Folie nach Polen

Alodzimierz Beryt hat von seinem letzten Folien-Spendenbesuch in Polen viele Bilder von den vom Hochwasser betroffenen Polen mitgebracht. Noch immer ist er über das Unglück zutiefst betroffen. (Foto: Schievelbusch)

Hagen/Herdecke. (san) Während sich die meisten Menschen in Deutschland über den endlich gestarteten Sommer freuen und dem Fußball-Sommermärchen frönen, ist er berührt von der Not und dem Elend, das gerade sein Heimatland Polen im Griff hat: Alodzimierz Beryt. Jetzt fährt er zum dritten Mal an die Weichsel (Wisla), diesmal um zu helfen, ein Kinderheim nach den immensen Überschwemmungen der letzten Wochen wieder bewohnbar zu machen. Bereits zweimal war er schon im Katastrophengebiet, um Folien abzuliefern, mit denen die Polen Dämme abdichteten.

Nicht Verwandschaft zieht ihn dorthin. Ergriffen durch die Bilder im Fernsehen schritt er zur Hilfe. „Kein Foto, keine Fernsehkamera kann wiedergeben, was die Betroffenen im Hochwasser erleben,“ erzählt  Beryt und muss bei den Gedanken daran mit den Tränen kämpfen. Da hat er einer Familie nach der Überschwemmung ein neues Sofa und Küchenmöbel besorgt, kurz darauf kam die zweite Welle, das Haus stand wieder mannshoch unter Wasser. Da gab es dramatische Vieh- und Hunderettungen und viele Menschen, die ob der Schnelle des herannahenden Wassers nicht mehr haben als ihre Kleider am Leib. Diejenigen, die sich durch die höhere Lage ihrer Häuser in Sicherheit wähnten, ereilten Erdrutsche. „Die Gebäude fielen wie Kartenhäuser zusammen.“

Nun fährt der Dörken-Mitarbeiter wieder an die Wisla, mit mehreren Hundert Kilo Dachfolie im Gepäck. Dem Kinderheim hat ein schweres Gewitter obendrein das Dach weggefegt. Die Folie – wie die zur Dämmung zuvor – spendet Chefin Ute Becking aus dem Hause der Firma Dörken in Herdecke. Zwar nimmt ihr Mitarbeiter Urlaub und Überstunden, um den Einsatz in Polen zu leisten, aber die Firma hält ihm den Rücken frei und läßt ihn gewähren. „Deshalb danke ich meiner Chefin sehr und bin überwältigt von ihrem Verständnis für die Sache,“ freut sich Alodzimierz Beryt.