Fünfziger, Online-Doc, E-Qualm: Das ändert sich 2017

Hagen. (Red.) Das neue Jahr ist da – und es warten wissenswerte Neuerungen auf die Bürger.
Geschirrspülmittel
Zum Jahreswechsel begrenzt eine EU-Verordnung den Phosphorgehalt in Geschirrspülmitteln strikt: Pulver oder Tabs, die seit 1. Januar 2017 in den Handel kommen, dürfen nur noch höchstens 0,3 Gramm Phosphor in der Standarddosierung enthalten. Phosphate werden als Enthärter eingesetzt, um das im Wasser enthaltene Magnesium und Kalzium zu binden.
Hintergrund des Verbots: Gelangen zu viel Phosphate mit dem Abwasser in Flüsse und Seen, wachsen dank dieses Nährstoffes Algen massenhaft. Das wiederum führt zu Sauerstoffmangel für die Tier- und Pflanzenwelt. Phosphat in Kläranlagen zu eliminieren, ist sehr teuer und gelingt in kleinen Anlagen nur unzureichend.
Übrigens: Für Waschmittel gilt bereits seit 2013, dass der Gesamtphosphorgehalt pro Hauptwaschgang höchstens 0,5 Gramm betragen darf.
Grenzenloses Netz
Die Roaming-Aufschläge fürs Telefonieren und Surfen im EU-Raum werden abgeschafft.Ab dem 15. Juni 2017 fallen die Aufschläge endgültig weg. „Roam like home“ („wie zuhause“) gilt dann in den EU-Mitgliedsstaaten als Messlatte beim grenzenlosen Telefonieren, SMS schreiben und mobilen Surfen im Internet.
Damit werden die seit 30. April 2016 festgeschriebenen Höchstgrenzen EU-Geschichte: Derzeit darf für Gespräche aus einem EU-Mitgliedsland nach Deutschland noch ein Aufschlag von höchstens 6 Cent pro Minute auf den Inlandspreis berechnet werden. SMS schlagen mit 2 Cent mehr zu Buche. Und fürs Surfen werden höchstens 6 Cent für jedes Megabyte mehr an Datenvolumen fällig. Wird ein Anruf angenommen, darf das derzeit höchstens 1,2 Cent zusätzlich pro Minute kosten.
Neuer „Fuffi“
Falschen Fuffzigern macht es die Europäische Zentralbank 2017 schwerer: Der neue 50-Euro-Schein soll deutlich weniger leicht zu fälschen sein. Erstmals ausgegeben wird der rundum erneuerte Fünfziger ab 4. April 2017. Bis dahin soll auch sichergestellt sein, dass Geräte, die die Echtheit von Banknoten im gesamten Euroraum prüfen, die neue Banknote erkennen. Natürlich bleiben die alten 50er-Scheine weiterhin gültig, sie werden von den Notenbanken der Länder nach und nach ausgetauscht.
Laut Europäischer Zentralbank entfallen etwa 45 Prozent des Euro-Banknotenumlaufs auf den 50er. Er ist damit der am häufigsten benutzte Euro-Schein.
Bis Ende 2018 will die Zentralbank die 100-Euro- und die 200-Euro-Banknote erneuern, um auch diese Scheine besser vor Fälschungen zu schützen.
E-Zigaretten
E-Zigaretten und Liquids unterliegen neuen Vorgaben der EU: Die Größe der Liquideinheiten wird ebenso beschränkt wie die Nikotinmenge. Außerdem sind etliche der bisher erlaubten Zusatzstoffe künftig untersagt.
Die Vorgaben aus Brüssel wurden mit dem Tabakerzeugnisgesetz vom 4. April 2016 und der darauf gestützten Tabakerzeugnisverordnung in deutsches Recht umgesetzt. Diese sind bereits am 20. Mai 2016 in Kraft getreten.
Schon seit November dieses Jahres müssen Hersteller bei der Produktion die neuen Vorgaben einhalten; Restbestände dürfen noch bis zum 19. Mai 2017 verkauft werden.
Cannabis
Schwerstkranke bekommen Cannabis auf Rezept. Daran ist jedoch die Bedingung geknüpft, dass die Patienten an einer Erhebung teilnehmen, um mehr Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis zu erhalten.
Doktor online
Um Untersuchungsergebnisse zu besprechen oder zur Nachsorge und Kontrolle können Patienten künftig „Doktor online“ zu Rate ziehen: Ab dem 1. Juli 2017 wird die Videosprechstunde Teil der vertragsärztlichen Regelversorgung. Den gesetzlich Krankenversicherten entstehen keine Kosten – und die Konsultation via Bild und Ton übers Internet ist kein Muss, sondern für die Patienten freiwillig.
Das am 1. Januar 2016 in Kraft getretene E-Health-Gesetz will telemedizinische Leistungen fördern und damit den Kontakt zwischen Arzt und Patient insbesondere bei den Nachsorge- sowie Kontrollterminen erleichtern. Mit der künftigen Vergütung der Tele-Konsultation wird hierzu ein nächster Schritt gemacht.
(Quelle: Verbraucherzentrale)