Feuer trifft auf Donner

Hagen. Feuervögel gegen Donnervögel: Phoenix Hagen empfängt am Samstag, 25. Oktober 2014, um 20.30 Uhr die Baskets aus Oldenburg. Damit kommt ein Gast in die Enervie-Arena, der zumindest zuletzt gerne in der Volmestadt gesehen wurde: Die letzten beiden Heimspiele gegen Oldenburg konnte Phoenix für sich entscheiden. Und auch der dritte Hagener Sieg gegen die EWE Baskets in der Basketball-Bundesliga erfolgte daheim.

Doch nichtsdestotrotz ist Oldenburg ein harter Brocken, der optimal in die neue Bundesliga-Saison gestartet ist. Die ersten drei Spiele in Ulm (76:83), bei den Crailsheim Merlins (62:85) und gegen Bayreuth (73:67) konnten allesamt gewonnen werden. Im Derby in Quakenbrück gab es beim 92:85-Erfolg der Artland Dragons einen ersten kleinen Dämpfer für Oldenburg. Doch die Wiedergutmachung folgte sofort: Das norddeutsche Baskets-Team gewann mit 98:89 (39:43) gegen die süddeutschen Tigers aus Tübingen.

Spielte stark und zeigte mit 25 Zählern eine mehr als konstante Leistung: Keith Ramsey, der ein ums andere Mal für Phoenix punktete, aber die unglückliche Niederlage gegen den MBC auch nicht verhindern konnte. (Foto: www.simon-werbung.de)
Spielte stark und zeigte mit 25 Zählern eine mehr als konstante Leistung: Keith Ramsey, der ein ums andere Mal für Phoenix punktete, aber die unglückliche Niederlage gegen den MBC auch nicht verhindern konnte. (Foto: www.simon-werbung.de)

Guter Saisonstart

Der gute Saisonstart ist wichtig für Oldenburg, denn die Doppelbelastung aus Bundesliga und Eurocup wird auf Dauer an die Substanz gehen. Beim ersten internationalen Spiel in dieser Saison mussten sich die Baskets ihrem Gegner Baloncesto Sevilla mit 77:85 geschlagen geben. Und auch nach Hagen reisen die Donnervögel möglicherweise mit müden Knochen, da sie am Dienstagabend bei CEZ Basketball Nymburk in Prag zu Gast waren.
In ihrem Kader setzen die Oldenburger weiterhin auf Konstanz: Neun Spieler konnten gehalten werden. Verstärkt haben sich die Niedersachsen mit Spielmacher Tywain McKee von den Unics Kasan aus Russland sowie Point Guard Maurice Stuckey aus Würzburg und Small Forward Philip Zwiener aus Bremerhaven. Mit Zwiener gewannen die Baskets einen sicheren Schützen hinzu, der in seiner letzten Saison für die Eisbären starke 85,3 Prozent seiner Freiwürfe sowie 46,2 Prozent seiner Dreier versenkte.

Stand in der Startformation auf dem Feld: Der junge und ehrgeizige Moritz Krume, dem Trainer Ingo Freyer sein Vertrauen schenkte. (Foto: www.simon-werbung.de)
Stand in der Startformation auf dem Feld: Der junge und ehrgeizige Moritz Krume, dem Trainer Ingo Freyer sein Vertrauen schenkte. (Foto: www.simon-werbung.de)

Topscorer Chubb

Der Leader im Team von Trainer Sebastian Machowski ist weiterhin Small Forward und Publikumsliebling Rickey Paulding. Auch Power Forward Nemanja Aleksandrov ist mit seinem starken Distanzwurf (mit 86,9 Prozent in der letzten Saison noch etwas sicherer als Zwiener) wichtig für die Mannschaft. Hinzu kommen die Shooting Guards Julius Jenkins und Chris Kramer, der letztes Jahr Oldenburgs effektivster Spieler war. Zusätzlichen Schub gibt Center Adam Chubb, der nach einer verletzungsbedingten Auszeit in der letzten Saison zurückgekehrt und mit durchschnittlich 18,4 Punkten nach den ersten fünf Spielen zum Oldenburger Topscorer avanciert ist.

Phoenix erholt?

Die Baskets sind eine sehr eingespielte Mannschaft, die in der Tabelle weiter den Anschluss an die Spitzengruppe halten will. Für Phoenix sprechen der Heimvorteil, der auch in den letzten zwei Jahren zu den Siegen gegen Oldenburg beitrug, und die längere Regenerationszeit. Im Gegensatz zu den Eurocup-Fightern aus Oldenburg konnten sich die Feuervögel seit dem Auswärtsspiel in Weißenfels beim Mitteldeutschen Basketball Club (79:80) eine Woche lang erholen.


 

Drei Fragen an Ingo Freyer

Von den ersten fünf Saisonspielen endeten gleich drei denkbar knapp mit nur einem Punkt Differenz. Wieso macht es Phoenix in dieser Saison oft so spannend?

Das lässt sich schwer erklären, ist aber nicht unbedingt ein Nachteil für uns. Im Gegenteil, ich würde mich freuen, wenn wir in dieser Saison die Spiele weiter so ausgeglichen gestalten, dass wir sie am Ende auch gewinnen können.

Am Samstag kommt mit den EWE Baskets Oldenburg ein sehr ambitionierter Gegner nach Hagen. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?

Oldenburg ist physisch sehr stark. Spieler wie Rickey Paulding, Julius Jenkins, Adam Chubb und auch der neue Spielmacher Ty McKee sind sehr athletische und erfahrene Spieler. Da müssen wir mit Aggressivität und Energie dagegen halten. Wir werden versuchen, so schnell zu spielen, dass die Stärken der Oldenburger nicht zum Tragen kommen.

Ist Oldenburg Ihrer Meinung nach der Topfavorit, um die drei großen „Bs“ Bayern, Berlin und Bamberg zu ärgern?

Ja, auf jeden Fall. Um Oldenburg ist es zwar immer etwas ruhiger, aber das Team hat sich unter den ersten vier etabliert. Wenn es darum geht, die Favoriten für diese Saison aufzulisten, gehört neben den drei Bs auch Oldenburg dazu. Die Mannschaft ist mindestens ein Kandidat für das Halbfinale.