Gerechtere Bezahlung an Grundschulen – GEW übergibt Unterschriften

Hagen. (th) Eine gerechtere Bezahlung für Lehrerinnen und
Lehrer an Grundschulen fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
schon lange. Ein Rechtsgutachten eines unabhängigen Professors kam zu dem
Schluss, dass die Besoldung in NRW tatsächlich ungerecht, ja sogar
verfassungswidrig ist. Der Stadtverband Hagen der GEW hat jetzt zur
weiteren Unterstützung der Forderungen Unterschriften an den hiesigen
Grundschulen gesammelt und diese der SPD übergeben – zusammen mit dem
politischen Auftrag, an dieser Stelle endlich für Gerechtigkeit zu sorgen.
Etwa 500 Lehrkräfte unterrichten an 28 Grundschulen in Hagen – fast 300 davon
haben sich an der Unterschriften­sammlung der GEW-Fachgruppe Grundschule
beteiligt. Sie fordern eine gerechtere Bezahlung, aber auch eine Entlas­tung
hinsichtlich der außerunterrichtlichen Anforderungen, die in der regulären
Arbeitszeit kaum noch zu bewältigen sind.
Ob Medienreferent oder Sportbeauftragter – es gibt zahlreiche Tätigkeiten,
die die Lehrer neben dem normalen Unterricht erledigen müssen. Nur so kann den
Kindern ein adäquates Lernumfeld geboten werden. Nur so können Aufgaben wie
Inklusion und Integration vernünftig gelöst werden. Angesichts des Alters von
Grundschulkindern ist das Engagement der entsprechenden Lehrkräfte, das über den
Unterricht hinausgeht, umso wichtiger.
Mehr Wertschätzung
Dennoch werden den Grundschulen für diese Aufgaben deutlich weniger
Zeitressourcen zur Verfügung gestellt, je nach Größe nur etwa zwei bis drei
Stunden. Zum Vergleich: Eine gymnasiale Oberstufe erhält etwa 28 Stunden. Die
GEW fordert mehr Anrechnungsstunden für die Grundschulen. Dabei gehe es auch um
die Wertschätzung der Arbeit, erklärt Sonderpädagoge Girod Holger.
Außerdem verlangt die GEW endlich eine gerechtere Bezahlung für
Grundschullehrer im Vergleich mit anderen Schulformen. Dieser schon lange im
Raum stehenden Forderung stand stets das Argument gegenüber, die Ausbildung zum
Lehrer an weiterführenden Schulen sei länger. Dies ist seit 2009, als in NRW im
Lehrerausbildungsgesetz die Ausbildung auf gleichlange und gleichwertige
Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt wurde, nicht mehr der Fall.
Besoldung in NRW ist verfassungswidrig
Ein von der GEW NRW in Auftrag gegebenes Gutachten des unabhängigen
Professors Dr. Ralf Brinktrine kam 2015 zu dem Schluss, dass die
unterschiedliche Besoldung tatsächlich verfassungswidrig ist. Mit diesem
Gutachten und den Unterschriften im Rücken hat die GEW sich nun mit ihren
Forderungen an die SPD Hagen gewandt.
Bei Wolfgang Jörg und Hubertus Kramer rennen sie mit ihren Wünschen offene
Türen ein. Sie wollen die Unterschriften und den Auftrag mit in den Landtag
nehmen und beides an die Schulministerin Sylvia Löhrmann weiterreichen, um das
Thema für die Landtagswahlen im kommenden Jahr nachdrücklich auf die Agenda zu
setzen.