Beim Rundgang durch das Unternehmen Quass: (v.re.) Bürgermeister Frank Hasenberg, Geschäftsführer Ulrich Seuthe, Torsten Peters (stellv. Leiter städt. Sekundarschule), Ursula Zimmer, Rektorin des Geschwister-Scholl Gymnasiums, Jörg Lehmann (Berufsorientierung Sekundarschule) und die GSG Lehrkräfte Robin Wissenbach und Dr. Andre Nowaczyk. (Foto: Stadt Wetter)

Wetter. Schüler fit für die Zukunft machen: Wie können Firmen und Schulen in Wetter (Ruhr) kooperieren, um jungen Menschen praktische Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen? Auf Initiative von Bürgermeister Frank Hasenberg trafen sich kürzlich Lehrkräfte des Geschwister Scholl Gymnasiums und der städtischen Sekundarschule „Schule am See“ bei der Firma Quass, um Antworten auf diese Frage zu finden.

Nach einem Rundgang durch das Messtechnik-Unternehmen berichtete Geschäftsführer Ulrich Seuthe den Teilnehmern zunächst über das Projekt der Erfinderwerkstatt, das seit mehreren Jahren Kinder und Jugendliche begeistert: „Bei der Premiere im Jahr 2014 haben wir ein Windrad aus Aluminium gebaut, die Aerodynamik von Flügelprofilen untersucht und einen Test im Windkanal gemacht.“ Im vergangenen Jahr bauten Mädchen und Jungen Roboter und testeten deren Fähigkeiten in einem Laufparcours. Darüber hinaus stellte Seuthe weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Schulen vor wie Schüler-AGs und Betriebspraktika.

Das Interesse an einer Kooperation auf Seiten der Schulvertreter war sehr groß. GSG-Rektorin Ursula Zimmer zeigte sich sehr angetan und konnte sich vorstellen „eine solche Zusammenarbeit im Rahmen der Berufsvorbereitung als Projektkurs“ anzubieten. Dr. Andre Nowaczyk beschrieb den Teilnehmern der Runde seine Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern im Differenzierungskurs Naturwissenschaft und Technik der GSG-Klassen 8 und 9. „Im aktuellen Kurs versuchen wir, Roboter zu bauen. Da würde etwa ein Besuch bei Quass zum Abschluss des Kurses perfekt hinein passen.“

Auch die Lehrer der Sekundarschule sind begeistert. Die Schule am See arbeitet bei der Berufsorientierung- und Berufsvorbereitung bereits mit dem Unternehmen Bleistahl zusammen, kann sich aber weitere Angebote sehr gut vorstellen.

Ein wichtiges Thema der Gesprächsrunde war die rasant fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft und damit einhergehend die Frage, was man tun könne, um die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit den Neuen Medien zu schulen. „Nicht nur die Arbeitswelt, unsere gesamte Gesellschaft legt im Hinblick auf die Digitalisierung einen rasanten Wandel hin. Wir wissen noch nicht, was das alles mit uns macht. Dabei dürfen wir die Kinder nicht allein lassen“, warb Seuthe um Ideen, wie Möglichkeiten geschaffen werden könnten, dass Kinder und Jugendliche sich frühzeitig mit Technologie befassen können.

„Die Zukunft unserer Kinder liegt uns am Herzen. Daher freue ich mich, dass diese Gesprächsrunde zusammen gekommen ist“, so Bürgermeister Frank Hasenberg. „Eine solche Kooperation zwischen unseren Schulen und den Unternehmen vor Ort fördert den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Wetter“, so Hasenberg weiter, der die städtische Verwaltung dabei in einer Vermittlerrolle sieht: „Wir sind gerne Teil dieses Prozesses und können etwa den Transport der Schüler zu den Unternehmen organisieren.“ Zudem werde die städtische Wirtschaftsförderung ausloten, ob weitere heimische Firmen Interesse an einer Kooperation in der Phase der Berufsorientierung haben.

Ansprechpartnerin ist Nicole Damaszek von der städtischen Wirtschaftsförderung unter Tel. 02335 / 840175 (Mail: nicole.­damaszek@stadt-wetter.de).