Gegner Ulm tanzt auf drei Hochzeiten

Keinen guten Tag hatten David Bell (Nr. 5, re.), Dino Gregory (Nr. 33, li.) und Co. gegen Tübingen erwischt. Am Sonntag um 17 Uhr soll das ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten Ulm besser klappen. Einer der Schlüsselspieler bei Ratiopharm ist der gebürtige Hagener Per Günther. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Es ist eines der attraktivsten Spiele der Saison: „ratiopharm ulm“ wird am Sonntag, 17. Februar 2013, ab 17 Uhr zu Gast in der Enervie-Arena sein. Der Deutsche Vizemeister ist derzeit Tabellenzweiter der Beko Basketball Bundesliga und hinter Phoenix Hagen das offensivstärkste Team überhaupt.

Mit Sicherheit keinen geruhsamen Tag werden die Hagener Center (re. Björn Schoo) am Sonntag verleben: „Big“ John Bryant (li.) ist auf dieser Position in der Liga überragend. (Foto: Jörg Laube)

Trainer Thorsten Leibenath setzt auf Kontinuität. Herz und Seele seines Teams ist die klassische Achse mit einem Aufbauspieler und einem Center als herausragende Akteure, wie sie heutzutage gar nicht mehr so häufig zu finden ist. Der Ex-Hagener Per Günther (12,1 Punkte, 3,0 Assists) und MVP John Bryant (17,1 Punkte, 10,3 Rebounds) führen ihr Team national und international durch eine erfolgreiche Saison. Die Ulmer sind schließlich ganz schön im Stress. In der Liga geht es um die Ausgangsposition für die Playoffs, im Pokal wartet im März das Beko-BBL „TOP FOUR“ in Berlin und im Eurocup ist das Ziel der Einzug ins Viertelfinale. Am heutigen Mittwoch sind die Ulmer darum in Belgrad, bereits am nächsten Dienstag kommt Kazan.

Ausgeglichen besetzt

Per Günther erhält im Spielaufbau Unterstützung von Lance Jeter, der für den verletzten Tommy Mason-Griffin nachverpflichtet worden ist. Scorer Allan Ray, Routinier Steven Esterkamp und Bayern-Leihgabe Philipp Schwethelm verfügen über reichlich Firepower aus der Distanz. Mit Dane Watts, der die letzten drei Spiele wegen eines Hexenschusses verpasst hat, und Keaton Nankivil sind die beiden Vierer der Vorsaison in Ulm verblieben. Talent Daniel Theis, aus Braunschweig gekommen, gibt Thorsten Leibenath eine weitere Möglichkeit unter den Körben, um den überragenden John Bryant zu entlasten. Forward Sebastian Betz hat ebenfalls einen festen Platz in der Rotation.

Ein heißes Guard-Duell werden die Hagener Zuschauer gegen Ulm wieder zwischen einem der stärksten ausländischen Spieler (Davin White) und dem deutschen Nationalspieler Per Günther (re.) erleben. (Foto: Jörg Laube)

Viele knappe Partien lieferten die Ulmer in den letzten Wochen ab. Sie stoppten beim 83:75 den Lauf des FC Bayern. Am letzten Samstag unterlagen sie in Bonn knapp mit 94:99. Das eingespielte Team ist extrem ausgeglichen besetzt und insbesondere auch auswärts stark. Nicht zuletzt dank John Bryant, der offensiv der Dreh- und Angelpunkt ist, gehören die Ulmer zu den stärksten Rebound-Mannschaften der Liga.

Phoenix-Magerkost

Nach langer Zeit lieferten die Feuervögel am letzten Samstag, 9. Februar 2013, mal wieder Basketball-Magerkost ab. Beim 69:99 in Tübingen ging ab dem zweiten Viertel so ziemlich alles schief. „Wir haben miserabel geworfen, schlimme Ballverluste gehabt und waren nicht aggressiv genug“, fasste Trainer Ingo Freyer im Anschluss zusammen. Gegen Ulm, das ist Freyer klar, muss da schon mehr kommen, wenn die Hagener eine Außenseiterchance haben wollen: „Das ist eine sehr eingespielte Mannschaft, stark besetzt und prima zusammengestellt.“

Von gut zu richtig gut werden die Ulmer für den Hagener Coach durch John Bryant: „Durch ihn sind sie eine Klasse besser.“ Doch eigentlich gefällt ihm das ganze Team: „Da sind viele gute Typen dabei, darum sind sie auch ganz oben dabei und spielen international eine Rolle.“ Dass die Ulmer dabei verstärkt auf deutsche Spieler setzen, freut Ingo Freyer: „Es ist ja nicht nur Per Günther. Philipp Schwethelm ist klasse, auch Daniel Theis entwickelt sich prima.“