Fußballchef froh über den WM-Gewinn

EN-Kreis/Hagen. (zico) Die Fußball-WM ist beendet, und den Festtagen der internationalen Kicker-Elite wird bald wieder der Alltag des Liga-Spielbetriebes folgen. Welche Auswirkungen der Gewinn des Weltmeistertitels für den Amateurfußball hat und ob die Vereine hierfür gerüstet sind, darüber sprach der wochenkurier mit dem Kreisvorsitzenden des Fußballkreises Hagen/Ennepe-Ruhr, Peter Alexander (62).

Herr Alexander, wie hat Ihnen die WM in Brasilien gefallen?

Sehr gut! Es war eine gute WM mit spannenden, offensiv geführten Spielen. Partien wie das Halbfinale Holland gegen Argentinien, die rein taktisch geprägt waren, blieben die Ausnahme.

Denkt man als Fußballfunktionär gerade bei den deutschen Spielen mehr wie ein Fan,oder haben Sie dabei auch den heimischen Fußball im Hinterkopf?

Das kann man nicht voneinander trennen. Wir brauchten so ein Highlight, ähnlich wie das Tennis oder der Radsport, denn Kinder orientieren sich an Vorbildern. Ich weiß noch, wie der Gewinn der WM 1990 uns beflügelt hat. Damals freuten sich die Vereine über zahlreiche Dötze, die sich neu angemeldet haben.

Sind die Vereine für einen neuerlichen Ansturm gerüstet?

Ich denke schon. Der DFB hat derzeit 6,8 Millionen Mitglieder, ich schätze, diese Zahl wird nun auf über 7 Millionen steigen. Nachdem es in den früheren Jahren jeweils nur einen Trainerlehrgang im Fußballkreis gab, waren es im vergangenen Jahr zwei. Überhaupt werden die Trainer auch im Jugendbereich immer besser. Immer mehr nehmen an den Lehrgängen teil, coachende Eltern sind zunehmend die Ausnahme.

Welche Auswirkungen hat das auf die Trainingsinhalte?

Erhebliche! Die Zeiten, in denen im Jugendbereich reichlich Kondition gebolzt wurde, sind vorbei. Die Trainer wissen heute, dass die Kinder von selbst laufen, wenn ein Ball im Spiel ist. Die Arbeit mit dem Ball auf engstem Raum steht heute im Vordergrund. Das schult vor allem die technischen Fähigkeiten. Von dieser Entwicklung, die von Trainern wie Berti Vogts und Michael Skibbe eingeleitet wurde, profitiert übrigens schon die jetzige Weltmeistergeneration, die einen Schlussstrich unter den Rumpelfußball gezogen hat.

Wie bringt sich der Fußballkreis in die Jugendarbeit ein?

Der Fußballausschuss steht den Vereinen helfend zur Seite. Unsere Jugendkoordinatorin Astrid Kraning ist in diesem Bereich sehr aktiv. Die derzeitige Herausforderung ist, den Vereinsfußball mit dem zunehmendem Ganztagsbetrieb in den Schulen unter einen Hut zu bringen. Angestrebt werden Kooperationen und Interessensgemeinschaften zwischen Vereinen und Schulen.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Welcher Spieler aus unserem Weltmeisterteam hat Ihnen am meisten imponiert?

Nur einen herauszuheben, wäre nicht gerecht. Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Thomas Müller haben mich besonders begeistert, sie haben alle ein Kämpferherz. Und das Trainergespann um Jogi Löw hat ebenso großartige Arbeit geleistet und sich von den vielen klugen Ratschlägen nicht beirren lassen.