Fichter beim Turnfest: So bunt war Berlin

[1/3] Vier Tage nahm die Leichtathletik-Abteilung des TSV Fichte Hagen am Berliner Turnfest teil und erlebte die Hauptstadt als bunten und freundlichen Gastgeber. Neben den sportlichen Wettkämpfen gab es noch Zeit für Besichtigungen: das Holocaust-Mahnmal

[1/3] Vier Tage nahm die Leichtathletik-Abteilung des TSV Fichte Hagen am Berliner Turnfest teil und erlebte die Hauptstadt als bunten und freundlichen Gastgeber. Neben den sportlichen Wettkämpfen gab es noch Zeit für Besichtigungen: das Holocaust-Mahnmal

Hagen. (AnS) Müde, erschöpft, aber voller neuer Eindrücke stiegen sie in Hagen aus dem Zug: Die Aktiven der Leichtathletik-Abteilung des TSV Fichte Hagen nahmen vier Tage lang am Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin teil und erlebten die Hauptstadt getreu dem Motto „Wie bunt ist das denn“.

80.000 Teilnehmer aus 3.200 Vereinen und elf Nationen, 400 Wettkämpfe in 24 Sportarten und die Fichter Leichtath­leten mittendrin.
Für viele der 19-köpfigen Gruppe war die Fahrt ein kleines Abenteuer, denn im Gepäck dabei: Isomatte und Schlafsack sowie Geschirr fürs Frühstück. Es war fast wie im Campingurlaub. Übernachtet wurde nämlich in den Klassenräumen einer Charlottenburger Schule – zwischen Pult und Mathebüchern und gemeinsam mit anderen Vereinen aus dem Hagener Raum.
Besonders fasziniert waren die Hagener Schüler von dem riesigen Gebäude, das eine Gemeinschaftsschule beherbergte und mit einer eigenen Tartanbahn und einem großen Teich ausgestattet war.
Sport verbindet
Wie bunt ist das denn – die Worten galten auch für die Sportwettkämpfe: Neben bekannten Disziplinen wie Kugelstoßen und 100-Meter-Sprint standen auch ungewöhnliche wie Schleuderball und Medizinballwurf auf dem Programm. Aber egal, wie sich jeder Sportler auch anstellte, die Leistung stand nicht im Vordergrund, sondern der Spaß. Konkurrenzkampf gab es nicht, das Miteinander war wichtig. Selbstverständlich, dass jeder jeden anfeuerte, jeder jedem half, ob er aus dem Ruhrgebiet kam oder aus Schwaben angereist, ob er noch im Schulalter oder schon Senior war. Sportsgeist wurde groß geschrieben und das „machte die Atmosphäre während der Turnfesttage aus“, schwärmen die Teilnehmer.
Einige hatte eine leichtathletische Disziplin gegen Schwimmen getauscht, das im altehrwürdigen Olympiastadion – Austragungsort der Schwimmwettbewerbe der XI. Olympischen Sommerspiele 1936 – stattfand. Es war schon ein Erlebnis für sich, im historischem Becken seine Bahnen zu ziehen.
Zeit für Sehenswürdigkeiten
Wie bunt war das denn – das Motto galt insbesondere für Berlin: Dieses Turnfest hatte einen ganz besondere Reiz, schließlich fand es in der Hauptstadt statt und lockte nicht nur mit den Wettkämpfen an bekannten Stätten, sondern auch mit einer Reihe von Sehenswürdigkeiten: das Brandenburger Tor, die East-Side- Gallery, Checkpoint Charlie und das Holocaust-Mahnmal. Punkte, die die Eilper selbstverständlich abklapperten.
Im Mauerpark – an den ehemaligen Sperranlagen an der Bernauer Straße – zeigte sich die Gruppe beeindruckt und auch sehr betroffen von den dort aufgeführten Schicksalen.
Nur den Aufstieg auf die Siegessäule schaffte die Gruppe nicht mehr. „Dafür hat uns der Hausmeister den Glockenturm der Schule aufgeschlossen. Der Blick über die Dächer von Berlin in den Abendstunden war unvergleichlich.“
Offene Gastgeber
Und gerade in der Begegnung mit den „Einheimischen“ zeigte sich das bunte Berlin erneut: Egal, ob in der Schule, im Imbiss, im Kino, in der S- und U-Bahn oder in den Läden der Stadt: Berlin zeigte sich überall überaus freundlich und zuvorkommend. Ob es an der „Hundemarke“, wie der Turnfestausweis, den jeder umhängen hatte, liebevoll genannt wurde, gelegen hat? „Wir wurden überall gefragt, wo wir herkommen und wie es uns gefällt“, erzählen die Fichter begeistert über die Offenheit der Gastgeber.
Einig waren sich sowohl die Turnfestneulinge als auch die „alten Turnfesthasen“: Die tolle Atmosphäre würden sie gerne noch einmal gemeinsam erleben. Die nächste Möglichkeit gibt es – nach dem Landes­turnfest in Hamm 2019 – in vier Jahren in Leipzig. Klar, dass die Fichter dann wieder dabei sind. Bis dahin werden der Turnfestausweis und die Medaille, die daheim an der Pinnwand hängen, an das Erlebnis Berlin erinnern.