Gerüst als Dauerbaustelle

Seit mittlerweile drei Jahren steht dieses Gerüst am Haus Graf-von-Galen-Ring 15. So lange behindert es nicht nur den öffentlichen Verkehrsraum, sondern belässt die Bewohner und Nachbarn des Hauses stets in der Furcht, missliebigen Kletterern leichten Zugang zu ihren Balkone zu bieten. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (san) Seit über 50 Jahren wohnt Otto Thiele am Graf-von-Galen-Ring. Beinahe unzählige Veränderungen hat er in diesen Jahrzehnten in seinem Umfeld miterlebt, durchlebt und sich an Vieles gewöhnt. Doch seit drei Jahren gibt es eine Sache, die nicht nur ihn, sondern mittlerweile etliche Anwohner und auch Passanten der geschäftsreichen Straße am Bahnhof immer wieder aufregt: Das Baugerüst am Hause Graf-von-Galen-Ring Nummer 15. Das Eckhaus zur Martin-Luther-Straße ist seit dieser langen Zeit bis zur ersten Etage eingerüstet, ohne dass bisher ein einziger Handschlag an dem Bauwerk getätigt wurde.

Situation bekannt

Aufgrund von Beschwerden ist der Stadt Hagen diese Situation seit Sommer des vergangenen Jahres bekannt. Da es aber allein in der Zeit seit August 2011 bereits drei Eigentümerwechsel gegeben hat, fangen die Behörden immer wieder von vorne an, die Behebung der Schäden anzumahnen. Die Gebühren für die Aufstellung dieses Gerüstes werden allerdings regelmäßig bezahlt“, weiß Stadtspressesprecher Thomas Bleicher. Weil das Gerüst auf öffentlichem Grund steht, ist hier eine Sondergenehmigung vonnöten. Und Bleicher weist auch darauf hin, dass die Fußgänger, solange die Schäden nicht behoben sind, mit Vorhandensein des Gerüsts besser geschützt sind, auch wenn es vor allem beim Schieben von Kinderwagen zu Behinderungen kommt.

Anwohner Thiele hat das Ordnungsamt bereits vor Monaten darauf hingewiesen, dass in der Vergangenheit öfters mutwillig Gerüstteile entfernt und auf den Bürgersteig geworfen worden sind, vorgeschriebene Warnlampen wurden zerstört. Hier ist der Besitzer natürlich in der Pflicht – sowohl was eine ordentliche Absicherung angeht, als auch im Schadensfall“, erläutert Thomas Bleicher die Rechtslage.

Angst vor Kletterern

Was aber Otto Thiele und manch andere Nachbarn des Hauses am Graf-von-Galen-Ring Nummer 15 nicht mehr ruhig schlafen lässt, ist die ständige Alarmbereitschaft vor unliebsamen Kletterern. Bereits einige Male sind unbefugte Personen über das Gerüst auf die anliegenden Vordächer geklettert. Von dort hat man einen leichten Zugang zu den Balkonen. Nicht nur, dass die Bewohner immer vor Einbrechern auf der Hut sein müssen, gerade bei den warmen Temperaturen möchte keiner hinter verschlossenen Fenstern sitzen. Allein das Gefühl, da draußen steht jemand und beobachtet uns aus nächster Nähe, ist kaum auszuhalten!“

Bei der Stadt versuchen die Mitarbeiter ihr Möglichstes, um im Sinne der Anwohner endlich ein Ende dieser Dauer-Baustelle zu erzwingen. Zudem stellt dieses Gerüst keinen schönen Anblick dar. Aber die Tatsache, dass sich immer wieder ein neuer Ansprechpartner als zuständig erweist, der die marode Situation des gerade erworbenen Objektes als bisher nicht bekannt“ benennt, brauchen alle Beteiligten wohl noch einen längeren Atem…