„Flugreise“ über Westfalen

Das Luftbild vom Schloss Hohenlimburg bietet einen kleinen Vorgeschmack auf den Luftbildvortrag von Baoquan Song. (Foto: Baoquan Song)

Wehringhausen. Statt am Boden mit dem Spaten zu graben, ist es für Archäologen heute oft von Vorteil in die Luft zu gehen, um neue Fundstellen von oben aufzuspüren und zu erforschen. Die Vogelperspektive bietet hierbei eine einzigartige Möglichkeit, bekannte und unbekannte Fundstätten schnell und effektiv zu erkunden. Oberirdisch erhaltene Baustrukturen können in ihrer Gesamtheit erfasst und auf anschauliche Art und Weise fotografisch dargestellt werden. Aber auch unterirdische Spuren können unter bestimmten Bedingungen beispielsweise durch Bodenverfärbungen oder Wachstumsunterschiede der Pflanzen gefunden werden.

Baoquan Song ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum und hat sich eben diesem „Blick von oben“ für seine Forschung verschrieben. Er hält am Freitag, 15. März 2013, den Vortrag „Luftbildarchäologische Erkundung der Burgen und Schlösser in Westfalen“ in der AWO-Begegnungsstätte, Bachstraße 26, Ecke Grummertstraße. Der Eintritt ist frei.

Im Rahmen der großen westfälischen Mittelalterausstellung „AufRuhr 1225!“ im Jahr 2010 untersuchte Baoquan Song im Auftrag des LWL-Museums für Archäologie (Herne) die Burgenlandschaft im Ruhrgebiet und seiner angrenzenden Regionen systematisch aus der Luft und dokumentierte dabei mehr als hundert Anlagen. In seinem reich bebilderten Vortrag präsentiert er Luftbilder vieler bekannter und weniger bekannter Burganlagen, erklärt die Methoden und Arbeitsweisen der Luftbildarchäologie und gibt Einblicke in seine neuesten Forschungsergebnisse.