Gestricktes hängt an Wäscheleine

Haspe. (anna) Flinke Finger aus Haspe hatten in den letzten Monaten die Nadeln gewetzt und alles gegeben: Fast 250 Mützen, Schals, Handschuhe, Pullover, Westen, Kleider und andere fiffigen Accessoires waren so entstanden, die am gestrigen Dienstag von der Initiatorin Martina Dressel – Inhaberin von „Papillon’s Bastelwelt – feierlich an Tatjana Flatt von der Tafel übergeben wurden. Im Mai dieses Jahres hatte sich die Initiative Handarbeit und der Bundesverband Deutsche Tafel gemeinsam für Bedürftige engagiert. Überall entstanden Arbeitsgruppen, die für notleidende Kinder und Eltern stricken, häkeln und sticken (der wk berichtete von der Hasper Gruppe bereits am 22. Mai).

Martina Dressel, Inhaberin von „Papillon’s Bastelwelt“, in der Voerder Straße 2, erfuhr von der bundesweiten Aktion. Sofort trommelte sie einige Frauen zusammen, die gerne handarbeiten und bot in ihrem Laden einen immer dienstags stattfindenden Handarbeitszirkel an. Und die Frauen kamen scharenweise. So entstanden trendige Loops, warme Schals und Pullover, hippe Mützen und bunte Socken sowie süße Babykleidung. „Solche außergewöhnlichen Accessoires können sich Familien mit wenig Geld kaum leisten“, weiß Martina Dressel.

Am Tag der Handarbeit, Samstag, 8. Juni, veranstaltet Martina Dressel dann noch ein großes Open-Air-Handarbeiten vor ihrem Laden, um die Aktion noch bekannter zu machen. Zwischen 10 und 18 Uhr griffen bei Kaffee und Kuchen schier unzählige Frauen zu den Nadeln. Sogar ein strickender Mann war dabei“, freut sich die Bastelladeninhaberin, die Resonanz war einfach hervorragend.“ Ungewöhnlich war auch die hohe Bereitschaft, etwas für bedürftige Kinder zu tun. Leute, die nicht stricken können, haben uns ihren Obolus in Form einer Geldspende übergeben. Durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen kamen noch einmal 500 Euro für die Tafel zusammen“, freut sich die Initiatorin. Ganz besonders möchte sie sich für die vielen Wollspenden bedanken.

Es geht weiter

Der Erfolg dieser Aktion hat alle Frauen so beflügelt, dass sie weiter machen wollen, denn alle gespendeten Wollreste sind noch lange nicht verarbeitet und der nächste Winter naht. Für Anfang Dezember hat Martina Dressel den nächsten Abgabetermin anvisiert.

„In diesem Jahr wird die Tafelbewegung 20 Jahre alt“, weiß die Bastelladen-Inhaberin, „in Hagen gibt es zwei solcher Einrichtungen, die einwandfreie, aber im Wirtschaftsleben nicht mehr verwendete Lebensmittel einsammeln und meist kostenlos oder gegen eine kleinen Obolus an Menschen weitergeben, die sie brauchen. Wir haben bei der Hagener Tafel etwa 4000 Kunden“, berichtet Tatjane Flatt, 1500 davon sind Kinder und es werden immer mehr, die unsere Hilfe brauchen.“

„Wir helfen gerne“, meint Dressel. Wer Interesse hat, sich den fingerflinken Frauen anzuschließen, kann Martina Dressel gerne anrufen. Der Spaß kommt bei der Finger-Arbeit nicht zu kurz. „Wir lachen oft so viel, dass die Tränen fließen“, freut sich Dressel über die harmonische Runde, bei der übrigens jeder mitmachen kann. Nur anmelden sollte man sich vorher unter Telefon 02331 / 933-8512.