Gesamtschule Eilpe: Chinesisch auf dem Lehrplan

Hagen. (th) „Das letzte Mal in dieser Runde saßen wir in einer Gaststätte in Shanghai zusammen“, eröffnet Frank Grabowski, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Eilpe, das Gespräch mit den Teilnehmern der letzten Chinafahrt. Die ist ein Weilchen her. Die Erinnerungen an die Exkursion sind aber immer noch hellwach.

Erst zaghaft, doch bald immer übermütiger und bildhafter schildern die Schülerinnen und Schüler mit leuchtenden Augen ihre Erlebnisse, zu jedem Stichwort fallen ihnen verschiedene Anekdoten ein und so ergibt sich nach und nach das ausführliche Bild einer spannenden Reise.

Andere Länder, andere Sitten

Die erste Station der Expedition war Peking, die Hauptstadt der Volksrepublik China, wo die erschöpfte Reisegruppe nach einem zehneinhalbstündigen Flug aus Düsseldorf zunächst die als Sommerpalast bezeichnete Parkanlage Yiheyuan besuchte. Direkt zu Beginn des Aufenthalts in Asien konnten die Hagener dort lernen, dass sie selbst für die einheimische Bevölkerung eine große Attraktion darstellen, immer wieder wurden sie angestarrt und fotografiert. Als noch gewöhnungsbedürftiger empfand die Reisegruppe jedoch das unhygienische Benehmen der Menschen, die überall auf den Boden spucken. Kinder tragen teilweise sogar spezielle Hosen, die an gewissen Stellen geöffnet sind, so dass sie überall ihr Geschäft erledigen können. Doch die Leute waren immer sehr freundlich, wodurch auch die Herausforderung bewältigt werden konnte, auf eigene Faust Essen in einheimischen Restaurants zu bestellen.

Mit der chinesischen Mauer wartete in Peking dann direkt die bei den meisten Schülerinnen und Schülern beliebteste Sehenswürdigkeit. Das berühmte Bauwerk war zwar von Bildern bereits bekannt, doch in der Realität wirkte es noch beeindruckender.

Von Peking ging es dann weiter nach Xi’an. Die ehemalige Hauptstadt hatte aufgrund ihrer Lage am Anfang der sogenannten „Seidenstraße“ schon früh viel Kontakt zu anderen Kulturen, die wiederum Einfluss auf die Stadtentwicklung nahmen. So ist die Altstadt Xi’ans beispielsweise muslimisch geprägt. Hier besichtigte die Gruppe unter anderem den Markt und die berühmte Terrakotta-Armee.

Partnerschule in Taicang

Eine 16-stündige Zugreise führte die Gruppe schließlich in die Metropole Shanghai. Mit dem Reisebus wurde das französische Viertel, mit dem Boot das englische Viertel durchquert. Außerdem wagten sich die Hagener auf den Schwarzmarkt. Von einem der höchsten Gebäude der Skyline genossen die Reisenden den Ausblick, als besonders beeindruckend schilderten einige Schüler die Ansicht der Skyline bei Nacht. Shanghai ist deutlich westlicher geprägt als Peking oder Xi’an und somit erregten die Hagener hier auch nicht mehr dasselbe Aufsehen wie in den anderen Städten, was manche nach den vorherigen Erfahrungen regelrecht irritierte.

In Shanghai stieß dann auch Frank Grabowski zur Eilper Gruppe. Der stellvertretende Schulleiter war in offizieller Mission zu einer Schule in Taicang unterwegs, einer etwa 50 Kilometer nordwestlich von Shanghai entfernten Stadt. Die dort gelegene „Shaxi High School“ und die Gesamtschule Eilpe sind von nun an Partnerschulen, die zukünftigen Chinafahrten werden um einige Tage in dem chinesischen Internat ergänzt. Auch ein Besuch chinesischer Schüler in Hagen ist bereits geplant, jedoch erst für 2017.

Fortsetzung folgt

Der Aufbau dieser Partnerschaft und die Reisen ins Reich der Mitte, die bei den Schülerinnen und Schülern so gut ankommen, sind Zeichen des Erfolgs der Entscheidung der Gesamtschule Eilpe, Chinesisch im Lehrplan aufzunehmen. Der Unterricht wird sehr gut angenommen, einige Schülerinnen machen nun sogar ihr Abitur im Fach Chinesisch. Auch bei Unternehmen sind Absolventen mit Kenntnissen der chinesischen Sprache und Kultur sehr gefragt. „Chinesisch an der Gesamtschule Eilpe“ lässt sich also durchaus als Erfolgsgeschichte beschreiben, die in Zukunft sicher noch um einige spannende Kapitel ergänzt werden wird.

Die Fahrt hinterlies jedenfalls bleibende, positive Eindrücke bei allen Teilnehmern. Mit ihren Erzählungen ließe sich problemlos ein kleines Buch füllen. Die Meinungen darüber, welche Stadt am schönsten und welcher Aspekt der chinesischen Kultur am interessantesten war, gehen bei den Schülerinnen und Schülern zwar auseinander, doch alle sind sich einig, dass es ein fantastisches Erlebnis war, die meisten möchten auch unbedingt noch einmal nach China. Einige spielen sogar, hoffentlich nicht ganz ernsthaft, mit dem Gedanken, ein Jahr zu wiederholen, um erneut an der Chinafahrt der Gesamtschule Eilpe teilnehmen zu können.