Ganz dolles Ding

SonnTalk – Von Claudia Eckhoff
Wir hatten Post im Redaktions-Briefkasten von Engelbert Lainer-Wartenberg und Ines Wohlmuther-Maier. Sie sind „General Manager“ (er) und „Resident Manager“ (sie) von einem ganz dollen Ding.
Sie managen ein tausend Jahre altes Schlösschen in der Steiermark. Erstmals urkundlich erwähnte man es 1074 unter dem Namen Püchlern-Pühe­larn. Das ist kein Witz, sondern nur ein historischer Zungenbrecher. Später hat es der Schlossherr „Leo der Edle“ – wieder kein Witz – an das Kloster Admont weitervererbt, sodass hohe kirchliche Würdenträger wie sogar Papst Pius II. (uih, uih!) es als Erholungsresidenz nutzten.
Seit 1972 geht es sehr weltlich, wenn auch immer noch exklusiv in dem Gemäuer zu. Es dient als Romantik-Sterne-Hotel. Es hat einen eigenen 18-Loch-Golfplatz, drei Restaurants, eine Weinlounge, 4500 Quadratmeter Wellnessbereich mit Spa inklusive Außen- und Innenpool, Duftbad, Sauna, Massage-Tempel…
Die 96 Zimmer und Suiten samt 41 Deluxe-Quartieren kann man sogar anschweben: Das Schlössken hat einen hauseigenen Hubschrauberlandeplatz. Und was macht man da? Nun: Neben Golfen, Tennis, Wellness, Skilaufen, Biken und Wandern oder vielleicht Heiraten bietet das Gemäuer viel Englisches: „Meeting, Incentive, Conference & Event“. Aha. Das alles erläutert der 15-seitige Hausprospekt samt der zusätzlichen Themenprospekte.
Bloß, was das Spässken im Schlössken kostet, erfährt man nicht. Da sucht man sich dumm und dusselig in den ganzen Prospektseiten und fragt sich vergeblich „Quanta costa?“ Geld scheint absolut gar keine Rolle zu spielen.
Oder ob man vielleicht ganz umsonst dort absteigen darf? – Wir könnten es herausfinden. Dieser Lainer-Wartenberg und diese Wohlmuther-Maier bieten der Redaktion nämlich nicht nur die Presse-Info und eine Gutschein-Kooperation an, sondern laden uns zur Recherche ein!
Schade, ach so schade, dass wir hier keinen „Fress-Journalismus“ betreiben.
Schönen Sonntag den Herrschaften.