Fürst will Schlossmuseum Hohenlimburg erhalten

Hohenlimburg. (Red.) Wie soll die zukünftige Nutzung des Schlosses Hohenlimburg aussehen? Wie lassen sich die Möglichkeiten und das Potenzial des historischen Gebäudes und Wahrzeichens der Stadt für ein breites Publikum und zugleich wirtschaftlich nutzen? Diese Fragen standen kürzlich im Mittelpunkt der ersten Gesellschafterversammlung der Schloss Hohenlimburg gGmbH im neuen Jahr 2016.

Gesellschaft ist unterfinanziert

Im Mittelpunkt stand zunächst eine nüchterne Feststellung: Die Schloss-GmbH ist unterfinanziert, insbesondere seit die Einnahmen aus dem Betrieb des Schlossrestaurants weggefallen sind. Vor allem die bauliche Unterhaltung und die Sanierung des Schlosses sorgen unter dem Strich für ein dickes Minus, welches vom Fürstenhaus Bentheim-Tecklenburg als Eigentümer der Immobilie – nach eigenem Bekunden – Jahr für Jahr mit einem hohen fünfstelligen Betrag ausgeglichen wird. Ein Zustand, den Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg gerne ändern würde – „nicht nur um den eigenen Geldbeutel zu schonen, sondern auch um das Schloss dauerhaft für kulturelle Angebote an alle Bürger zu erhalten“.

„Insofern ist das, was wir hier gemacht haben, eine Art ,Fundraising‘ mit dem Ziel, die nicht unerheblichen Baukosten des Schlosses zu decken“, fasste der Fürst am Ende der Versammlung zusammen. „Wir“, das waren in diesem Fall Saskia Weniger von der Schlossverwaltung, Fürstin Marissa zu Bentheim-Tecklenburg als Geschäftsführerin der Schloss Hohenlimburg gGmbH, Widbert Felka (Vorsitzender des Heimatvereins Hohenlimburg), Maria-Theresia Konder (Vorsitzende des Vereins Freundeskreis Schlossspiele) und Kirsten Marsteller vom Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum, die den erkrankten Vorstandsvorsitzenden Klaus von Werneburg vertrat. Ebenfalls anwesend waren Fürst Maximilian selbst und Rechtsanwalt Frank Bollmeyer aus Gütersloh als juristischer Berater.

Keine Einigung mit Museum

Das Kaltwalzmuseum war der Grund, warum die Versammlung deutlich länger tagte als geplant. Der Förderkreis hatte im Juli vergangenen Jahres den Gesellschaftervertrag mit der Schloss Hohenlimburg gGmbH zum 1. Januar 2016 gekündigt, nachdem die Schlossverwaltung angekündigt hatte, künftig für die Nutzung der Räume im Alten Palas eine Gebühr zu erheben. „Wir hoffen sehr, dass das Museum für das Schloss erhalten bleibt“, betonte Fürst Maximilian, stellte zugleich aber auch klar: „Wer das Schloss nutzen möchte, muss sich auch angemessen an seinem Betrieb beteiligen. Insofern konnten wir leider auch bei diesem Treffen keine Einigung mit dem Förderkreis des Kaltwalzmuseums erzielen.“ Was auch daran lag, das Kirsten Marsteller kein Verhandlungsmandat hatte, sondern lediglich Bericht erstatten wird.

Auf den Weg gebracht wurde von der Gesellschafterversammlung hingegen ein anderes Vorhaben: Die Räume des Neuen Palas sollen künftig nicht mehr wie bisher für fest installierte Dauerexponate und nur für einen Zweck, sondern flexibel für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden können. „Dazu war es notwendig, die von der Stiftung NRW definierten Anforderungen an museale Flächen zu erfüllen“, so der Fürst. „Das ist uns im Rahmen der Sanierungsarbeiten gelungen.“

Man sei daher nun zuversichtlich, die Förderkriterien der Stiftung zu erfüllen und werde einen entsprechenden Antrag formulieren. „Wir möchten an die Geschichte des Heimatmuseums auf dem Schloss anknüpfen“, erläutert Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg.

Mobile Ausstellung und Kunst

Ziel sei eine mobile Ausstellung zu den Themen „Industriegeschichte von Hohenlimburg“ und „Geschichte der Grafschaft Limburg“, deren Elemente kurzfristig entfernt werden können, um Platz für die Durchführung von Feierlichkeiten, Events oder Sonderausstellungen zu bieten. Die Idee geht auf ein bereits 2005 von Christina Reinsch erstelltes Nutzungskonzept zurück, das schon bei einer Gesellschafterversammlung im September 2015 intensiv diskutiert wurde und dort großen Anklang fand. Mit einer Kunstausstellung in Kooperation mit dem Hagener Osthaus-Museum, in deren Rahmen Werke von Markus Vater im Schloss zu sehen sein werden, soll das Konzept praktisch erprobt werden.

Auch die Stadt und der Heimatverein sollen die Möglichkeit erhalten, mit eigenen Beiträgen an die mobile Ausstellung „anzudocken“, wie es der Fürst ausdrückt: „Das Schloss ist ein wichtiges Element im Heimatgefühl der Hohenlimburger Bürger. Mit dem zusätzlichen Ausstellungsangebot wollen wir auch ein bisschen die Verletzungen heilen, die mit dem Wegfall des Heimatmuseums entstanden sind.“

Alles in allem gaben sich – laut Fürst Maximilian – die Vertreter der Gesellschafter optimistisch, den „Tanker Schloss Hohenlimburg“ in die richtige Richtung lenken zu können.