Fans wollen ein munteres Team erleben

Selbst Felix konnte die mehr als 3000 Zuschauer am vergangenen Sonntag kaum aufmuntern: Bei der Niederlage gegen den MBC agierten die Feuervögel viel zu harmlos, unkonzentriert, ja fast unmotiviert. Gegen die Eisbären aus Bremerhaven wollen die Fans am Samstag eine ganz andere Phoenix-Mannschaft erleben, sonst droht die Stimmung etwas frostiger zu werden (Foto: Jörg Laube)

Hagen. (ph) Das zweite Heimspiel in sieben Tagen wartet am Samstag, 5. Februar, um 19 Uhr auf Phoenix Hagen, wenn die Eisbären Bremerhaven zum Ischeland in die ENERVIE-Arena kommen. Die Norddeutschen wollen zweifellos etwas gut machen, denn das Hinspiel gewannen die Feuervögel sensationell deutlich mit 107:77. Doch das Ergebnis täuscht. Das Team von Coach Doug Spradley ist Tabellensiebter mit elf Siegen und leidet eher unter einer Heim- als unter einer Auswärtsschwäche. Am letzten Wochenende unterlagen die Eisbären dem Meister aus Bamberg mit 58:73.

Überragender Akteur ist der US-Guard Torrell Martin mit 16,4 Punkten und 7,0 Rebounds, gefolgt von Forward Craig Callahan (13,0 Punkte). Zwei Spieler haben die Bremerhavener im Januar ausgetauscht. Tyrone Brazelton löste Jermaine Thomas als Point Guard ab, zudem kam John Allen für Richard Chaney. Allesamt haben gemeinsam, dass sie bereits reichlich Erfahrung in Europa gesammelt haben. Weitere Leistungsträger sind die Forwards Andrew Drevo und Philipp Schwethelm sowie die Center Sean Denison und Maksym Shtein.

Sieg für Klassenerhalt

„Allstar“ Mark Dorris gehörte gegen Weißenfels mit 17 Punkten und 8 Assists noch zu den Besten. Bezeichnend, dass der 1,88 m-große Point Guard auch noch die meisten Rebounds (8) für seine Mannschaft holte. (Foto: Jörg Laube)

Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann freut sich schon auf die Partie gegen die Eisbären: „Unsere Mannschaft brennt auf Wiedergutmachung nach dem MBC-Spiel (79:87 n. V., Anm. der Red.) und ist richtig heiß. Wir wollen mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Mal sehen, ob es wieder ein Dreierfestival wie im Hinspiel gibt. Außerdem bin ich froh, dass wir endlich mal wieder an einem Samstag spielen.“

Auch für Trainer Ingo Freyer ist das Bremerhaven-Spiel eine besondere Sache: „Ich war sehr sauer nach dem schwachen Spiel gegen Weißenfels, das weiß die Mannschaft. Gegen Bremerhaven erwarte ich, dass wir von Beginn an viel aggressiver sind.“ Allerdings warnt Freyer auch davor, die MBC-Pleite falsch zu bewerten: „Trotz der Niederlage geht es grundsätzlich bergauf. Wir sind viel weiter als vor einem Jahr. Die Leistungsschwankungen sind teilweise schwer zu erklären, aber für eine unerfahrene Mannschaft auch ein Stück weit normal.“

Lösung für Anzeigentafel

Einer der wenigen Lichtblicke war am letzten Sonntag Zygimantas Jonusas. Der starke Litauer erzielte 25 Punkte und griff sich 7 Rebounds. (Foto: Jörg Laube)

Und dann war da noch die Sache mit der Anzeigetafel: Beim Stande von 73:73 während des Spiels zwischen Phoenix Hagen und dem Mitteldeutschen BC versagten am vergangenen Sonntag die Anzeigetafeln in der ENERVIE-Arena für einige Minuten ihren Dienst. Damit das nicht wieder passiert, will Phoenix Hagen ab sofort eine eigene Lösung einsetzen.

Die Anlage funktionierte vor dem Spiel gegen den MBC zunächst gar nicht mehr. Ein gemeinsamer Ortstermin mit der Stadt und den Betroffenen zur Klärung der technischen Probleme war und ist geplant, steht aber noch aus. Als eine Spielabsage drohte, übernahm Dirk Hildebrandt von der Firma „go4it“ die Technik: „Wir hatten noch das System aus der Färberstraße in Hohenlimburg. Das haben wir dann wenige Minuten vor dem Spiel provisorisch zum Laufen gebracht.“ Bis zur Verlängerung funktionierte die Steuerung gut, dann gab es kurzzeitig Schwierigkeiten mit der Verkabelung. Oliver Herkelmann erleichtert: „Das war allerdings immer noch deutlich besser als keine Anzeigetafel und damit kein Spiel zu haben.“

Für Phoenix Hagen ist die Lösung klar: „Wir spielen bereits am Samstag gegen Bremerhaven wieder. Darum werden wir jetzt einen eigenen Weg gehen und dauerhaft mit unserem System arbeiten, das übrigens auch für andere Sportarten geeignet ist.“ Dirk Hildebrandt und sein Team wollen das System in den kommenden Tagen endgültig für einen dauerhaften Einsatz vorbereiten.

Tanzende Nordlichter

Netten Besuch bekommen am Samstag derweil die Cheerleader des Phoenix-Hagen-Dance-Teams. Das hoch dekorierte Eisbären-Bremerhaven-Danceteam begleitet seine Basketballer an die Volme. „So etwas sollte eigentlich viel häufiger stattfinden“, meint Hagens Trainerin Tanja Straub. Die Cheerleader aus Bremerhaven haben in der Vergangenheit bereits Europameistertitel errungen und an Weltmeisterschaften teilgenommen. Auftritte gab es auch bei Basketball-Länderspielen, bei den Fußballern von Werder Bremen oder beim Tennis-Davis-Cup. Straub ist sehr angetan von den tanzenden Nordlichtern: „Sie gehören auf jeden Fall zu den besten Teams der Liga.“