„Froh, wieder zu Hause zu sein“ – Wk-Mitarbeiterin erlebte Erdbeben auf Kos

[1/2] Eingewickelt in Hoteldecken

[1/2] Eingewickelt in Hoteldecken, verbrachten die Hagener mit den anderen Touristen die Erdbebennacht auf der griechischen Insel Kos vorsorglich im Freien. (Fotos: privat) [2/2] Ein Erdbeben und zahlreiche Nachbeben haben die griechischen Insel Kos ersch

Hagen. (tau) Tolle Ferien mit einem bitteren Ende: Wochenkurier-Mitarbeiterin Jenny Klug und ihr Mann Markus erlebten das Erdbeben von Kos hautnah. Ein Erlebnis, das den beiden selbst nach einer Woche noch in den Knochen steckt.
Die schönste Zeit des Jahres wollte das Hagener Ehepaar auf der griechischen Urlaubsinsel verbringen. Die ersten Tage waren perfekt: Blauer Himmel, Sonne, Meer, gutes Essen, gute Laune.
Alles bebte
Dann kam Freitagnacht, 21. Juli: „Gegen 1.30 Uhr wurden wir aus dem Tiefschlaf gerissen, weil plötzlich alles bebte. Das Bett, der Boden, das ganze Haus vibrierte. Es dauerte nur einige Sekunden, angefühlt hat es sich wie eine Ewigkeit. Es war schrecklich. Ich hatte riesige Angst, weil ich nicht wusste, was los war“, erinnert sich Jenny Klug.
Das Personal ruft auf allen Zimmern an: „Outside, out­side, alles nach draußen!“ Mit ihrem Mann läuft sie aus dem Hotel. Dort haben sich schon viele aufgeregte Menschen versammelt. Mittlerweile ist klar, dass ein Erdbeben stattgefunden hat. Nichts Neues für die griechische Inselregion, aber in dieser Heftigkeit außergewöhnlich. 6,7 auf der Richterskala. Zum Glück ist vor Ort nichts eingestürzt, niemand verletzt.
Markus Klug kehrt ins Hotel zurück, um die Wertsachen aus ihrem Zimmer zu holen. „Wir waren ja nur schnell rausgelaufen und hatten nichts mitgenommen“, erzählt Jenny Klug. „Als mein Mann dann zurückging, hatte ich schon ziemliche Sorge – keiner wusste ja, was als nächstes passiert.“ Alles geht gut.
Nacht im Freien
Auf Anraten der Hotelangestellten beschließen die beiden, auf jeden Fall erstmal im Freien zu übernachten. „Wir sind zum oberen Pool und haben uns dort hingelegt, aber natürlich haben wir vor Aufregung kein Auge zugemacht.“
Zwei Tote, zahlreiche Verletzte, der Altstadthafen von Kos stark beschädigt: Vom Ausmaß der Katastrophe erfahren die Hagener aus dem Internet. Ihr Hotel nahe der Stadt Kardamaina ist zum Glück schadensfrei geblieben und nimmt Touristen auf, deren Unterkunft nicht mehr sicher oder zerstört ist: „Die gegenseitige Unterstützung war sehr groß.“
Flug nach Hause
Die Anspannung weicht auch in den letzten Urlaubstagen nicht von den Hagenern. Nachbeben erschüttern die Insel. Eins davon reißt sie erneut aus dem Schlaf. „Meine Nerven lagen blank,“ sagt Jenny Klug.
Bei ihrem Rückflug erschüttern zwei weitere Beben die Insel. „Wir waren einfach nur froh, dass wir mit dem Schrecken davon gekommen sind und gesund nach Hause fliegen konnten. Das sahen die anderen Passagiere wohl ähnlich. Als wir in Düsseldorf ankamen, konnte man ihnen die Erleichterung förmlich ansehen – und ich hatte den Eindruck, alle hätten nach der Landung deutlich länger und lauter geklatscht, als man das sonst so kennt…“