Gegen Frankfurt soll der Ulm-Coup vergoldet werden

Ein Bild mit Symbol-Charakter: Dino Gregory (Nr. 33) überragte den Ulmer Big John Bryant am vergangenen Samstag um Längen. Der Hagener US-Amerikaner spielte die kompletten 40 Minuten Spielzeit durch, nahm den gegnerischen Center komplett aus dem Spiel und verbuchte selbst 14 Rebounds für sich. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Es ist nicht einmal eine Woche her, da entzauberte Phoenix Hagen in der Beko-Basketball-Bundesliga den Deutschen Vizemeister Ratiopharm Ulm mit 90:78. Am Samstag, 23. Februar 2013, steht schon das nächste Heimspiel an, wenn die Fraport Skyliners um 19 Uhr in die Enervie-Arena am Ischeland kommen.

Diese Liga ist so eng: Den Tabellenachten Phoenix Hagen, immerhin schon mit elf Saisonsiegen ausgestattet, und den Vorletzten aus Frankfurt trennen nur acht Punkte. Die Bedeutung der samstäglichen Partie wird darum schnell klar: Gewinnt Phoenix, dann wären es zehn Punkte Vorsprung plus der direkte Vergleich. Coach Ingo Freyer nennt es darum „für uns das Spiel überhaupt“.

Und dann war da ja noch das Hinspiel, dieses spektakuläre 107:102 für Phoenix Hagen. Seitdem haben sich die tabellarischen Wege beider Teams ein wenig getrennt. Frankfurt verlor zuletzt fünf Partien – allesamt vergleichsweise knapp – hintereinander, um rechtzeitig vor dem Spiel in Hagen die Tübinger mit 92:78 zu besiegen.

Wurfgewaltiges Kader

Die Leitfiguren im Skyliners-Kader sind Guard Quantez Robertson und Forward Zachery Peacock. Der athletische und vielseitige Robertson spielt fast immer durch, erzielt im Schnitt 11,0 Punkte und ist zudem der Top-Rebounder mit beachtlichen 7,0 „Boards“. Peacock, der zuvor für Gießen und Bremerhaven aktiv war, ist mit 15,4 Punkten bester Werfer der Frankfurter. Als weitere Offensivwaffe steht Trainer Muli Katzurin seit Ende Januar der Shooter Ryan Brooks zur Verfügung, der wie Forward LaQuan Prowell kurzfristig aus Gießen geholt wurde.

Adam Hess wird immer mehr zum „Rebound-Faktor“ bei Phoenix: Gegen Ratiopharm waren es acht (überwiegend in der Offensive) neben seinen 11 Punkten. (Foto: Jörg Laube)

In Frankfurt kommt der wurfgewaltige Brooks bisher auf 12,8 Punkte und 3,6 Assists pro Partie und avancierte neben Zachery Peacock auf Anhieb zum Hauptangreifer. LaQuan Prowell, im Januar Teilnehmer am Dreipunktewettbewerb beim Beko-BBL-Allstar-Day, erzielte bisher 8,5 Punkte pro Partie für die Skyliners.

Ulm-Sieg gibt Auftrieb

Auf der Point-Guard-Position gewinnt der ebenfalls nachverpflichtete Dawan Robinson (10,4 Punkte) immer mehr an Bedeutung. Der US-Amerikaner regelt den Spielaufbau im Wechsel mit seinem Landsmann Devin Gibson. Für die großen Positionen stehen mit Power Forward Danilo Barthel und den Centerspielern Marius Nolte und Johannes Voigtmann drei deutsche Akteure zur Verfügung, um das Starter-Duo Peacock/Prowell zu entlasten. Im Backcourt kommt zudem Konstantin Klein regelmäßig zum Einsatz.

Das Aufeinandertreffen von Hagen und Frankfurt ist auch das Duell zweier Philosophien: Phoenix erzielt mit 85,7 die meisten Punkte pro Spiel, während die Skyliners in dieser Kategorie mit 70,3 Zählern das Schlusslicht bilden. Das 107:102 aus dem Hinspiel verrät darum ziemlich eindeutig, wer damals wem sein Spiel aufgedrückt hat. Dass die Feuervögel auch anders können, haben sie gegen Ulm bewiesen. Mit einer blitzsauberen Verteidigungsleistung kauften sie dem Favoriten den Schneid ab. „Dieser Sieg gibt uns definitiv Auftrieb für den Rest der Saison“, freute sich Ingo Freyer anschließend.