Hagen/Herdecke. (AnS) Orkan „Friederike“, einer der heftigsten Stürme seit Kyrill, wütete am Donnerstag auch über Hagen und Umgebung und richtete allerlei, zum Teil immense Schäden an.

Bäume und Straßenschilder knickten um, Dachziegel und Teile von Schornsteinen fielen auf Straßen, mancherorts wurden ganze Dächer abgedeckt. Die Schulen machten vorzeitig dicht und schickten ihre Schüler noch vor elf Uhr nach Hause. Und auch der öffentliche Nahverkehr meldete einige Störungen, die Bahn stellte den Betrieb gar gänzlich ein.

Das Orkantief, das über die Niederlande und Deutschland fegte, erforderte allein in NRW über 7000 Einsätze der Feuerwehr. Drei Menschen kamen in unserem Bundesland ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann in Sundern.

In Hagen und den Nachbarstädten ging es im Vergleich zu anderen Orten noch glimpflich ab. Vor allen Dingen umgestürzte Bäume, herumfliegende Äste und herunterfallende Dachziegel machten den Bürgern zu schaffen und einen Aufenthalt im Freien in den Böen lebensgefährlich. Der Zugang zum Herdecker Rathaus beispielsweise war zeitweise nicht möglich, da der Rathausplatz wegen herunterfallender Dachschindeln gesperrt werden musste.

Flachdächer abgedeckt

Abgedeckte Flachdächer beschäftigte auch die Feuerwehr in Herdecke. (Foto: Feuerwehr Herdecke)

Auch einige Flachdächer wurden durch den Wind angehoben. In der Neuen Bachstraße sowie in der Mühlenstraße in Herdecke lösten sich Teile der Konstruktion. In einer Kindertagesstätte im Hagener Lennetal mussten Erzieher und Kinder evakuiert werden. Auch hier hielt das Flachdach dem Wind nicht stand.

Straßen gesperrt

Straßensperrungen gab es ebenfalls reichlich. Aufgrund von Sturmschäden waren unter anderem – ebenso noch am gestrigen Freitag – die Eugen-­Richter-Straße auf Höhe der Reh-/Tunnelstraße sowie die Schwerter Straße auf Höhe des Baumarktes voll gesperrt. Auch im weiteren Stadtgebiet kann es zu Verkehrsbehinderungen. Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und zahlreiche weitere Helfer befanden sich im Dauereinsatz und versuchten auftretende Beeinträchtigungen möglichst schnell zu beseitigen. Der EN-Kreis hatte durch einen technischen Defekt zeitweise mit dem Ausfall der Notrufnummer 112 zu kämpfen.

Keine Müllabfuhr

Stadt und HEB reagierten ebenfalls: Damit keiner zu Schaden kommt, wurden sämtliche VHS-Kurse abgesagt, das Peter-Fischer-Konzert in der Max-Reger-Musikschule fiel ins Wasser. Auch die Müllabfuhr „streikte“ und verschob die Abholung von Restmüll, Gelben Säcken und Co. auf einen Tag später.

Das Torhaus in Haspe, Kölner Straße 1, blieb bis auf weiteres geschlossen. Durch den Sturmschaden ließ sich der Haupteingang nicht mehr öffnen und schließen.

Blumentöpfe und Dachziegel hielt es dank „Friederike“ nicht mehr an Ort und Stelle. Zahlreiche Sachschäden sind zu beklagen. (Foto: Michael Zargus)

Schüler hatten frei

Des einen Leid, des anderen Freud: Die Schulen hatten den Eltern freigestellt, ihre Kinder zu schicken. Die fleißigen Pennäler, die sich getraut hatten, mussten nach den ersten Schulstunden wieder abgeholt werden oder wurden bis 16 Uhr im Gebäude betreut.

Einige wurden gar in ein verlängertes Wochenende geschickt: Der Unterricht an der Wehringhauser Emil-Schumacher-Grundschule fiel am Freitag ebenso wie an der Karl-Ernst-Osthaus-­Grundschule, Standort Halden, Berchumer Straße 63, aus.

Das Sturmtief „Friederike“ hatte in Wehringhausen Teile des Schuldachs und des Kamins beschädigt, so dass zunächst Aufräumarbeiten stattfinden müssen. Ein umgestürzter Baum, der das Dach beschädigte, bescherte den Haldener Kindern schulfrei.

Die Schumacher-Schüler müssen übrigens auch noch am Montag, 22. Januar, zu Hause bleiben.

Weiterhin ungemütlich

In den späten Nachmittagsstunden ließ der Wind dann nach, das fiese Wetter soll sich in den nächsten Tagen aber kaum ändern. Statt stürmisch wird es jetzt regnerisch – und es bleibt ungemütlich.