Gemeinsam lernen und Spaß haben

Hagen. (Red.) „IFö“ – eine Einrichtung, die in Hagen und weit über die Stadtgrenze Hagens hinaus einmalig ist. Und was steckt dahinter? Nichts anderes als eine „Internationale Förderklasse“.

Genauer: Eine „Internationale Förderklasse“ für zugewanderte jugendliche Migranten ohne Kenntnisse der deutschen Sprache, die aber in ihren Herkunftsländern überdurchschnittliche Leistungen erbracht haben und sich durch eine hohe Motivation auszeichnen. Sie erhalten die Chance, in maximal zwei Jahren grundlegende Deutschkenntnisse zu erlangen. Danach können sie direkt in eine weiterführende Schule wechseln oder altersbedingt den Weg über Regelklassen in die Klasse 10B der Hauptschule nutzen, um die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe zu bekommen.

Seit 15 Jahren

Von Anfang an mit dabei war die Hauptschule Remberg, deren vorbildliche Integrationsarbeit sich in diesem Jahr zum 15. Mal jährt. Ebenfalls am Projekt beteiligt sind die Gesamtschule Eilpe, die Heinrich-Heine-Realschule, das Theodor-Heuss-Gymnasium, das Ricarda-Huch- und das Fichte-Gymnasium sowie die Realschule Halden. Alle Schulleiter dieser Schulen unterstützen das Integrationshilfekonzept. Große Unterstützung gibt es auch von der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung Ausländischer Kinder und Jugendlicher(RAA) und dem Schulamt für die Stadt Hagen.

Schüler aus 13 Nationen treffen sich in den IFö-Klassen am Remberg zum Lernen und zum Spaß haben! (Foto: Gisela Gesler)

In zwei IFö-Klassen unterrichten am Remberg Pädagogen aller Schulformen Schüler vom 5. bis 9. Schuljahr. Regelmäßig finden im 2. IFö-Jahr Schnupperwochen für die Schüler in den „höheren“ Schulformen statt, sie dürfen dann Gymnasium, Gesamtschule und Realschule als Gast besuchen. Die ununterbrochene Zusammenarbeit der Lehrer der verschiedenen Schulen hat sich bewährt, wissen die beteiligten Experten zu berichten.

Aus 13 Nationen

27 Schüler aus 13 Nationen treffen sich zur Zeit in den IFö-Klassen der Ganztageshauptschule, in der übrigens nicht nur gebüffelt wird. Auf dem Programm steht auch eine gemeinsames Frühstück, man trifft sich zu Ausflügen und Wanderungen. Und wie in einer „normalen“ Klasse auch geht es im zweiten Jahr auf Klassenfahrt, die gespickt ist mit internationaler Selbstversorgung, zahlreichen Verständnisaufgaben und Spielen. „Alle Angebote dienen dazu, ein angenehmes und vertrauensvolles Klassenklima zu erreichen, Verständnis für andere Kulturen zu bekommen, Alltagssituationen im neuen Land zu meistern, einander zu verstehen und sich natürlich gegenseitig zu helfen“, berichtet Lehrerin Gisela Gesler.

Wie eingangs erwähnt, feiert die IFö-Einrichtung derzeit ihren 15. Geburtstag. Die Arbeit ist bisher sehr erfolgreich verlaufen, das lässt sich besonders an den Rückmeldungen der einzelnen Absolventen erkennen. Stolz melden sie, wenn sie ihre Qualifikationen oder ihr Abitur an den weiterführenden Schulen geschafft haben und besuchen ihre „ehemaligen“ Lehrer. Der Erfolg im Schuljahr 2010/2011 lässt sich an den Zahlen ablesen: Aus den Remberger IFö-Klassen wechseln fünf Schüler zum Gymnasium, zwei zur Realschule und einer zur Gesamtschule.

Stolz auf Erfolge

Einer der Einzelerfolge: Bei der diesjährigen Abschlussfeier der 10. Klassen an der Ganztagshauptschule Remberg wurde Marek B., ein ehemaliger Schüler der IFö2, als Stufenbester geehrt. Er wird in die 11. Klasse der Gesamtschule Eilpe wechseln.

Es lässt sich zusammenfassen: eine gelungene Art der Integration, die Schüler und Lehrer am Remberg stolz macht!