Gefahr aus dem Weltraum?

Hagen. (anna) Als Edelgard und Gerhard Pott am Dienstag, 18. März 2014, um Punkt neun Uhr am Frühstückstisch sitzen und in ihrem wohnlichen Haus am Tücking ihre Ruhe genießen, wird ihre Idylle plötzlich getrübt. Ein ohrenbetäubender Knall schreckt das Ehepaar aus seiner gewohnten Stille.

Schnell steigt der 86-Jährige die Treppen seines Eigenheims hoch und entdeckt in der zweiten Etage ein zerstörtes Dachlukenfenster mit einem dicken Loch. Überall liegen kleine Scherben, aber ein Stein oder ähnliches, was diese Zerstörung bewirkt haben könnte, ist nicht zu entdecken.

„Normalerweise zersplittert das Fenster aus Panzerglas nur – ähnlich wie eine Autoscheibe“, sagt der Rentner, „da muss schon etwas mit hoher Wucht in die Scheibe geschlagen sein.“ Während seine Ehefrau mit dem Staubsauger anrückt, versucht Gerhard Pott im Garten das „Corpus Delicti“ zu entdecken. „Um einen Kinderstreich kann es sich auch nicht handeln, dafür ist das Dachfenster viel zu hoch“, ist der Rentner überzeugt, „außerdem sind alle Nachbarkinder um 9 Uhr in der Schule. Und ein Vogel hätte die Wucht des Einschlags nicht überlebt.“

Edelgard und Gerhard Pott können sich das Loch im Dachfenster nicht erklären. Sie vermuten, dass ein Stein aus dem Weltraum oder ein Teil vom Flugzeug die doppelt verglaste Panzer-Scheibe so seltsam zerstört hat. (Foto: Anna Linne)
Edelgard und Gerhard Pott können sich das Loch im Dachfenster nicht erklären. Sie vermuten, dass ein Stein aus dem Weltraum oder ein Teil vom Flugzeug die doppelt verglaste Panzer-Scheibe so seltsam zerstört hat. (Foto: Anna Linne)

Ein Meteorit?

Nun geht das Rätselraten weiter. Was für ein Gegenstand hat diese Scheibe derart zerstört? „Vielleicht war es ein Meteorit oder ein Teil von einem Flugzeug“, glaubt Gerhard Pott. Tatsächlich werden jedes Jahr weltweit mehrere Meteoritenfälle beobachtet. Alle diese Fälle werden im „Meteoritical Bulletin“ registriert und veröffentlicht. Eine Auswertung dieser Daten ergibt ein bis zehn Fälle im Jahr. „Ein Meteorit ist ein Festkörper kosmischen Ursprungs, der die Erdatmosphäre durchquert und den Erdboden erreicht hat. Er wäre in der Lage, unser Fenster zu zerstören“, sagen die Potts.

Jetzt hat Ehepaar Pott den Schaden erst einmal der Versicherung gemeldet und einen Fachmann mit der sofortigen Reparatur des Fensters beauftragt. Die Fensterspezialisten förderten allerdings noch mehr Kurioses zu Tage. Sie stellten fest, dass bei der Doppelfensterverglasung nur die innere Scheibe zertrümmert wurde, die äußere war noch völlig intakt und schützt die Potts auch weiterhin vor Regenfällen. Nun wird es mit der Erklärung des Schadens immer mysteriöser, auch die Fensterspezialisten hatten so etwas noch nicht erlebt…