielen Kunden inzwischen ein fast freundschaftliches Verhältnis“, macht die Fahrdienstleiterin deutlich. „Ihre“ Fahrzeuge sind täglich zwischen 7 und 23 Uhr im Einsatz, in Einzelfällen auch außerhalb dieser Zeit.

Für das Ausstellen der Berechtigungsscheine ist der Fachbereich Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung zuständig. Ansprechpartnerin für weitere Einzelheiten rund um den Antrag ist Susanne Sauerwein, Tel.: 02336/ 932249, E-Mail: S.Sauerwein@en-kreis.de. Sie ist von montags bis freitags an den Vormittagen zu erreichen. „Ab Januar ist Susanne Sauerwein zudem Ansprechpartnerin für Beschwerden. Auf diese Weise kann der Kreis bei Unstimmigkeiten zeitnah eingreifen und gegensteuern“, so Klaus Langewiesche, zuständiger Abteilungsleiter im Kreishaus.

Berechtigte erhalten ein monatliches Kontingent von 16 Fahrten über eine Strecke von jeweils bis zu zehn Kilometern. Für längere Strecken können ab Januar beliebig viele Fahrten zusammengefasst werden. Der Eigenanteil für jeweils zehn Kilometer Fahrt beträgt 1,50 Euro. Der Fahrdienst kann für alle Fahrten des täglichen Lebens genutzt werden, die nicht von einem anderen Sozialleistungs- oder Kostenträger wie Krankenkasse oder Pflegekasse übernommen werden.

Die im neuen Vertrag enthaltenen Verbesserungen gehen auf Vorschläge eines Arbeitskreises der Fachkonferenz Inklusion zurück. Die Inklusionsbeauftragte des Kreises, Vertreter der Verbände behinderter Menschen, behinderte Menschen selbst sowie Vertreter der Kreisverwaltung hatten offensiv über die Optimierung des Angebotes diskutiert.